Unsere letzten Tage in Kambodscha haben wir mit einem Besuch in Siem Reap abgeschlossen, um die berühmte Tempelanlage Angkor zu besichtigen – mit dem Fahrrad. Ich hatte gelesen, dass man das jetzt so macht und dies ein wunderbarer Weg ist, die Tempelanlage zu besichtigen. Die fragenden Blicke unseres Tuk Tuk Fahrers, der uns vom Bootableger ins Hotel brachte, hätte mich stutzig machen sollen. Bootableger? Jupp, wir sind mit einem „Schnellboot“ von Pnomh Penh nach Siem Reap gefahren. Aus den versprochenen 5 Stunden wurden allerdings 8! Das man sich auf Zeitangaben hier nicht verlassen kann, sollten wir gleich zwei Tage später wieder schmerzlich erfahren. Zum Glück hab ich einen der zwei Schattenplätze auf dem Boot ergattert, indem ich einen Engländer mit den Worten „Excuse me, can I sit there, I am not such a sun person“ verscheucht hab. Der Platz war super, von hier aus konnte ich allen Leuten beim Verbrennen zusehen inklusive neidischer Blicke nach besagten 5 Stunden..
Nächsten Tag also ab aufs kambodschanische Fahrrad! 6 Stunden und 40 km bei 31 Grad später unter Schmerzen wieder abgestiegen inklusive Sonnenallergie auf den Beinen (durch die Hose) mit der Erkenntnis: Vorher recherchieren, wie weitläufig Tempelanlagen sein können und ob man gefühlt der einzige Idiot ist, der sich nicht mit dem Tuk Tuk fahren lässt. Abends haben wir noch Siem Reap unsicher gemacht, der bisher touristischste Ort in ganz Kambodscha! Alle sind sie da: Jung, alt, mit Kindern, ohne Kinder, mit Manieren und ohne…
Nächsten Tag sind wir dann wieder mal in den Bus gestiegen nach Bangkok, mit der Zeitangabe 6 Stunden! Es wurden 12! Die Fahrzeit war nicht das Problem, es waren die thailändischen Grenzbeamten, unsere voll beknackte Bustruppe (dusselig und langsam) und ein unfassbar unorganisierter Prozess beim Grenzübergang durch das Busunternehmen. Auch diesen Tag konnte ich wieder mit neuen Erkenntnissen abschließen: 1. Immer, wirklich immer zumindest ein Snickers für lange Wartezeiten dabei haben, alleine schon für den Beziehungsfrieden. 2. Im Warten bin ich nicht so gut – vor allem nicht auf fremde Menschen!
Wenigstens durfte ich an dem Abend noch eine Deutsche kennenlernen, die offensichtlich noch gar keinen Blick in einen asiatischen Reiseführer riskiert hat. Sonst hätte sie den Taxifahrer, der ihr gerade versucht hat zu erklären, dass die ganze Innenstadt wegen der Demonstrationen gesperrt ist, nicht gefragt, warum er denn jetzt so laut schreit (hat er nicht) und sich so aggressiv verhält, das fände sie jetzt nicht in Ordnung. Oh oh, niemals, wirklich niemals einen Thai verbal angreifen oder in Diskussionen verwickeln. Das empfinden die als Gesichtsverlust und werden schnell handgreiflich! Knaller!! Hab das Ende leider nicht mehr mitbekommen, weil wir nett und freundlich einen Preis ausgehandelt haben mit unserem Taxifahrer, der uns seelenruhig die Lage zu den Demonstrationen erklärte. Aufgrund dieser konnten wir uns Montag leider nicht die wichtigsten Attraktionen Bangkoks ansehen. Ich hab mich meinem Schicksal ergeben, hab meinen Herzbube am Pool gelassen und bin Shoppen gegangen. ICH hab ja noch alle meine Kreditkarten… Mittwoch starten wir dann noch mal einen Versuch, werden Asien dann am Donnerstag hinter uns lassen und machen uns auf nach Australien!
Karma-Rennen: Es steht übrigens im Karma-Unglück-Rennen 4:0 für Chrischi, da er sein neues Cap aus Chicago so gut im Bus versteckt hat (leider nicht in seiner Unterhose), dass sich jetzt ein Kambodschaner drüber freut.
Das habe ich sonst noch gelernt:
– Es scheint auf der ganzen Welt gleich zu sein: Frauen haben in Ihren Taschen von Nackenkissen, Sonnenschutz, Wasser etc. alles dabei und Männer sind im Verlauf des Tages Nutznießer davon und haben am Ende das Nackenkissen und das ganze Wasser aufgetrunken.
– Elefanten können nur 10 % ihres Eigengewichts (3000kg) tragen und haben einen ganz sensilen Rücken, daher sollte man nicht zu zweit auf sie steigen in diese Sitzkörbe.
– Unser Mückennetz habe ich in ganz Asien nicht einmal gebraucht.
– Man wollte uns einen 2 Dollar-Schein als Rückggeld andrehen, haben diesen aber zurück gegeben, da wir nicht glaubten, dass es so einen Schein gibt. Kurze Recherche: Gibt es doch, ist allerdings ganz selten in Umlauf, daher doch wahrscheinlich gute Entscheidung, dass Ding abgelehnt zu haben. Das Papier hat sich auch komisch angefühlt…
P.S.: Wir freuen uns übrigens auch über E-Mails von zu Hause mit den neuesten Geschichten.








Ich freue mich schon auf eure Eindrücke von meinem wundervollen Australien!! Meldet euch, falls unerwartet doch noch Perth auf der Reiseliste erscheinen sollte, einen Besuch ist es allemal Wert!! Wünsch euch noch viel Spaß und auch liebe Grüße von Nils! Weitermachen!! Julie
Liebe Nadia,
ich lese Euren Reisebericht mit großer Freude. Echt irre was Ihr so alles erlebt – und es geht Euch körperlich und seelich immer noch gut dabei! Bei uns in der Agentur tobt der Bär, es gibt unheimlich viel zu tun. Die Kunden finden noch Geld, dass vor Weihnachten verbraten werden muss und wir drehen am Rad. Nicht nur aus diesem Grund vermissen wir Dich und Deine zupackende Hilfe sehr. Aber jetzt kommt ja erstmal Sturmtief Xaver nach Hamburg mit Windstärke 10 und ordentlich Wasser. Mal sehn, ob die Elbe über die Ufer tritt, die Fleete ordentlich volllaufen, der Verkehr auf der Elbchausee zusammenbricht und wir morgen noch zum Büro durchkommen. Das ist das einzige Abenteuer mit dem wir ein bisschen mit Euch mithalten können. Habt ganz viel Spass in Australien!
Herzliche Grüße von den Heringen
Martina