Tokio eine kurze Bilanz

Ach Tokio. Ich kann schon verstehen warum Godzilla unbedingt zu erst hierhin wollte, denn die Stadt ist einfach der Wahnsinn. Da sitzt man ein paar Stunden im Flieger und schon ist es ein komplett anderes Spiel. Eben noch über die rotzenden Chinesen die Nase gerümpft und eh man sich versieht, ist man selbst der Freak.

Denn das habe ich bisher gelernt:

1: Etikette. Dem Japaner sind Tisch Manieren sehr wichtig. Der Nadi nicht. Allein die Tatsache, dass es als unhöflich empfunden wird, sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen ist ein K.O. Kriterium für jemanden, der mit einem eigenen Rucksack voller Taschentücher reist. Das Trinkgeld entschieden zurückgewiesen wird, macht die Jungs aber sehr sympathisch. “Warum wollen Sie mir Geld schenken?“ Keine Angst, will ich nicht.

2. Mein Englisch ist der japanischen Speisekarte nicht gewachsen. Das morgendliche Schlendern über den lokalen Fischmarkt hätte mich stutzig machen müssen. Was mich hier aus 8 Augen angelächelt hat, kam nicht von dieser Welt oder kennt diese erst seit Fukushima – trotzdem erliegt man wenig später dem Charme des Sushi-Kochs und futtert sich einmal quer durch dessen bilderlose Speisekarte. Schlagt bitte selbst nach was Whelk heißt – lukullische Grüße vom Mars.

3. Tokio ist wohl der sauberste Fleck auf diesen Planeten. Wenn sogar Nadi lächelnd auf die Bahnhofs Toilette läuft und ihre Tasche überall auf die Erde stellt, dann ist das eine Art Ritterschlag für diese Stadt. Es liegt nirgends Müll, es gibt keine Graffiti, alles wird geputzt und Hygiene ist jedem unheimlich wichtig. Zudem kriegt man vor jedem Essen diese kleinen heißen Handtücher, die NUR für die Hände sind. Weil einem das aber keiner sagt, kann man auch alles andere damit putzen – soziale Isolation inklusive. Zum Glück halten uns alle für Engländer, so das wir keinen größeren interkulturellen Schaden anrichten. Offensichtlich ist die Erwartungshaltung an unsere britischen Nachbarn überall auf der Welt nicht besonders hoch.

4. An Automaten kriegste hier alles: Getränke, Regenschirme, Blumen, Eier, Bier und Bücher mit barbusigen Anime Figuren. Generell scheinen sie hier ein gestörtes Verhältnis zu ihren Comics zu haben, da es 8 stöckige Kaufhäuser nur mit diesen Heften gibt. Die Auswahl umfasst harmlose Teenie-Romanzen bis hin zu Dingen die schon jenseits der juristischen Grauzone in Deutschland wären. In dazugehörigen Cafés kann man sich dann abschließend von kleinen Mädchen in Dienstboten Kleidung oder anderen Fantasien bedienen lassen. Man lerne: Mit einer 14 Jährigen Servicekraft in einem luftigen Outfit zu flirten, wäre in Japan ok – nur eben nicht dabei die Nase putzen ….

Insgesamt erinnert mich diese Stadt an New York auf Drogen. Sie ist bunter, größer und verrückter, viel sauberer als jede Stadt die ich je gesehen habe, sie hat besseres Essen und außerdem sind alle immer nur freundlich und lächeln. Fast schon ein wenig unheimlich muss ich sagen – denn wenn das hier normal ist, will ich morgen nicht Disneyland sehen, welches ja bekanntlich “the happiest place on earth“ ist. Tokio ist auf jeden Fall sehr weit nach oben gerückt, wenn nicht sogar an die Spitze meiner Städteliste…

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Viel gelernt in Peking

Nach einem großartigen Flug mit Emirates (neue Lieblingsairline) sind wir wie geplant in Peking gelandet.. Nach drei Tagen haben wir viel gelernt:

Facebook, Dropbox, WordPress (zum Bloggen) u.v.m funktionieren in China natürlich nicht – daher kommt dieser Post bereits aus Tokyo.

Die Fahrt zur chinesischen Mauer kann man auch ohne eine geführte Touri-Tour in Angriff nehmen, muss man allerdings nicht… Kostet Nerven, weil man sich nicht sicher ist, ob man ankommt und am Ende hat man nur 12 Euro gespart. Und wegen des Geldes hat man es nicht mal gemacht… Dafür hat man allerdings einen Mauerabschnitt ganz für sich alleine!! Am Ende des Tages war es witzig, zwischendrin fragten wir uns, was zur Hölle wir hier machen..

Chinesen rotzen tatsachlich überall hin, meist von ganz tief unten hochgeholt. Falls man grad nicht draußen ist, gerne in einen Eimer hinter der Theke oder wenn grad kein Platz, in die Hand und dann runterlaufen lassen. Dafür schockt meinen Würgreflex jetzt nichts mehr..

Chinesische Damen sind sehr modisch, für die Herren sind Autos eher die Statussymbole.. Kinder stehen hier ganz hoch im Kurs, viele sieht man aber nicht..

Andere Touris mit Mundschutz sehen albern aus, weil sie natürlich die von der WHO nehmen und nicht die mit Pandas drauf oder in anderen witzigen Farben wie die Einheimischen. Vielleicht haben Chrischi und ich aber auch einfach verpasst, dass Tuberkulose in China ausgebrochen ist..?

Wind ist hier ganz wichtig, der pustet nämlich den Smog weg, dann kann man Himmel und Sonne wieder sehen – konnten wir die erste zwei Tage nicht, in diesen Tagen haben wir auch keinen einzigen Vogel gesehen..

Chinesen essen viel Fleisch, fleischlose Auswahl für mich war begrenzt aber trotzdem sehr lecker.. Chrischi wird beim Gedanken an die Pekingente immer noch anders, aber auch nur, weil er sie ohne Beilagen bekommen hat.. Zu viel Fett für den europäischen Magen..

Geschlafen haben wir bei zwei sehr bezaubernden Leuten, siehe hier:
https://de.airbnb.com/rooms/855090

So Tokyo, los geht’s, wir sind gespannt…

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Peking

Nachdem wir die eiserne Hand des Internet Tyrannen hinter uns gelassen haben, hier der erste Teil aus China. Das habe ich gelernt:

1. Die Menschen hier haben einen Sinn für Ästhetik. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass jeder ein Foto mit mir will. Einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass ich das einzige Rundauge über 1,50 unter Millionen bin, sehe ich beim besten Willen nicht.

2. Es gibt hier keine Tiere. Entweder deswegen, weil man im Restaurant alles verputzen kann was einen Puls hat oder weil die Bande früher mal beschlossen hat, alle Vögel und Hunde in der Stadt zu eliminieren. Warum hab ich nicht ganz verstanden, aber man wird wohl seine Gründe gehabt haben. Als man gemerkt hat, dass man dann ein Ungeziefer-Problem bekommt (natürlicher Feind und so), hat man einfach auch alle Grünanlagen entfernt – wollen doch mal sehen wo die Biester dann leben wollen…Clever. Problem gelöst.

3. Es gibt keine Grünanlagen. Das hat zur Folge, dass überall Staub ist. Ü-b-e-r-a-l-l. Die ganze Stadt liegt unter einem grauen Schleier Staub. Sonne gibt nur in Kombination mit Wind laut unser Gastgeberin, da dieser den Staub und Smog woanders hin weht. Wohin? Egal, Hauptsache weg.

4. Der Chinese ist kein Beilagen Esser. Du willst ne Ente? Du kriegst ne Ente! Aber nix dazu. Egal was man bestellt, man trennt gerne Gemüse vom Fleisch. Generell trennt man gern Gemüse von Mahlzeiten, denn hier ist in allem Fleisch. Sogar in einer Nachspeise war Ente. Ente Ente Ente Ente.

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5. In Peking ist man Mensch, hier darf man sein. Regeln sind nur mögliche Handlungsempfehlungen. Rauchverbot in der UBahn? Aus ner 3-spurigen Autobahn ne 5-spurige machen? Mit Licht fahren? Warum stressen, man schreit sich ja später ohnehin an. Emotionen sind für mich hier schwer einzuordnen, man schreit eben gern.

6. In unserem Reisebus ins chinesische Hinterland lief ein uralter Film mit Steven Segal. Dazu gibt es Bier nur in Liter Flaschen. Wie gesagt, der Chinese ist ein Ästhet. Apropo klassische Filme, in Bud Spencer und Terrence Hill’s Meisterwerk “Ein Krokodil und sein Nilpferd“ wurden die beiden ausgelacht, weil sie nicht wussten, dass das Wasser am Tisch für das Reinigen der Hände ist. Den Fehler mach ich nicht, dachte ich… nun ja, man trinkt hier wohl wirklich das heiße Wasser im Restaurant, welches einen an den Tisch gebracht wird… auf jeden Fall tut man da nicht seine Hände rein…

Zusammengefasst ist Peking ein super witzige Stadt, die ein toller Startpunkt für unsere Reise war.

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Nadi lädt dann mehr Bilder hoch …

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Am Flughafen!!

Mittlerweile sitzen wir in der Maschine, Nadi tiefenentspannt durch legale, verschreibungspflichtige Drogen!! Es kann los gehen!!

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Auch unsere Kollegen sagen „Bye, Bye“…

FotoNadi: Links

Chrischi: Rechts

Bei Chrischi wurde Weihnachten vorgezogen mit Plastiktannenbaum und Weihnachtsmusik im Hintergrund.

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„Das ist doch gar keine Weltreise…“

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…richtig, ist es nicht – jedenfalls nicht im allgemeinen Verständnis, dass man einmal um die Welt reisen muss, um es „Weltreise“ nennen zu dürfen. Wir nennen es dennoch so, denn: Wenn wir diese Reise beendet haben, sind wir auf jedem Kontinent einmal gewesen! Daher ist es unsere ganz persönliche „Weltreise“.

Nadi hat übrigens schon seit Montag gepackt, Chrischi wird wohl erst Donnerstag Abend soweit sein…

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Yes we´re open

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Unser Blog ist fertig!!! Hier könnt ihr uns in den nächsten dreieinhalb Monaten verfolgen – oder auch nicht…Nach der Reise werden wir Euch nicht mit unseren Fotos belästigen, das werden wir hier auf diesem Blog machen und ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr uns folgen wollt oder nicht.. Gut, nä?

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