„Weltreise“

Zurück in die Zukunft IV

So, wie ihr Nadis Eintrag schon entnommen habt, leben wir in der Zukunft. Statt aber mit nem supercoolen Delorian inklusive Fluxkompensator einem verrückten Professors zu helfen, fahren wir nur nen weißen Toyota und sind eher faul. Deswegen muss sich was ändern und wir fliegen morgen weiter nach Neuseeland. Nicht aber ohne vorher noch kurz mit Australien abzurechnen…

Ich bin der festen Überzeugung, dass Landmassen ungerecht verteilt wurden. Gott (oder wer auch immer) mag alle seine geschaffenen Erdteile lieben, aber Australien muss er ein kleines bisschen lieber gehabt haben. Nichts gegen die Ost- und Nordsee, aber wenn wir schon so ein riesen Hallo wegen Sylt machen und mit dessen Umriss unsere Kofferräume zieren, was sollen sich denn die Australier alles auf die Karre kleben? Hier reiht sich Traumstrand an Traumstrand. Bei dieser Fülle an Möglichkeiten keiner Wassersportart nachzugehen, ist vermutlich Blasphemie. Auf Rädern, zu Fuß oder im Auto, jeder fūhrt hier so natürlich ein Surfbrett bei sich, als wäre es ne Armbanduhr – so auch wir. Oder genauer gesagt, so auch ich! Denn Nadi hat in unserem internen Karma Rennen per Volley den Anschlusstreffer zum 6:2 erzielt und das kam so:

Vor geraumer Zeit fing sie an auf ihrem Sitz unruhig zu werden und über juckende Haut zu klagen. „Mach dir keine Sorgen. Ein wenig Salzwasser, Sonne und körperliche Ertüchtigung und schon bist du wieder auf dem Damm“ diagnostizierte ich fachkundig. Eine Fehleinschätzung. Am zweiten Weihnachtstag wurde das ganze so schlimm, dass wir ins Krankenhaus mussten. Einerseits clever, da alle Australier an diesem Tag zuhause das Cricket Spiel des Jahres gegen England verfolgten, andererseits nicht so clever, da hierzu auch die australischen Ärzte gehörten. Vier Stunden verbrachten wir also zwischen siechenden und wimmerden Menschen mit tränenden Augen, kaputten Füßen oder Brüchen. Während Nadi behandelt wurde, habe ich mich mit meiner (natürlich deutschen) Nachbarin unterhalten, die eine grotesk rot-aufgeblasene Hand hatte. 

„Mich hat ne Spinne gebissen, dann wurde erst der Finger rot, dann mehrere Finger, dann die Hand und jetzt tut schon der Ellbogen weh, da dachte ich nach ein paar Tagen, ich geh einfach mal vorsichtshalber zum Arzt“. „OH MEIN GOTT, DU WIRST STERBEN“ dachte ich, sagte aber beschwichtigend: „Mach dir keine Sorgen. Ein wenig Salzwasser, Sonne und körperliche Ertüchtigung und schon bist du wieder auf dem …“ – dann ging die Tür auf und Nadi stand im Flur, bis unter die Achseln in Verbände gewickelt. Weder Wasser, noch Sonne, lautete die Verordnung des Arztes. In Australien bedeutet das Einzelhaft, da es keine Orte ohne Wasser und Sonne gibt.

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Das mach ich tagsüber...

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...und das macht Nadi

So gerne die Jungs hier aber auf Wellen surfen, so ungern surfen sie offensichtlich im Internet. Denn der Zugang zum weltweiten Netz scheint hier eine Art Privileg zu sein, das mit Gold aufgewogen wird. Bei jedem Einchecken in Hotels stellten wir anfangs die gleiche Frage: „Habt ihr zufällig Wlan“? Mal schaute man uns an, als hätten wir nach ner Niere oder Rauschgift gefragt, mal schüttelte man verständnislos den Kopf oder man ignorierte uns der Einfachheit halber gleich. Dabei werben Hotels durchaus mit Internetzugang, allerdings gibt es den nur durch ein Lan-Kabel (!) auf dem Zimmer oder für $15 die halbe Stunde in der Lobby. Unser letztes Hotel bot mir gönnerhaft kostenlose 10MB an. „Gute Frau, für 10MB krieg ich nicht mal ne SMS gesendet. Wie soll ich skypen, mailen, bloggen, das politische Weltgeschehen verfolgen und nebenbei noch den Transfermarkt verfolgen? Besonders in der Winterpause werden die Weichen für die Rückrunde gestellt“.  Ich redete auf sie ein wie auf ein krankes Pferd aber nichts half – naja, geh ich halt wieder am Strand surfen. 

(Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass der Computer des Hotels in einem derat desolaten Zustand war, dass ich ihn trotzdem noch schnell defragmentiert und aufgeräumt, fehlerhafte Verknüpfungen repariert und den Virenschutz anschließend aktualisiert habe. Urlaub oder nicht, ich kann so ein Gerät eben nicht leiden sehen, da geht was kaputt in mir.)

Ebenso emotional wie ich beim Thema Technik reagiere, wird hier das Thema Essen behandelt. Wo der Australier steht, wird gegrillt. Gesellig hocken sie abends in Scharen an den öffentlichen Grillstationen am Strand oder im Park und genießen ihr Feierabend-Bier bei einem Steak oder einem Steak. Manchmal gibts auch Steaks. Da dies die soziale Basis des australischen Alltags zu sein scheint, haben wir uns dem Brauch angeschlossen und sind mit Kühlbox und Bier ausgerüstet abends zu den Stränden getingelt. Nur eben ohne Fleisch. Damit waren wir ungefähr so cool, wie die Kinder, die damals in der Schule Nusspli statt Nutella auf Brot hatten oder im Bus ganz vorne saßen. 

Eines abends stand ich mit Bier am Grill, als ein freundlicher Familienvater auf nen Schnack zu mir kam. „Was grillste denn da?“ fragte er und lugte dabei in meine Alufolie. Klar, warum soll man nicht zeigen, wenns einem gut geht: „Fetakäse mit Pesto, Scharlotten, Zwiebeln und Tomaten überbacken. Dazu Champions und Paprika mit Knoblauchbutter und frischem Baguette“ zählte ich triumphierend auf. Ich schaute in zwei mitleidige Augen: „Willst du ne Wurst?“. Später beim Abwaschen sind wir nochmal an seinem Picknicktisch vorbei gekommen und seine Familie schaute uns traurig und mit zusammengepressten Lippen nach. Arme Deutsche. 

Das letzte was ich gelernt habe ist, dass Tätowierungen hier salonfähig und Dresscodes nebensächlich sind. Tätowiert ist eigentlich jeder und das meistens großflächig. Ob Ärzte, Polizisten, Obdachlose oder Stewardessen – jeder hier ist bunt und versteckt es auch nicht. Bei unserer ersten der zahlreichen Polizeikontrollen, hielt uns ein Polizist an, der wie Klitschko in groß aussah und dessen Braunkohlebagger-großer Unterarm zwei Schlangen zierten, die mit Pistolen aufeinander schoßen und dabei einen Totenkopf umwickelten. Oha Herr Schutzmann, in Japan kommste damit aber in kein Freibad. Immerhin trug er eine Uniform. Der diensthabende Arzt, der Nadi im Krankenhaus mumifizierte, hatte sich hingegen nur mit Mühe ein Hemd übergeworfen und trug ansonsten Badeshorts und Flip-Flops.

Das gefiel mir neben der atemberaubenden Landschaft eigentlich am Besten an Australien, die sagenhaft entspannte und fröhliche Lebenseinstellung mit der hier jeder jedem begegnet. Wir trafen fast immer auf gesellige und freundliche Menschen, die sich über eine Unterhaltung freuten oder uns mit Tipps nur so überhäuften. Klar gabs hier und da auch grobschlächtige Spitzbuben – aber sie sind nun mal zum Teil ja auch britischer Herkunft.

Ich bin gespannt ob Neuseeland dies hier noch toppen kann.

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Sydney vor dem Sylvester-Ansturm

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Blue-Mountains

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Life is a beach

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2014 – wir sind schon da

Chrischi hat mir vorgestern mein erstes Geburtstagsgeschenk gemacht: Karten für Silvester in Sydney im Royal Botanic Garden mit Blick auf die Oper und die Harbour Bridge inkl. Picknick („Lawn with a view“). Ich hatte ja eigentlich gedacht, dass wir uns morgens früh auf den Weg machen müssen, um uns 12 Stunden auf einen der frei zugänglichen Aussichtspunkte zu stellen, um so den besten Platz zu ergattern. Als ich dann Sonntag schon voll in meiner Recherche nach den richtigen Plätzen vertieft war und Chrischi gerade nötigen wollte, diese mit mir abzufahren, hat er mich zum Glück bei einem der Aussichtspunkte bei Wein, Oliven und Brot erlöst und mir die Karten geschenkt!!

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Hier hab ich mein Geschenk bekommen

Und jetzt ist es schon wieder vorbei, aber: Wie wir soeben 2014 eingeläutet haben, scheint es ein absolut formidables Jahr zu werden!!!

Wir sind gerade wieder im Hotel und dieser aufregende Tag ist leider schon vorbei. Silvester in Sydney mit direktem Blick auf die Harbour Bridge und die Oper im Sitzen auf einer Picknickdecke inkl. verschiedener Köstlichkeiten war so großartig, dass mir dazu die Worte fehlen!! Ich bin einfach nur selig und zeig lieber die Bilder. Euch allen ein gesundes und glückliches Jahr 2014!! Alles Liebe

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Picknick mit Ausblick

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Xmas im Exil

Ich liebe Weihnachten! Beste Zeit des ganzen Jahres! Glühwein, Rotkohl, Plätzchen, Familie und Geschenke! Dieses Jahr fällt Weihnachten gefühlt jedoch aus. Daran sind die Australier schuld, obwohl sie sich unsagbare Mühe geben: Weihnachtsparaden, Konzerte, Lichtershows, Feuerwerke, Lichterketten, 24 Stunden Weihnachtsradio etc. Alles dabei, nur leider sind hier 32 Grad!! DAS IST NICHT WEIHNACHTEN!! Der Weihnachtsmann hat einen dicken Mantel an, Schneemänner gibt es erst ab 0 Grad und ich hab noch kein Weihnachtslied gehört, in dem von Strand, Surfen und Sonne gesungen wird! Die Australier haben wirklich unsagbares Glück mit ihrem Land. Ein weißer Sandstrand inkl. azurblaues Wasser reiht sich an den nächsten, weitere Naturhighlights wie tropischer Regenwald, Wüste etc. lassen jeden neidisch werden; Tiere, die es nur hier gibt und eine unschlagbare Lebenseinstellung. Aber auf eins können sie zurecht neidisch sein: Anständige Jahreszeiten und allen voran – Weihnachten!

Auf Chrischis Frage, was wir denn am 24. als kleinste Familie der Welt essen wollen, hab ich ehrlich geantwortet: Rotkohl, Kartoffeln, braune Soße! Nach einem kurzen Disput haben wir uns auf Tapas (Scampis, Datteln in Speck, Dips etc.) und viel Alkohol geeinigt. Die Aussies verbringen den 25. wohl mit ihrer Familie am Strand und essen zu Weihnachten in erster Linie Fisch… Gut, d.h. wir werden uns das Treiben dann auch morgen am Strand ansehen und es ganz entspannt angehen. Geschenke gibt es keine, da wir uns eine fette Hütte mit Blick aufs Meer gegönnt haben. Als uns jedoch die Besitzerin sagte, dass es hier kein WLan gibt (was das angeht, sind Australier echte Hinterwäldler…) setzte kurz Schnappatmung ein. Ich muss doch mit meinen Liebsten an Weihnachten skypen können. Da ihr das hier lesen könnt, haben wir uns WLan besorgt und können hoffentlich telefonieren. Also, frohe Weihnachten allerseits vom anderen Ende der Welt! Wir denken an Euch, stoßen schon mal an und freuen uns über Nachrichten! Alles Liebe, Chrischi und Nadi

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Frohe Weihnachten!!!

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Unsere Terrasse = Schlafzimmer

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Unsere Weihnachtsküche

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Unser Bier

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Weihnachtsparade

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Sagenhaft langweilige 90 Minuten…

Heute Abend wollte mich mein Mann mal groß ausführen! Zum Rugby sollte es gehen! Dafür hatte er sich im teuren Australien sogar dazu durchgerungen, 94$ Dollar auszugeben (ohne Getränke)! Viel Geld für den Big Spender! Sport ist zwar nicht so meins, aber wenn sich Menschen dabei richtig angehen und potenziell schwer verletzen können, bin auch ich passiv interessiert! Also, abends los zum Stadium mit den Worten „Zieh dir im Stadium mal lieber Turnschuhe an, bei den ganzen Leuten ist das besser als Flip Flops“. Gesagt getan.

Im Stadium angekommen wundert sich Chrischi, wo die ganzen Menschenmassen sind die mir auf die Füße treten sollen und warum die Fußballtore nicht abgebaut wurden. „Machen sie bestimmt gleich..“ Auf dem Weg zu unseren Plätzen fällt mir auf, dass auf den Trikots FC steht.. Das ist doch.. Auf unseren Plätzen in der 2. (!) Reihe angekommen, sehen wir die Spieler genauer – inkl. Stutzen und Fußballschuhen!! Holy Shit! Ernüchterung setzt ein – Chrischi hat die falschen Karten gekauft und wir sind zu irgendeinem „Hyundai A-League“ Fußballspiel gegangen! Sogar ich weiß, dass das eine Phantasieliga sein muss. Ohne Publikum, aber mit Feuerwerk!

Chrischi versucht mich mit Geschichten von einem deutschen Spieler hier zu unterhalten. Ich entscheide mich irgendwann dafür, diese Zeilen hier schon mal zu texten! In Halbzeit 2 ziehe ich mich in meine Gedankenwelt zurück: Weihnachten/Pommes?/Surfen und Haie/doch lieber Chips?/bekommt man in der 2. Reihe eher den Ball ins Gesicht?/definitiv Chips! Während des Spiels Brisbane vs. Newcastle höre ich von meiner Lieblingsseite Kommentare wie: „Wie kann der den nicht rein machen?“, „Was für ein Gebolze“ und „Wollen die den rein tragen?“. War wohl nicht so gut das Spiel… Rugby geben wir dann in Neuseeland noch mal eine Chance! Dann will ich aber Blut sehen- das hab ich mir jetzt verdient!

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Gewagt, gewagt

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Sommer, Sonne, Tier

Da stehen wir an der Straße und warten auf unsere Tour, als ne fahrende Einfamilienhaushälfte an uns vorbeizieht. Ich dachte noch „Wow, stattlich“, als ich schon die Bremslichter sah und der weiße Bus drehte. Heraus sprang: Britta! Damit sind es jetzt offiziell drei Ohlendorfer in Hervey Bay, Queensland. Naja zugezogene und weggezogene eingerechnet. Verrückt!
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Unser Ziel für heute, Fraser Island – die größte Sandinsel der Welt. Auf dieser Insel kann man entweder mit eigenen Allrad-Fahrzeug durch die Dünen und Wege schneiden oder mit einem Gelände-Bus. Leider waren wir etwas spät – falsch, spontan – vor Ort und es gab nur noch die geführte Tages-Tour. Am Anfang wie immer, das Länderquiz: 8 Kandidaten sitzen im Bus und Butch, der Wetter- gegärbte Tourguide geht die Nationen durch. Also, wieviele Deutsche werden es sein, Chinesen kann ich bereits optisch ausschließen – ist ja aber auch wieder viel Wasser und Natur im Spiel:

1. Portugal (OK, kannst nix schlechtes drüber sagen)
2. Dänemark (OK, könnte ich spontan gar nichts drüber sagen)
3. Franzosen (Will ich nichts zu sagen)
4. Thailand und England gemixt (hehe)
5. England (Auf unsere Reise bisher immer sympathisch)
6. Schweizer (das war knapp)
7. Wir
uuuund sollte es tatsächlich klappen….
8. Germany ( Mist, wieder nichts und dann nicht mal Ohlendorfer)

Nach kurzem Schnack hat sich die Gruppe, besonders die Bayern und Engländer aber als super nett heraus gestellt. Guter Start also für den Tag. Kurz geht Butch noch die Sicherheitsanweisungen durch und erklärt, wie stolz er auf sein MAN Fahrzeug ist, weil nur dieses Fahrzeug aus Deutschland über die nötigen Qualitätsanforderungen verfügt ..blablabla.. jaja, wie im Flieger, dieser Sicherheitsquatsch ist doch nur für Versicherungen, damit hier später keiner auf die Idee kommt den Laden zu verklagen – leg endlich den großen Gang ein und fahr los. Und das tat er, denn was dann kam, treibt jedem Sportarzt die Tränen in die Augen. Butch ist derartig schnell und hart über Stock, Stein, Baumwurzel und Dühne geschnellt, dass hinten im Fahrzeug für Sekunden Schwerelosigkeit herrschte. Die Anschnallgurte pressten einem die Luft aus den Lungen, während nicht gesicherte Gegenstände wie Flaschen und Schuhe durch den Wagen flogen. Herr im Himmel, was treibt den Mann an? Hass? Der ganze Bus war krampfhaft im stillen Überlebenskampf verstrickt, nur hinter mir jauchzte es vor Glück. Ein wildes Durcheinander aus lachenden Zähnen und blonden Locken wirbelte Hin und Her, jubelte vor Freude und lachte, während es beim Auf- und Ab sein zweites (oder drittes?) Frühstück verputzte. Ich wollte mich nur für eine Sekunde umdrehen, um auf die Szene einzugehen, als ich meinen Gurt hierzu etwas lockerte oder abschnallte. Ganz genau weiß ich es nicht mehr, denn die nächste Bodenwelle riss mich derartig hart vom Sitz und schlug mich gegen die Scheibe, dass ich kurz Schwarz sah. Das Lachen wurde nun noch stärker und hörte auch dann noch nicht auf, als wir schon längst aus dem Bus ausgestiegen waren um die erste Attraktion unser Tour zu besichtigen.

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Hier hat sie sich kurz im Griff

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Im Hintergrund, das Folterfahrzeug

Was folgte waren 118 Kilometer feinster weißer Puderzucker-Sand und azurblaues Meer. Warum die blumigen Worte? Weil das Meer hier im nördlichen Australien ein bisschen wie „Nur gucken, nich anfassen!!“ ist. Entweder sind hier diese giftigen Quallen unterwegs oder sonst ein Getier. So auch diesmal. „Wer ins Meer geht stirbt“ knarzt es aus den Lautsprechern, „Wenn ihr Glück habt, reisst euch aber die starke Strömung schnell raus und ihr ertrinkt, bevor euch die Haie erwischen … die brüten hier“. Blöde Natur!

Aber ich kann nicht lange düsteren Gedanken nach hängen, denn was ich nun sah, verschlug mir den Atem . Ein paar Meter weit von uns thronte majestätisch eine weiße Dame und reckte stolz ihre Arme in die Sonne. 12,4m Spannweite, 340km/h Höchstgeschwindigkeit und eine Dienstgipfelhöhe von 6100 Metern. Eine Gippsland GA-8. Gelenkt werden durfte sie von einem etwas dicklichen Piloten mit fleckigen Anzug und dem krassesten Minipli aller Zeiten. Wer kann, der kann – der Mann ist Pilot. Ich will hier jetzt nicht noch endlos rumeiern, der Tag war super. Der Flug, Butch’s Folterfahrt im MAN, Schwimmen im Bergsee, Strand, Lunch, Fähre – alles. Australien zeigt sich bisher von seiner schönsten Seite: kein Regen, mich hat noch nichts gebissen und die Landschaft ist wirklich atemberaubend – vorausgesetzt man mag Sonne, Meer, Strand und Dschungel, nen Nadelwald oder gar ein Ski-Gebiet hab ich hier noch nicht gesehen.

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Zu jedem tödlichen Strand gehört ein Wrack

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Der Strand im Überblick

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Diese Haare

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Fußwanderung im Dschungel

Wir überspringen mal ein paar Tage, in denen wir nur am Strand lagen, durch Landschaften gezuckelt sind und es uns hier gut gehen lassen. Wir trinken relativ viel Bier und Wein hier, schließlich ist Dehydration ein nicht zu unterschätzender Gegner in der Sonne, finden abends fast immer ein Pub, eine Bodega oder zumindest ne Eckkneipe und können langsam verstehen, warum es den Menschen hier so gut gefällt.

Was ein bisschen zu kurz kommt, ist unser Tier-Glück. Bisher haben wir nur Schnabeltiere, tausend Echsen, tote Kängurus, Spinnen und Schildkröten gesehen. Also, wenn die Tiere nicht zu uns kommen wollen, müssen wir eben zu den Tieren. Wir haben uns für Steve Irwin’s Australia Zoo entschieden. Steve Irwin ist (war) der Crocodile Hunter und in Australien so etwas wie ein Volksheld. In Deutschland kennt man ihn vor allem von RTL2, wo er in seiner Doku mit allerlei australischen Vieh schmuste und selbst die gefährlichsten Tiere mit einer an Autismus grenzenden Freude vorstellte. Dabei war er stets in Khaki gekleidet und schrie pausenlos „Crikey“. Seine Familie leitet nach seinen Tod den Park und man kann dort australische Tiere so artgerecht beobachten, wie es ein Zoo eben zulässt. Für mich ohne Tollwut Impfung ein gefährliches Spiel. Wir haben also den Nachmittag damit verbracht uns durch die australische Fauna zu gucken, Koalas und Kängurus zu streicheln und an einer Krokodilfütterung teilzunehmen. Besonders Koalas haben es uns dabei angetan, da es wohl kein Tier gibt, was eine ausgeprägtere Scheissegal-Einstellung pflegt. 20 Stunden am Tag wird gegessen und gedöst. Nicht mal zum Trinken müssen die Knaben vom Baum, da sie ihre Flüssigkeit aus den Blättern ziehen. Evolution at its best. Nebenan sitzt ein Vogel im Gehege, der Tag und Nacht den Wald aufräumt, Baumsamen verteilt und sich ein Bein für die Natur ausreisst, weil er aber hässlich wie die Nacht ist, heißt er nur „Hausmeister des Waldes“, während alle vor den Koalas stehen und ihnen den Rücken kraulen während sie schlafen.

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Picknick in der Sonne

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Mein Lieblingstier - davor leider ein Känguru im Bild

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Wie immer ein Tierfreund. Da lässt sich das Vieh von jedem im Park füttern, aber kaum kommt Magnani - schnell weg

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Freunde unter sich. Der eine schläft und isst 20 Stunden am Tag, der andere ist ein Koala

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Der ungekrönte Boss im Zoo

Jetzt sind wir in Brisbane angekommen, haben wieder ne Wohnung und schauen mal was die Stadt so zu bieten hat. Morgen wollen wir zum Rugby und bis dahin werden wir uns schon die Zeit vertreiben.

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Faule Bande

Ja wir sind faul geworden – aber wir leben noch und das ist ja auch schon was. Nachdem wir den schrillen Sünden-Pfuhl Asien verlassen haben, wo wir jeden Tag irgendwas Merkwürdiges erlebt oder selbst gemacht haben, sind wir in den heimischen Schoß Australiens eingeflogen. Herrlich. Schönes Wetter, Menschen die einen verstehen und atemberaubende Natur.

Und es hätte besser nicht anfangen können. Schwer gewappnet, unseren 8-stündigen Flug von Bangkok nach Sydney hinter uns zu bringen, betraten wir unseren fliegenden Tempel der Marke Quantas und mussten uns gleich ein wenig über unsere Plätze wundern. Sollte dies etwa? Jupp, UPGRADE!!!! Wir hatten Zimmer in Asien, die waren kleiner als unser jetziges Sofa. Trunken vor Glück haben wir also wie zwei junge Hunde auf den Plätzen getobt, gegenseitig Fotos gemacht und alle Extras ausprobiert, die so ein Upgrade eben mit sich bringt. Als der „Service Manager“ kam, um uns persönlich in Landestracht zu begrüßen und dabei einen Schwatz mit uns zu halten, war die Sache klar: Uns standen 8 Stunden Sonnenschein bevor. „Ich hätte gern einen Gin-Tonic, bügeln Sie mir bitte die FAZ von übermorgen auf und zum Dinner entscheide ich mich für den Fasan.“ Naja so ähnlich auf jeden Fall.

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Endlich standesgemäß Reisen

Als wir nach Umsteigen dann in Cairns landeten, floß uns sofort der Saft in die Stiefel. Wenn Asien heiß war, war Cairns richtig heiß. Also schnell zur Mietwagen Station um unsere weiße Präzisions-Lenkwaffe von Toyota abzuholen und in das links geleitete Verkehrssystem einzutauchen. Am Hotel dann der Schock. CHINESEN. Als ich nach dem langen Tag in Richtung Rezeption schlurfte, um mir für 5 australische Dollar 20 Sekunden Internet zu kaufen, nahm ich bereits das vertraute Hochziehen mit anschließender Erleichterung wahr. Spuckende Chinesen. Wie in einer Folge „The Walking Dead“ grasten im Vorzimmer des Hotels ein Rudel von ca. 20 Asiaten durcheinander und drängelten, rafften und spuckten in trauter Einkehr vor sich hin. Ich nahm meine Beine in die Hand um schnell Nadi zu warnen, doch ich kam zu spät. Bereits von Weitem hörte ich ein lautes und angewidertes „Bäh“, was von unserer Terrasse herüber kam. Sie waren also auch schon hier. „Weißt du wer eben in den Pool gerotzt hat?“ empfing es mich. „Ja, Chinesen. Ich hab sie auch gesehen und uns bleibt nicht mehr viel Zeit.“

Seitdem fährt unser Toyota ein Rennen gegen die Zeit und chinesische Touri-Busse. An Land passen wir unsere Ziele den Touren an. Wir schnappen uns also die Angebote aus den Hotel-Lobbys und fahren sie mit dem Mietwagen nach, allerdings zeitversetzt. Touren auf dem Wasser sind ohnehin kein Problem, da H2O ein natürlicher Feind des Chinesen zu sein scheint, so waren wir bisher auf den Whitsunday Inseln und dem Great-Barrier-Reef sicher. „Chinesen gehen nicht so gerne ins Wasser und in die direkte Natur“ sagte uns die australische Führerin auf dem Tauchboot im Riff, „Sie buchen meist die Glasboden Tour und bleiben unter sich“. Und tatsächlich, am Anleger gegenüber lag die Arche Mao vor Anker. Ein dreistöckiger Motor-Katamaran, vor dem eine nie enden wollende Schlange Spucker stand. Mitten drin standen zwei Europäer – die armen Seelen, aber wir konnten nichts mehr für sie tun. Langsam fuhren wir aufs offene Meer hinaus und überließen sie ihrem Schicksal…

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Im Riff, am Riff und ums Riffs herum

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Schildkröten, Clown-Fische und blonde Seegurken

Die andere Volksgruppe hier sind Deutsche. Überall Deutsche. In Supermärkten, in Parks und auf Touren sowieso. In einem Supermarkt habe ich 40 gezählt, was relativ einfach war, denn nur wir Deutschen stehen vor der Schnäppchen Ecke und versuchen, das fast abgelaufene Brot oder den Joghurt, der schon nicht mehr in der Kühlung steht, für einen Dollar zu schießen. Naja eigentlich standen da nur 39, denn eine von uns zog ihre nie endenden Streifzüge durch die Regale um ihren Trieb nachzugehen: Dem Hunger. Die Rede ist von: Der Magnani. Ich kenne meinen Kumpel, Reise- und Lebenspartner jetzt schon 9 Jahre, aber noch nie ist mir ihr Appetit so deutlich bewusst geworden. Sie isst immer. Wären wir ein Zoo, müsste ich mir überlegen, ob ein Magnani im Unterhalt überhaupt wirtschaftlich ist. Denn wenn sie nicht isst, denkt sie darüber nach, wann sie wieder essen kann. Es müssen 5 Mahlzeiten am Tag sein (3x groß, 2x Snacks), sonst gibts ein riesen Hallo. Wenn eine Mahlzeit ausfällt oder irgendwie schief geht (Portion zu klein, zu scharf, nicht schmackhaft, etc…), muss die folgende Mahlzeit dies wieder wettmachen (“ Heut hab ich mir aber ne Vorspeise verdient“). Geschmack steht dabei an zweiter Stelle, da Restaurants und Gerichte nach Größe der Portionen ausgewählt werden. Wir zuckelten also wieder mal über eine nie enden wollende Straße im Nichts als Nadi fragt „Soll ich mal fahren? Ich möchte dich entlasten“. Blick aufs Navi: Abbiegen in 44 Kilometern, schnurrgerade Strecke, kaum Verkehr und der chinesische Reisebus muss noch Kilometer hinter uns sein- was soll passieren? Wir tauschen also. Nach 5 Minuten ertönt die Stimme erneut: „Wenn ich schon fahre kannst du mir wenigstens ein Brot schmieren und ein paar Früchte geben“. Entlastung also. Katrin, Doris … war das Mittags immer so?

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Möwen und Nadi wollen gefüttert werden

Das war bisher schon fast alles was sich zu erzählen lohnt. Wie gesagt, wir werden faul. Gerade sitzen wir in einem Appartement in Airlie Beach, können endlich mal wieder selbst kochen und haben Blick aufs Meer. Neben Gin-Tonic und Guinness, gibt es Bratkartoffeln mit Ei und Gurke. Das richtige Abendessen für 34 Grad im Schatten. Als Überraschung habe ich Nadi noch ein besonderes Schmankerl mitgebracht. Der Fernseher hat nämlich einen USB Anschluss und ich kann endlich auf meine Videothek zurück greifen, die ich auf meinen USB-Stick stets bei mir führe. In der Abendvorstellung heute: Bud Spencer in „Der Dicke in Mexico“. Die Sonne geht langsam vor unserem Balkon unter und es ertönen Klänge von sich prügelnden Menschen in TV. Glücklich.

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Down-Under mit Klasse

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Paronella Park (Danke Haik)

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Dschungel Wasserfall

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Grillen am Strand

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Weit und breit weiß, inklusive uns ...

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Nur wir, Flecken auf der Kamera und Hitze

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Unser Dampfer ins Inselglück

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Wenn ich nicht aufgepasst hätte, wäre ich fast mit dem seltenen heimischen Wald-und Wiesen Vielfraß zusammengestoßen.

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Bye Bye Asien

Unsere letzten Tage in Kambodscha haben wir mit einem Besuch in Siem Reap abgeschlossen, um die berühmte Tempelanlage Angkor zu besichtigen – mit dem Fahrrad. Ich hatte gelesen, dass man das jetzt so macht und dies ein wunderbarer Weg ist, die Tempelanlage zu besichtigen. Die fragenden Blicke unseres Tuk Tuk Fahrers, der uns vom Bootableger ins Hotel brachte, hätte mich stutzig machen sollen. Bootableger? Jupp, wir sind mit einem „Schnellboot“ von Pnomh Penh nach Siem Reap gefahren. Aus den versprochenen 5 Stunden wurden allerdings 8! Das man sich auf Zeitangaben hier nicht verlassen kann, sollten wir gleich zwei Tage später wieder schmerzlich erfahren. Zum Glück hab ich einen der zwei Schattenplätze auf dem Boot ergattert, indem ich einen Engländer mit den Worten „Excuse me, can I sit there, I am not such a sun person“ verscheucht hab. Der Platz war super, von hier aus konnte ich allen Leuten beim Verbrennen zusehen inklusive neidischer Blicke nach besagten 5 Stunden..

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Nächsten Tag also ab aufs kambodschanische Fahrrad! 6 Stunden und 40 km bei 31 Grad später unter Schmerzen wieder abgestiegen inklusive Sonnenallergie auf den Beinen (durch die Hose) mit der Erkenntnis: Vorher recherchieren, wie weitläufig Tempelanlagen sein können und ob man gefühlt der einzige Idiot ist, der sich nicht mit dem Tuk Tuk fahren lässt. Abends haben wir noch Siem Reap unsicher gemacht, der bisher touristischste Ort in ganz Kambodscha! Alle sind sie da: Jung, alt, mit Kindern, ohne Kinder, mit Manieren und ohne…

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Nächsten Tag sind wir dann wieder mal in den Bus gestiegen nach Bangkok, mit der Zeitangabe 6 Stunden! Es wurden 12! Die Fahrzeit war nicht das Problem, es waren die thailändischen Grenzbeamten, unsere voll beknackte Bustruppe (dusselig und langsam) und ein unfassbar unorganisierter Prozess beim Grenzübergang durch das Busunternehmen. Auch diesen Tag konnte ich wieder mit neuen Erkenntnissen abschließen: 1. Immer, wirklich immer zumindest ein Snickers für lange Wartezeiten dabei haben, alleine schon für den Beziehungsfrieden. 2. Im Warten bin ich nicht so gut – vor allem nicht auf fremde Menschen!

Wenigstens durfte ich an dem Abend noch eine Deutsche kennenlernen, die offensichtlich noch gar keinen Blick in einen asiatischen Reiseführer riskiert hat. Sonst hätte sie den Taxifahrer, der ihr gerade versucht hat zu erklären, dass die ganze Innenstadt wegen der Demonstrationen gesperrt ist, nicht gefragt, warum er denn jetzt so laut schreit (hat er nicht) und sich so aggressiv verhält, das fände sie jetzt nicht in Ordnung. Oh oh, niemals, wirklich niemals einen Thai verbal angreifen oder in Diskussionen verwickeln. Das empfinden die als Gesichtsverlust und werden schnell handgreiflich! Knaller!! Hab das Ende leider nicht mehr mitbekommen, weil wir nett und freundlich einen Preis ausgehandelt haben mit unserem Taxifahrer, der uns seelenruhig die Lage zu den Demonstrationen erklärte. Aufgrund dieser konnten wir uns Montag leider nicht die wichtigsten Attraktionen Bangkoks ansehen. Ich hab mich meinem Schicksal ergeben, hab meinen Herzbube am Pool gelassen und bin Shoppen gegangen. ICH hab ja noch alle meine Kreditkarten… Mittwoch starten wir dann noch mal einen Versuch, werden Asien dann am Donnerstag hinter uns lassen und machen uns auf nach Australien!

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Karma-Rennen: Es steht übrigens im Karma-Unglück-Rennen 4:0 für Chrischi, da er sein neues Cap aus Chicago so gut im Bus versteckt hat (leider nicht in seiner Unterhose), dass sich jetzt ein Kambodschaner drüber freut.

Das habe ich sonst noch gelernt:

– Es scheint auf der ganzen Welt gleich zu sein: Frauen haben in Ihren Taschen von Nackenkissen, Sonnenschutz, Wasser etc. alles dabei und Männer sind im Verlauf des Tages Nutznießer davon und haben am Ende das Nackenkissen und das ganze Wasser aufgetrunken.
– Elefanten können nur 10 % ihres Eigengewichts (3000kg) tragen und haben einen ganz sensilen Rücken, daher sollte man nicht zu zweit auf sie steigen in diese Sitzkörbe.
– Unser Mückennetz habe ich in ganz Asien nicht einmal gebraucht.
– Man wollte uns einen 2 Dollar-Schein als Rückggeld andrehen, haben diesen aber zurück gegeben, da wir nicht glaubten, dass es so einen Schein gibt. Kurze Recherche: Gibt es doch, ist allerdings ganz selten in Umlauf, daher doch wahrscheinlich gute Entscheidung, dass Ding abgelehnt zu haben. Das Papier hat sich auch komisch angefühlt…

P.S.: Wir freuen uns übrigens auch über E-Mails von zu Hause mit den neuesten Geschichten.

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Karma-Rennen.

Nach Schädelbruch (fast), Lebensmittelvergiftung (fast) – wurde mir jetzt auch noch die Kreditkarte geklaut und jemand gönnt sich für 589,16 EUR in Da Nang, Vietnam, ein schönes Leben. Ich hoffe die Klamotten aus dem „Megabrand Jeans Store“ passen noch nach dem Besuch im „Lucky Café“ und der Übernachtung im „Riverside“.

Die Folge: Man hat mir soeben unehrenhaft die Bauchtasche abgenommen und mich aus den finanziellen Diensten entlassen. Jetzt bin ich nur noch der Touri mit dem Rucksack und der Kamera …. mal gucken wie lang ich die noch hab.

Im Karma-Unglück-Rennen steht es jetzt also 3:0 für mich gegen Nadi.

Gott sei Dank waren wir heute mit einem ehrlichen Tuk-Tuk Fahrer an der „Lucky Buddha Statue“ in Bangkok und haben für Glück nen Rauchstab angekokelt. Leider stellte sich heraus, dass es nicht die offizielle „Lucky Buddha Statue“ war, sondern irgend ne gelbe Figur bei jemanden in der Garage, wie mir Google gerade sagt. Als wir dem Tuk-Tuk Fahrer dann auch nicht mehr zur Klamottenfabrik folgen wollte, eskalierte die Situation und wir haben uns im Streit getrennt. Die 40 Bath hat er behalten. Viel Spaß mit den 92 Cent du Arsch…

Jetzt erstmal nen Schnaps.

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Elefanten – oder so ähnlich…

Dieser Bericht wird von meiner Seite etwas kürzer oder zumindest nicht so informativ ausfallen – aber dazu später mehr. Der Grund warum wir gerade so viel schreiben liegt darin, dass wir sehr viel durchs Land reisen. Auf ner Karte sinds nur ein paar hundert Kilometer, aber da es hier keine Bahnstrecken und nur Flughäfen für Propeller-Maschinen gibt, sitzen wir im Bus…schon wieder. Fairerweise sollte man sagen, dass es auch meist keine Strassen gibt, aber dass soll hier keinen stören. Busfahren hingegen bedeutet Zeit mitbringen, 9 Stunden um genau zu sein, denn so lange dauert die Fahrt nach Sen Monorum, der Heimat der Elefanten.
Hier gibt es das Elephant Valley Projekt, ein Projekt in dem Elefanten, die misshandelt oder nicht-artgerecht behandelt wurden, wieder in den Dschungel ausgewildert werden. Dschungel? Schon wieder? Ja, Dschungel – schon wieder! Wir beide kommen also nach 9 Stunden Fahrt, im filmreifen Sonnenuntergang der Ost-kambodschanischen Bergregion an und waren voller Vorfreude was noch kommen soll. Und es kam noch was, zumindest für mich.

Die Vorfreude ist auch dadurch bedingt, endlich den Bus verlassen zu dürfen, denn stundenlang sind wir durch die eiskalte Folklore-Hölle gegangen. Die Lüftungsregulierung der Klimaanlage im Bus war kaputt und es gab nur die gnadenlose Eiszeit-Stufe bei voller Windgeschwindigkeit – zugegeben, ein Kontrast zu den sommerlichen 35° Außentemperatur. Wir mussten uns also mehrere Kleidungsschichten überziehen, wodurch sich Nadi in einen sunnitischen Freiheitskämpfer verwandelte. Ein anderes Problem war das Board-Entertainment. Neun unendliche erscheinene Stunden lang, liefen traditionell kambodschanische Folklore Videos in Endlosschleife, selbstverständlich auf höchster Lautstärke und dargeboten von farbenprächtigen Barden. „Sorry, kann man das vielleicht ein bisschen leiser machen? Das ist sehr laut“, fasse ich mir ein Herz und frage den Busfahrer. „Haha, no no“ entgegnet dieser. Natürlich nicht. Nur als er wenig später kurz telefonieren will, scheint es wie durch Zauberhand wieder zu funktionieren. Busfahrer, Prüfer und Fahrschullehrer sind wohl auf der ganzen Welt alle gleich.Die Landschaft ist aber alle Mühe wert und wirklich wunderschön hier draussen.

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Nadi als Widerstandskämpfer

Es gibt auch noch ein Video aber das Hochladen dauert hier ewig. Kommt aber noch.

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9 scheiß Stunden

An der Pension angekommen, erwartete uns ein Traum aus Holz – Rundum Holzvertäfelung – um genau zu sein, inklusive eines Badezimmers geschmückt mit der Sekundärbehaarung des Vormieters. Aber sanitäre Anlagen sind ja eher Magnani’s Problem, da ich mich hier eh nicht lang aufhalten werde. So der Plan.

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Holz in der Hütte

Dem guten Gastgeber rasch zur Küche gefolgt, in dem der Koch (der auch schon unser Taxifahrer war) bereits unser Abendessen zubereitete, etwas Small Talk und dann wieder aufs Zimmer – schließlich wollen wir morgen früh zu den Elefanten. Ich war gerade beim Lesen als ich ein lautes Quicken aus dem Bad vernahm. „Da ist eine Spinne“. Augen rollend warf ich meinen Schlafsack zur Seite, klopfte Nadi noch wohlwollend jovial auf die Schulter und setzte zum „Ach Schatz, soll der Mann im Haus ma….. heilige Scheiße“ Was da im Bad saß war keine Spinne sondern ein Tier. Alles was größer als eine Kinderfaust ist und ich mit meinem Schlappen höchstens verwirren kann, darf ich hier in einem hoch buddhistischen Land bestimmt nicht töten. So meine Ausrede. „Zieh hier jetzt bloß kein Männer Ding durch Schliecker, sondern lass uns einfach jemanden holen“ kam es von links. „Kein Problem, mein männliches Selbstwertgefühl opfere ich gerne für das Ding da, hol den örtlichen Henker und lass es uns zu Ende zu bringen“.

Ich hatte den Koch-Taxifahrer erwartet, aber es kam sein 12 Jähriger Sohn. Natürlich. Als der Lütte die Hütte betrat, saß ich betont lässig auf dem Bett, die männliche SportBild in der Hand und wies mit einem Nicken zum Ort des Verbrechens. Die Schreie und Schüsse aus dem Bad muss ich wohl verpasst haben, aber jedenfalls kam er wenig später mit der Leiche an mir vorbei und hat sie im Dschungel entsorgt. Nadi saß danach wie eine Eule auf ihren Bett und starrte in alle Ecken…pah Frauen, das bisschen Spinne…

In der Nacht weckte mich dann mein Magen. Bitte nicht. Ich hatte bereits die Peking Ente in China dank Willenskraft in mir gehalten aber diesmal würde es einen Exorzisten bedürfen. Ich bin im Kopf kurz meine Optionen durchgegangen. Es gab keine. Da wir uns entschlossen haben, diesmal leicht zu reisen und unser Gepäck im Hotel in Phnom Penh zu lassen, haben wir auch Nadis Reiseapotheke dort gelassen. Diese Reiseapotheke beinhaltet jedes Heilmittel der westlichen Medizin und wir könnten damit vermutlich sogar am offenen Herzen operieren – nur leider trennen uns neun Stunden Folklore Bus von ihr. Ich war also auf mich gestellt…naja eigentlich habe ich bereits gekniet als mir diese Gedanken durch den Kopf stiegen, denn egal wie eklig diese Toilette war, jegliche Form von Scham hatte der Sohn des Gastgebers ohnehin schon zusammen mit der Spinne hier im Bad getötet. Es wurde hässlich.

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Rollentausch: Mein Nemesis

Als der Wecker um 6 klingelte, lag ich frierend und halb tot auf dem Bett – an Elefanten nicht zu denken. Da ich Nadi aber nicht alleine gehen lassen wollte, habe ich mich angezogen, „frisch“ gemacht und bin ihr zum Bus gefolgt, der uns zum Treffpunkt bringen sollte. Natürlich lag dieser Treffpunkt neben einer Garküche, in der gerade wieder irgendwas zubereitet wurde, was meinen Magen in Lauerstellung brachte. Mir brach kalter Schweiß aus und ich musste Nadi davon überzeugen, ohne mich zu den Dickhäutern zu fahren. Im Gedanken, dass mir etwas Bewegung und frische Luft gut tun würde, machte ich mich alleine auf den Rückweg. Ein Irrglaube, denn 50 Meter weiter kniete ich bereits wieder am örtlichen Kreisel. Schleppend erreichte ich die Pension, in der ich den heutigen Tag in wundervoller Dunkelheit verbringen würde. Ich kaufte noch eine asiatische Red Bull Variante und eine Cola. Wem Energie fehlt, der braucht Energie – ganz klare Gleichung.

Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber dieser No-Name Energy Drink war definitiv die falsche Wahl. Ich lag im Bett und mein Herz hämmerte wie das einer Spitzmaus mit Todesangst. Als Nadi spät am Abend heim kam, lag ich noch unverändert an der gleichen Stelle und starrte ins Dunkel. Gott sei Dank hat sie mehr Grips als ich, kaufte Wasser und peppelte mich soweit reisefertig auf, damit ich die Reise im 9-Stunden-Folklore-Bus zumindest körperlich überstehen konnte. Denn es ging schon wieder zurück nach Phnom Penh. Tolle drei Tage.

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Mein Verließ

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Nadis Tag: Elefantenwaschen

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Nadis Tag: Elefantenwaschen

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Bla bla bla: Immer noch Nadis Tag

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Das könnte ich auch stundenlang machen

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... Elefanten...schon wieder

Kategorien: "Weltreise" | 4 Kommentare

Saigon-ara Vietnam

Nachdem wir die grüne Hölle Zentral Vietnams hinter uns ließen und uns erfolgreich Richtung Küste durchgeschlagen haben, erwarteten uns die Überbleibsel des Taifuns, der sowohl Hue als auch Hoi An verwüstet hatte. Nach einer 6 stündigen Autofahrt und der vergangenen Nacht in der Scheune in den Knochen, war uns erstmal nach einem schönen Zimmer und leckeren Abendessen zumute. Leider konnten wir nicht noch eine Nacht im Pepperhouse bleiben und somit am Vollmond Fest teilnehmen. Was ein Vollmond Fest ist? Haben wir unseren Gastgeber auch gefragt. „Well its full moon and we kill a fucking chicken – thats it“ Der Mann verdient seine eigene MTV Show.

In Hue trafen wir durch Zufall wieder auf die Gruppe Polen aus der Halong Bucht. Ob es wirklich Zufall war oder ob das Desinfektionsmittel des polnischen Sauberkeitsfreaks, Nadi einfach nur unterbewusst angelockt hat, wer weiß. Da wir am nächsten Tag wieder ne Tour vor uns hatten, gabs nur schnell was zu essen und dann endlich wieder ein Zimmer mit richtigen Wänden und einer Toilette mit ohne Reis. Bei Zimmerpreisen von 20 Eur für 4Sterne inkl. Frühstück mussten wir auch nicht lange überlegen. Saß ich am Vortag noch unter Wellblech beim Frühstück, konnte ich mir jetzt schon wieder heißen Kaffee und ein Gewinner Frühstück inkl. Omlett schmecken lassen. Skurril.

Vor der Tür wartete bereits unser privater Fahrer, der uns über den Wolkenpass in das ca. 3 Std. entfernte Hoi An bringen sollte. Wir haben uns dazu entschlossen den Flieger nach Saigon zu nehmen und weiter südlich unser Wetter-Glück zu suchen. Hotel, Fahrer und Flug lagen so ca. bei 70 Eur pro Person – dafür krieg ich in Hamburg nicht mal nen Taxifahrer zum Flughafen inkl. Lächeln.

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Der Wolkenpass

Am Flughafen wurde es dann wieder speziell. „Ihr Flug nach Saigon um 16Uhr wurde gestrichen, wegen Plan Änderungen. Sie können morgen fliegen oder mit Glück heute Nacht um elf, vielen Dank für ihr Verständnis“. Fassungslosigkeit. Das ist so der Punkt, an dem unsere kleinen Reisegruppe ihre individuellen Stärken ausspielen muss. Ich sehe mich gerne in der Rolle des verständnisvollen, freundlichen Reisenden, den nichts aus der Ruhe bringt. Hier aber brauchen wir die Blonde und schwerere Geschütze. Ich passe also auf die Koffer auf, während Nadi ihrem Handwerk nachgeht. Anstatt um 16Uhr fliegen wir nun also schon um 12Uhr ab und das Geld für die „nicht erstattbaren“ Tickets haben wir auch wieder in der Tasche. Hut ab. Da es allerdings wieder ne Weile braucht, bis ich Nadi zurück auf Betriebstemperatur habe, hat sie Gott sei Dank nicht gesehen, dass sie so eben in eine Maschine der Cambodian Ankor Airlines gestiegen ist. Puh. (Anmerkung Nadi: Die Maschine gehört Cambodian Angkor Airlines, wird aber von Vietnam Airlines betrieben)

Saigon verlief ohne nennenswerte Besonderheiten eher ruhig. Die Stadt ist wesentlich westlicher als Hanoi, was sich allerdings nicht auf den Verkehr auswirkt. Ohne U- und S-Bahnen zwängen sich auch hier zu jeder Tag- und Nachtzeit tausende an Roller-Fahrern durch die Innenstadt und pfeifen dabei galant auf Verkehrsregeln. Ob über Bürgersteige, gegen die Verkehrsrichtung oder bei Rot, das possierliche Rollerfahrer-Männchen kennt in seinem quirrlichen Lebensraum ausser Bussen keinen natürlichen Feind. Fußgänger erinnern einen hier an das 80ger Jahre Atari Spiel „Frogger“, allerdings im höchsten Level. Auf dem Video sehen wir einen Fußgängerübergang – und wir haben Grün.

(Video folgt)

Wie immer hatten wir daher schon bald wieder die Nase von der Großstadt voll und entschieden uns für eine Reise ins Insel Paradies Koh Rong. Auf der Insel im Süden Kambodschas gibt es noch das Robinson Feeling mit Bungalows direkt am Strand, so die Bewertung bei Tripadvisor. Na dann aber die Badehose eingepackt und los. Nach der 12 stündigen Busfahrt (!) über Stock und Stein, mit viel Gehupe und noch mehr Zwischengas, waren wir auch schon da und stiegen paralysiert, aus dem vollkommen überladenen Minibus in Sihanoukville. Weitere 3,5 Stunden mit einem Fischerboot trennten uns jetzt nur noch von unserem Ziel, aber dafür war es heute schon zu spät. Also rein ins Nachtleben Sihanoukvilles und schnell wieder raus, denn hier wechselt DNA noch illegalerweise ihren Besitzer. Alte Männer mit blutjungen Khmers und Hotelschilder („Bitte bringt keine minderjährigen Prostituierten mit aufs Zimmer“) zeichneten hier schnell ein Bild des Ortes, wo Bier noch 50Cent und Frauen 10 Dollar für die Nacht kosten.

Zurück zum eigentlichen Plan. Robinson Schliecker – jetzt! Endlich sollte ich mein Piraten Abenteuer bekommen. Logbuch: Es ist Stunde drei unser endlosen Odyssee über die unbarmherzige See. Zeit hat hier seine Bedeutung verloren und Minuten verrinnen unaufhörlich im Nichts. Wenn nicht bald Land in Sicht kommt, weiß ich nicht, wie lange die Mannschaft noch durchhält. Erste Unruhen werden laut und wir haben weder Proviant noch Wasser übrig. Die Angst vor Skorbut ist allgegenwärtig, denn wir haben bereits Männer verloren. Gute Männer.

OK, die Männer waren eigentlich ne polnische Reisegruppe, die wir so eben abgesetzt haben und nun endlich fast auf unser einsamen Insel sind. Es ist auch nicht ganz Robinson, sondern eher ne Folge „Lost“, denn neben uns gibt es noch Plätze für 10 weitere Hobby-Piraten. Auch das mit dem Bungalow am Strand hat nicht ganz so geklappt, da sie bei der Reservierung einen Fehler gemacht haben und unser Bungalow bereits weiter vermietet haben. Da standen wir nun mit langen Gesichtern und kurzen Hemden und mussten uns entscheiden: Noch ne Nacht in Porno-Ville oder ab auf die Insel ins Mehrbett Abenteuer?

Abgesehen von diesen Umständen, war es aber der absolute Kracher. Wir waren tatsächlich Stunden von der Zivilisation, ohne Strom, ohne Wifi und ohne westlichen Komfort im Paradies. Sowohl Strand als auch Dschungel waren derartig groß für 6 Pärchen, dass wir uns häufig nur abends sahen und jeder seinen Fleck Bucht alleine hatte. Täglich oder alle zwei Tage kam ein Versorgungsboot und brachte Lebensmittel, Wasser und was man sonst so wollte. In der Haupthütte wurde für uns gekocht und man saß dort abends bei einer Tasse Bier zusammen und hat zusammen Kniffel gespielt oder gelesen. Da es keinen Strom gab, nur etwas Licht durch die Solar Speisung, war es überall zappenduster im Dschungel und man musste sich mit Taschenlampen den Weg zum WC oder dem Schlafsaal bahnen. Die Wege waren nicht angelegt sondern eher kleine Pfade. Das war zugegeben aufregend. Auch die Toiletten waren aufregend, denn es gab nur ein Wasserloch mit Brunnenwasser. Direkt unter freien Himmel konnte man also Wasser schöpfen und sich damit duschen (Übergießen trifft es eher) oder mit dem Wasser seinen Toiletten-Vorgang abschließen. Der Phantasie sind hier keine Grenze gesetzt – den Möglichkeiten aber doch.

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Blaue See, rotes Boot, weiße Füße

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Waschen im Meer beim Sonnenaufgang

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Bald ist sie gar

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Unsere eigene Bucht

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Nicht unser eigener Bungalow

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Internationales Kniffel Turnier

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Nadis Nemesis

Bereits morgens um 8 war es hier heiß wie Friteusenfett und wir lagen schwitzend am Meer. Zeit für ne Erfrischung. Kenny, seines Zeichen Handwerker, Musiker und eben auch Tauchlehrer schlägt sich so mit Gelegenheitsjobs durch die Welt und arbeitet gerade hier am „Lonely Beach“ als Zimmerer, um einen neuen Bungalow zu bauen. Mit ihm ging es raus zum Schnorcheln. Ich bin dem durchtrainierten und braun gebrannten Rüden also zum Strand gefolgt. Als ich so neben ihn stand, weiß wie Elfenbein, hab ich mich noch gefragt, ob ich zum Schnorcheln nicht doch besser ein Shirt anziehen sollte oder zumindest etwas Sonnencreme auftrage. Wenn sogar Briten sich eincremen, ist das ein Zeichen was man nicht ignorieren sollte.. Ach was, mit vollendeter Eleganz schwang ich mich in die Wellen. Abends saßen dann die Deutschen, Schweizer, Engländer und ein neues Indianer Pärchen (Nadi und ich) am Tisch, bereit für eine neue Runde Kniffel. Scheiß Sonne.

PS: Ohne Tollwut Impfung stelle ich mich hier jeden Tag tödlichen Abenteuern und fürchte weder Tod noch Teufel. (Nur Nadi)

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Hier verarsch ich nen Affen uuuuuund ...

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... hier greift er mich an

Kategorien: "Weltreise" | Ein Kommentar

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