„Weltreise“

Finale. 20 letzte Fragen an Nadi

1. Welches Land bleibt Dir in bester Erinnerung?
• Australien und Japan

2. Dein peinlichstes Erlebnis?
• In dem 5 Sterne Hotel in Macau nach einem Foodcourt (also quasi nach einer Kantine) fragen und darauf verwiesen werden, dass es die Sternerestaurants auf den jeweiligen Stockwerken verteilt sind
• Nase putzen im japanischen Restaurant
• Elektrische Zahnbürste im Pappwände-Roykan-Schlafhaus in Japan anschmeißen

3. Dein witzigstes Erlebnis?
• Immer wenn Chrischi neue Karma Punkte gesammelt hat

4. Welche neuen Eigenschaften und Macken hast du am jeweils anderem kennen gelernt?
• Seine Nervosität, wenn er das Gefühl hat, dass er in Zug, Fähre etc. keinen anständigen Platz bekommt. Das ging so weit, dass wir 45 Minuten vor Zugankunft schon am Bahnsteig sitzen mussten, für den Fall, dass sich Schlangen bilden.
• Neu war es zwar nicht, aber ich hab dazu gelernt, an welchen Plätzen er überall Sachen hin verstecken/verlegen kann und versuche derzeit, mir diese zu merken
• Wie wenig Lebensmittel ein Mann seiner Statur braucht und das er fettige Lebensmittel liebt, aber nicht verträgt
• Das er gerne alles auf eine Karte setzt (Casino) und 2 Sekunden vorher seine Meinung noch ändert (Casino, Restaurant)
• Wusste ich zwar auch schon, in der Intensität war es aber neu: Egal wo wir sind, nach 5 Minuten Gespräch liegen die Leute Chrischi zu Füßen und unterhalten sich quasi nur noch mit ihm mit strahlenden Gesichtern, während ich quasi hinter seinem Rücken über jede Schulter springe, um Aufmerksamkeit buhlend, es aber auch eigentlich lassen kann
• Das er auf der anderen Seite kein Gespür dafür hat, wenn sich Hotelangestellte oder andere Dienstleister nicht die Bohne dafür interessieren, wie toll er ihr Land findet, er sie aber trotzdem dicht labert.

5. Was war der nützlichste Gegenstand, den du dabei hattest?
• Chrischi

6. Was war der unnützeste Gegenstand, den du dabei hattest?
• Mückennetz und 3x Mückenspray (keins ist leer, gehen alle wieder mit nach Hause)

7. Wo war das beste bzw. schlechteste Preis-/Leistungsverhältnis?
So eine Frage kann nur Chrischi beantworten, achte ich nicht drauf

8. Was waren die Top3 Erlebnisse für dich?
• Sylvester in Sydney
• 20km Wanderung über einen Vulkan
• Die Straßen von Hanoi, Saigon und anderen asiatischen Städten
• … und, und, und…

9.Die Top3 Orte, die du besucht hast?  
• Tokyo
• Sydney
• Diverse Tempelanlagen Asiens und chinesische Mauer

10. Was war dein Lieblingsereignis mit anderen Touristen?
• Tiefster Dschungel in Vietnam: Bustür geht auf, 4 Pärchen sitzen drin, davon drei deutsch.
• Grenzübergang Thailand als Gruppenevent, siehe Chrischis Beitrag
• Endlich aus Asien raus, im australischen Hotel angekommen und der erste asiatische Tourist rotzt in den Pool
• Es gab leider sooo viele lustige Sachen, das krieg ich hier nicht unter. Den Bock haben aber definitiv immer die Deutschen und Asiaten abgeschossen…

11. Was war dein ärgerlichstes Ereignis?
• Das ich nach Australien das erste Mal so etwas wie Farbe hatte und ich stolz zu Hause zeigen wollte, dass meine Haut das wirklich kann, mir dann aber Neuseeland alles wieder genommen hat durch das dortige Herbstwetter.

12. Meist benutzter Satz pro Land?
• China: „Igitt“ – Rotzen, Müll, Essen
• Japan: „Das ist sooo sauber hier“
• Vietnam/Kambodscha: „Kommunismus ist so scheiße“ und „Dieser ganze Plastikmüll…“
• Australien: „Was für F…&!?@…er“ – neidisch bezogen auf deren Reichtum an Badestränden, Sonne, Lebensqualität
• Neuseeland: „So ein Camper ist doch ganz cool“ und „Hätt ich da keine Lust zu…“ – Leute die bei dem Regenwetter und 0 Grad im Zelt übernachten

13. Welche 3 Sätze hast du am häufigsten vom anderen gehört?
• „Wo hab ich eigentlich xyz“ = dann haben wir noch eine Chance, es zu finden, wie z.B. den Kindle in der Mikrowelle oder den Stadtplan in der Unterhose
• „Xyz hab ich schon lange nicht mehr gesehen“ = dann ist es für immer verschwunden, wie aktuell seine zweite Mütze auf dieser Reise, DREI Objektivdeckel für die Kamera oder die Kreditkarte
• „Mundwinkel, Bonnie“ = ich wurde so oft darauf hingewiesen, dass meine Mundwinkel immer nach unten hängen und ich entsprechend unglücklich/ärgerlich aussehe, dass wir uns im letzten Viertel der Reise darauf einigen mussten, dass ich nicht mehr daran erinnert werden möchte/muss. Die Mundwinkel sind Veranlagung, definitiv nicht so gemeint, ich konzentriere mich dann nur. Bei meinem ersten Fototermin mit 9 Monaten waren die schon unten.

14. Was würdest du das nächste Mal anders machen?
• Weniger Zeit auf der Nordinsel Neuseelands verbringen, dafür mehr in Australien
• 6 Tage Japan anstatt 8 und Osaka streichen
• Von Pnomh Penh nach Bangkok fliegen

15. Welche Menschen haben bei dir einen bleibenden Eindruck hinterlassen?
• Der betrunkene Australier, der im Dschungel Vietnams wohnt
• Ein deutsches Pärchen, das 16 Monate um die Welt reist
• Ein schottisches Pärchen, das sich seine Zeit und Rente in Australien mit Haussitting vertreibt
• Die Chinesen im allgemeinen

16. Schönste/schlechteste Unterkunft?
• Schönste: Hotel in Macau und Christchurch, Appartement an Weihnachten in Byron Bay
• Schlechteste: Loch in Kambodscha bei den Elefanten

17. Was nimmst du an Erfahrung mit nach Hause?
• In jedem Land, in dem man ein Auto mieten und fahren kann, kann man jede Reise auch mit Kindern machen
• Wandern macht mehr Spaß als gedacht
• Bei der Luft-, Land- und Meeresverschmutzung Asiens können wir uns noch so anstrengen – sie bringen uns ja doch alle um
• Ich bin fähig zu Panikattacken: In der einen Höhle, in der wir uns Glühwürmchen angeschaut haben, bin ich auf halber Strecke ja zurück geblieben, da ich keine Lust hatte, durch hüfthohes Wasser zu waten. Ich wollte eigentlich auf die Jungs warten, stehe also in einer stockdunklen Höhle, nur mit Taschenlampe bewaffnet. Schock 1: Meine elektrische Zahnbürste fängt in meiner Tasche an zu vibrieren. Schock 2: Schaue mit der Taschenlampe so herum, als ich unter mir im Wasser eine aalige Gestalt mit einem riiiesigem Kopf sehe, die sich gerade unter einen Stein zurückzieht. Mehr braucht es nicht.. So schnell ist noch keiner die 150 Meter zurück aus der Höhle gestolpert unter Schnappatmung und den Tränen nahe, dabei leicht umgeknickt und im Wasser gelandet inkl. blauer Flecke, aber trotzdem wieder das Licht der Welt erblickt. Als die Jungs zurück waren, die Contenance behalten, und als ich mit Chrischi dann alleine war, alles noch mal durchlebt
• Wenn ich alt bin, möchte ich ehrenamtlich im Koalahospital arbeiten oder Housesitter in Australien werden, wie das 60+ Pärchen aus Frage …

18. Dein Fehlkauf im Urlaub?
• Eine dünne, leichte Bluetooth-Tastatur für das iPad, damit ich die Blogeinträge besser etc. schreiben kann – 2x benutzt
• Diverse Cremes zur Selbstbehandlung des Ausschlags
• Flip Flops, mit denen ich nicht laufen kann, weil irgendwie zu groß
• Bikini, kurz bevor ich in Australien nicht mehr ins Wasser durfte und dann in Neuseeland wegen der Kälte auch nicht mehr konnte…
19. Lieblingsessen auf der Reise?
• Indisch, Sushi, Chips

20. Worauf freust du dich am meisten zu Hause?
• Familie und Freunde
• Babys
• Hochzeiten
• Brot
…Punkt 2&3: nicht unsere 🙂

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Finale. 20 letzte Fragen an Christoph

1. Welches Land bleibt Dir in bester Erinnerung?
Ich glaube als Gesamtpaket hat mir Australien am besten gefallen. Die unfassbaren Strände, das Wetter, die Lebensart, die Natur, Surfen. Japan ist dicht dran, aber insgesamt war Australien einfach der Kracher.

2. Dein peinlichstes Erlebnis?
Ach da gabs ein paar… Ich glaube aber das war in der Casino-Stadt Macau. Als wir nach Tagen der Entbehrung (…) in dem Nobelbunker ankamen und uns bereits um 10 ohne mit der Wimper zu zucken ein Gin-Tonic eingeschenkt wurde, waren wir voller Vorfreude auf ein bisschen Glücksspiel und Luxus ganz aufgedreht. Ich hatte schnell die Lampen an nach dem ersten Drink und wollte ins Casino. Der Page, der an der Tür stand und sich dabei besonders weit und devot nach unten verneigte, hatte seine Hand dabei elegant ausgestreckt, um mir den Weg zu zeigen. Für eine Millisekunde dachte ich aber, er wollte cool abschlagen und hab ihn daher ein lautes High-Five spendiert. Sein Gesicht, das Gesicht aller anderen und das Geräusch, als ich ihm krachend in die vornehme Hand geklatscht habe waren super.

Außerdem war da noch ne Geschichte auf ner alten Fähre in Australien. Ich musste auf Toilette und hab die Herren-Abteilung ganz vorne auf der Ladefläche gefunden. Etwas Gedanken verloren machte ich mich an der Tür zu schaffen, die wohl etwas zu klemmen schien. Aus dem Grund riss ich mit Gewalt daran und die Tür sprang schließlich auf. Vor mir saß eine junge Frau auf der Toilette und sah mich schockstarr an. Vor Schreck bekam ich die aufspringende Tür nicht mehr zu fassen und sie knallte komplett auf und verhakte sich dabei etwas. Als wäre dies nicht genug, befand sich das WC eben ganz vorne auf der Ladefläche frontal zu allen geladenen Fahrzeugen, die dort noch voll besetzt parkten und warteten bis sie aussteigen konnten. Jeder starrte uns an. Ich erwischte die Tür schließlich, knallte sie schnell zu und drehte mich höflich weg. Da ich wirklich musste, blieb mir nur übrig auf sie zu warten und mich noch einmal zu entschuldigen, während sie mit hoch roten Kopf an mir und allen anderen vorbei schlich.

3. Dein witzigstes Erlebnis?
Ich mochte den Typen, in dessen Scheune wir in Vietnam gepennt haben. Ich hab noch nie jemanden so viel fluchen, trinken und lästern hören – und ich war bereits in ein paar üblen Kneipen in Irland. „Fucking rain. If its not going to stop, all fucking Vietnamies will die, just because they cant fucking swim. Why should they? All they do is working. And if they have an hour or two where they are not fucking working, they definetly dont want to learn something they dont have time for. I could teach them, but I wont. I’m lazy. Fucking rain“.

4. Welche neuen Eigenschaften und Macken hast du am jeweils anderem kennen gelernt?
Der nie enden wollende Appetit und ihre Paranoia was Sicherheit angeht. Jede von mir geschlossene Hotel oder Autotür wurde überprüft, ob sie tatsächlich geschlossen ist. Sobald irgendwas von Wert länger als ne Minute im Hotelzimmer lag, wurde es im Safe verschlossen. Sogar die Zahnbürste wurde versteckt, aus Angst, die Reinigungskraft würde sich über unser Zimmer ärgern und etwas mit der Bürste anstellen. Danach habe auch ich die Zahnbürste versteckt. Eklig so was.

5. Was war der nützlichste Gegenstand, den du dabei hattest?
Tragbares WLAN. Ich weiß, viele Fragen sich, warum man im Urlaub nicht mal ohne kann, aber auf Reisen ist es einfach super praktisch. Hotelzimmer buchen, Routen und Touren planen und und und. Super günstig und einfach praktisch. Ach ja – und die Kühlbox.

6. Was war der unnützeste Gegenstand, den du dabei hattest?
Die Rucksäcke. Nie, aber auch wirklich nie dachte ich: „Na Gott sei Dank haben wir keinen Koffer“. „Wir sind ja keine richtigen Reisenden wenn wir keine Rucksäcke haben“, war der Gedanke. Also haben wir nen 90 Liter Rucksack und einen „kleinen“ 70 Liter Rucksack besorgt. Nadi nimmt den Großen und trägt den Kleinen, ich mache es anders herum. Ich glaube ab Kambodscha wurden die Karten dann neu gemischt. Ich behalte den kleinen Rucksack zwar, trage aber dafür beide. Schließlich sind die Dinger verdammt schwer und unhandlich. Wenigstens bleibt die Kleidung in so einem Rucksack dafür schön knittrig und man kommt an nichts ran. Ab Australien hatten wir dann ein Mietwagen und die Biester wurden überhaupt nicht mehr bewegt. Scheiß Dinger.

Außerdem haben wir noch ne riesen Reise-Apotheke mit, die niemals benutzt wurde (Das bisschen Bepanthen für mich ausgeschlossen) und ich bin sicher, irgendwo ein Mücken Netz gesehen zu haben.

7. Wo war das beste bzw. schlechteste Preis-/Leistungsverhältnis?
Schlecht: Nichts wird jemals wieder meine 240 Euro Reinigung toppen. Wie gesagt, hätte ich mir einfach die T-Shirts und Unterwäsche neu gekauft, wäre es billiger gewesen.
Gut: Pony-Poo für $1. Fast geschenkt.

8. Was waren die Top3 Erlebnisse für dich?
Da gabs viele aber ich nehme mal die prägendsten:
Den abenteuerlichen Besuch der chinesischen Mauer
Silvester in Sydney
Alpin-Wanderung

9. Die Top3 Orte, die du besucht hast?  
Tokio. Einfach krass
Byron Bay. Schönste Zeit in Australien.
Macau. Das La Vegas Asiens war schon beeindruckend und witzig. Außerdem will ich nicht nochmal Australien nehmen.

10. Was war dein Lieblingsereignis mit anderen Touristen?
100% der Deutsche an der thailändischen Grenze. Ich glaube, dass ich noch nie eine dümmlichere Person kennen gelernt habe. Wir sind ein Bus mit 30 Leuten, die von Kambodscha über die Grenze nach Thailand wollen. Der Veranstalter kümmert sich um Visa/Pässe/Einreise/Gepäck – als alles. Geplante Dauer der Reise: 6 Stunden. So der Plan.

Wir werden vor dem Grenzübergang aus Kambodscha aus dem Bus gelassen, sollen zum Zoll gehen (auschecken) und uns danach geschlossen vor der thailändischen Grenze treffen, wo wir unsere Papiere bekommen und dann die Grenze passieren. Hinter der Grenze warten 28 Leute in der sengenden Hitze. 2 Leute fehlen. Der Veranstalter wird nervös, wo sind die anderen? Tod? Verhaftet? Nach 40!!!!!!!!! Minuten kamen die beiden Vermissten langsam angeschlendert. Rosa Hemd, baby-blaue Hose und ne Gran-Canaria-Kappe auf. Der Gesichtsausdruck veriet, dass diese Person ohne nennenswerte Kernkompetenz ausgestattet wurde und vermutlich nur aus Haut und sinnloser DNA bestand. Sie dachten, wir sollten vor der Grenze zu Mittag essen und haben daher ne lange Pause gemacht. Bitte wer hat schon mal von ner Tour gehört, die befiehlt: „Leute, es ist jetzt ganz wichtig dass ihr satt seid für die kommenden Aufgaben. Bitte geht und esst zu Mittag!“ Die Stimmung der anderen war milde ausgedrückt, gereizt. Also weiter.

Nein stopp, die Frau der beiden muss jetzt ganz dringend auf Toilette. „Sonst geht nix“, verriet sie mit einem Lächeln. Wieder warten. Als sie endlich zurück kommt (wieder langsam), fehlt Gran-Canaria schon wieder, der allen ernstes an einer Schlange ansteht, um sich nen scheiß Eis zu kaufen. Wir stehen in einem Grenzstreifen, es ist sehr heiß und er macht hier auf Ferien. Endlich kommt er auf Drängen des Veranstalters wieder und wir können zur Passkontrolle.

Die Passkontrolle findet in einem nicht klimatisierten Raum statt, in dem es zwei unfassbar lange Schlangen gibt, plus einer kurzen für Besitzer eines thailändischen Passes. Große Schilder deuten darauf hin, dass unser eins sich wohl oder übel an der langen Schlange anstellen muss, an dessen Ende ein sehr grimmiger thailändischer Beamte in Seelenruhe die Pässe kontrolliert. Wir 30 stehen also in der Schlange und müssen stundenlang warten. Wir 30? Nein, wir 29. Denn Gran-Canaria steht in der kürzeren Schlange für Einheimische an. Gütiger Himmel, wenn er nicht bald herüber kommt, müssen wir wieder warten. Schließlich wird auch unsere Schlange nicht kürzer. Gewitzt dreht er sich rum und grient uns an. „Clever, was? Hier gehts viel schneller“ ruft er Frau Gran-Canaria zu. Ja clever. Wenn schon nicht das übergroße Schild „Nur für Bürger aus Thailand und Kambodscha“ ihn überzeugt, dann doch bitte wenigstens die Tatsache, dass er der einzige Nicht-Asiate in der Schlange ist. Eine Schalter-Beamtin wird auf ihn aufmerksam und geht herüber. Jetzt diskutieren sie, wobei er immer wieder grinsend an seinem scheiß Eis schleckt. Recht schnell zeigt sich, wer bei der Diskussion der Chef an der Schippe ist. Die Beamten lässt sich nicht überzeugen und er schlurft schulterzuckend zurück ans Ende unser Schlange. Mit satten 3 Stunden Verspätung kommen wir schließlich in Bangkok an.

11. Was war dein ärgerlichstes Ereignis?
Die verpatzten Flüge nach Neuseeland inklusive Auswirkung auf Hotel und Mietwagen. Das hat die Planung schon verzerrt und uns Zeit, Nerven und Geld gekostet. Sonst hab ich mich eigentlich selten geärgert. Reibungsloser kann eine Reise nicht laufen.

12. Meist benutzter Satz pro Land?
China: Igitt.
Japan: Ich kann nicht glauben wie sauber das hier ist. Toll.
Hong Kong: Die haben hier echt nur Edel-Boutiquen
Macau: Ich kann uns alles wieder zurück gewinnen.
Vietnam: Ich hab mir den Kopf gestoßen.
Kambodscha: Ich glaub ich muss spucken.
Thailand: Meinst du das ist ein Kerl?
Australien: Die Sonne ist hier echt ziemlich heftig.
Neuseeland: Also wenn die Sonne weg ist, wird es echt kalt.

13. Welche 3 Sätze hast du am häufigsten vom anderen gehört?
– Lass uns mal überlegen, wo hast du es denn zuletzt gehabt?
– Asiaten!
– Könnt nen kleinen Snack vertragen.

14. Was würdest du das nächste Mal anders machen?
Weniger Neuseeland, mehr Wärme. Die exotischen Länder haben mich einfach mehr fasziniert. Neuseeland und ich wurden einfach nicht grün miteinander.

15. Welche Menschen haben bei dir einen bleibenden Eindruck hinterlassen?
Achtung, sehr subjektiv (wie alles hier)
Positiv: Japaner. Was für ein bescheidenes und freundliches Volk. Bis auf den Taxifahrer, der mich geschlagen hat. Engländer: Waren fast ausnahmslos witzig und freundlich.
Negativ: Chinesen. Ich weiß auch nicht, irgendwie ein fremdes Völkchen für mich. Außerdem, die ständig meckernden – meist deutschen – Touristen, denen man es nicht recht machen kann.

16. Schönste/schlechteste Unterkunft?
Am schönsten war unser Strand Haus in Byron Bay. Großes Kino. Am schlimmsten war das Hotel in den Blue Montains. Bereits der Slogan „Charme der 20ger Jahre“, hätte mich stutzig machen sollen. Es sah aus wie ein riesen Puppen Haus und hat auch so gerochen. Normalerweise fahren in so einem Hotel um Mitternacht, irgendwelche Gruselkinder auf nem Dreirad durch die Flure und tyrannisieren die Gäste. Vielleicht guck ich auch einfach nur zu viele Filme.

17. Was nimmst du an Erfahrung mit nach Hause?
Ich verehre indisches Essen und versuche lockerer zu werden. Weniger Stress, mehr gute Laune. Klingt zwar wie ein Hippie, aber das sind meine Vorsätze. Außerdem habe ich viel gelernt und von der Welt gesehen. Genau wie es der Plan war.

18. Dein Fehlkauf im Urlaub?
Ein Body-Board (1x benutzt) und eine Stirntaschenlampe (0x benutzt).

19. Lieblingsessen auf der Reise?
Indisches und vegetarisches Essen. Außerdem das Steak in Christchurch. Vielleicht sollte ich vegetarisch streichen.

20. Worauf freust du dich am meisten zu Hause?
Brot. Bett. Familie und auch ein bisschen auf den Alltag….

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3,2,1 …

Noch dreimal schlafen, dann ist es soweit. Unsere fahrbare Deutschland Flagge ist wohl so eine Art Berühmtheit, denn egal auf welchem Platz wir auftauchen, wild fremde Menschen liegen sich vor Freude in den Armen und Kassiererinnen werfen mit Wechselgeld. So ähnlich zumindest, denn immerhin zeigt man auf uns oder starrt uns einfach nur stumpf an. Ich werde diese Aufmerksamkeit vermissen und überlege tatsächlich schon vor der WM im Sommer mir die Deutschlandfahnen fürs Autofenster zu besorgen. Heute bricht daher unsere letzte Nacht im Camper an und ich freu mich direkt darauf, noch einmal in der Embryo-Stellung bei gefühlten -10 Grad die Morgensonne herbei zu sehnen. Insgeheim bin ich ein Wohnwagen-Freund geworden und finde das Leben auf der Straße prima, nur etwas wärmer dürfte es sein. Heute Nacht haben Nadi und ich wieder wild an einem See gecampt und als ich früh morgens schlaftrunken aus dem Fenster lugte, um zu schauen wann die Sonne aufgeht, sah ich ne Gruppe Asiaten im eiskalten Nebelwasser. Wahrscheinlich habe ich mir nachts den Kopf wieder angeschlagen aber ich schwöre, da saß ne Frau im Wasser und hat zwischen den Enten ihre Wäsche gewaschen, während ein paar Meter weiter, Oma und Opa Chinese nur in Badesachen für ein Foto posierten. Das gibts in keinem Hotel!

Im Karma-Rennen liege ich immer noch hinten. Nadi musste zwar nochmal zum Zahnarzt und hat später den Camper in ein tiefes Schlammloch gesetzt, so dass wir nur mit Hilfe eines Abschleppseils und des örtlichen Halbstarken wieder raus kamen, aber ich werde wohl verlieren. Immerhin heilt meine Wunde am Schienbein, auch wenn die Narbe keine ruhmreiche Geschichte zu erzählen weiß, außer dass ich gegen ne simple Parkbank gerannt bin.

Donnerstag gönnen wir uns noch nen ganzen Tag Sydney und Sonne, bevor wir dann am Freitag Abend wieder in Hamburg landen. Die letzten Geschichten erzählen wir euch dann persönlich, auch wenn es noch einen finalen Bericht von uns geben wird. Anbei noch ein paar Fotos der letzten Tage.

N+C

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Franz-Josef Gletscher, österreichischer Abstammung

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Einer unser zahllosen Übernachtungs- oder Mittags Plätzchen

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Hier in der Steppe haben wir unsere Wanderung begonnen...

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...und waren irgendwann ganz oben. Allerdings wenig später auch klitsch-nass

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Der Weg in die Fjordlands

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In den Milford-Sounds

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Ich bin raus und wollte eins streicheln, dann wurde mir bewusst: Ich hab keine Tollwut-Impfung

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Berg Nummer hundert

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Hier hat Nadi die Karre beim Wildcampen im Dreck versenkt. Schön wars trotzdem!

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Wandern in der Heide

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In diesem See schwamm ein Asiate!

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Nadi beim Wandern

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Die Krombacher Insel

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Das ist ein Pott-Wal. Der Führer sagt, er wird oft gefragt ob es der Kopf oder der Schwanz sei. Es ist der Schwanz

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Von den Biestern gibts hier tausende. Das Bild ist für Silvi, Gia und Flo. Silvi und Gia weil sie Delfine mögen, für Flo, weil er gerne mit ihnen schwimmt.

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Unter deutscher Flagge

Camping… Mit Ausnahme vom Hurricane Festival war Camping nie so meine Geschichte. Wenig Platz, irgendwie immer nass und spätestens am zweiten Tag ist alles dreckig. Vorteil Hurricane, wenns ins Zelt geht sind ohnehin schon alle Lampen an. Um dem Camping Trott vorzubeugen, haben wir uns für ein Wohnmobil mit 4 Betten entschieden. Mehr Betten, mehr Platz. Einfache Gleichung. Im Grunde haben auch nicht wir uns für einen Wagen entschieden, sondern er für uns. Es gab (wenn man 4 Wochen im Voraus bucht) offensichtlich nur noch einen einzigen Camper in Neuseeland – und den sollten wir bekommen. Äußerlich – mit Ausnahme der deutschen Flaggen überall – tip top. Innen spiegelt er eher den verspielten Charme eines dänischen Westerns aus den siebziger Jahren wieder. Fahren tut er sich ähnlich, aber er läuft. Kurz, wär die Karre ein Wein, wäre es Sangria. Kein Genuß, aber er erfüllt seinen Zweck.

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An Aufklebern wurde nicht gespart. Ist dafür aufm Platz einfach zu finden

Die erste Fahrt mit dem übergroßen, buckligen Pummel sollte natürlich gleich im Feierabend Verkehr Christchurch’s stattfinden und darüberhinaus noch auf dem vielbefahrenen Parkplatz eines Supermarktes. Mag sein, dass ich zu vorsichtig bin, was das Fahren dieses Gefährt angeht, das genaue Gegenteil sitzt aber nur ne Armlänge von mir entfernt auf dem Beifahrersitz. „Ich glaub echt, dass ich das Ding easy fahren kann“‚ erklang es selbstbewusst von links. Man muss dazu sagen, dass Nadi auf der Straße eine latent aggressive Fahrweise pflegt. Nachdem sie in Schottland damals unseren Mietwagen aufgeschlitzt hat, in Flensburg ne eigene Abteilung beschäftigt und jüngst in Australien während ihrer 10 Minuten Fahrt, eine arme Frau südlich von Brisbane fast zur Witwe gemacht hätte, wurde ihr das Fahrrecht im Urlaub auf Lebenszeit entzogen. Vielleicht werde ich milde im Alter, vielleicht erhoffte ich mir im Ausgleich auch nur wieder die Gewalt über meine Bauchtasche und damit Finanzen… ich habe ihr die Schlüssel gegeben. Und bisher macht sie ihre Sache perfekt. Ich habe sogar gestern während ihrer Fahrt, als Beifahrer einen Moment kurz nicht auf die Straße geguckt. Ein echter Vertrauensbeweis.

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Anne kriegt mein Auto, Flo meine Alf-Tasse, Sven darf sich ...

Unser erster Abend als Camping-Neulinge war übersichtlich was Emotionen anging. Es war ein bisschen wie in Asien: Ein komplett neues Terrain und ich verstehe die Sprachen nicht. Jeder scheint hier eingespielt zu sein, kocht unisono Nudeln mit Tomatensoße und ohne Tracking Klamotten biste auch ein bisschen Außenseiter. Hinzu kommt Starkregen und Temperaturen um die 10 Grad, die mich ans Wohnmobil fesseln. Ich klettere also nach oben in meine Schlafbox und starre in den Regen. Ich hatte doch alles in Australien. Strand, 35 Grad, Surfen und 4 Wände. Jetzt hock ich bei Herbstwetter in nem siebziger Jahre Pornodrehort-Gefangnis und blas Trübsal. „Was machst du denn da oben?“ reisst es mich aus meiner Lethargie. „Ich trauere um Australien und die anderen Kinder hassen mich, weil ich keine North-Face-Klamotten habe“ blaffe ich zurück. Naja so schlimm war es nicht, aber als Nadi und ich an dem Abend in Winterklamotten auf diesem gruseligen Platz hockten, kam uns schon die Frage nach dem Warum. Also, warum machen wir das?

1. Weil der Campingplatz den wir uns ausgesucht haben, wirklich scheiße und damit die Ausnahme war. Die folgenden Plätze waren ein Traum. Direkt am Meer, an einem Bergsee oder tief im Wald. Dabei waren die Plätze auch nicht wie der erste, einem sowjetischen Parkplatz Gulag ähnlich angeordnet, sondern mitten im Grün. Wir sind immer noch nicht 100% eingespielt, kommen aber immer besser auf engsten Raum zu recht und mittlerweile gefällt es mir richtig gut. Was allerdings auch an Punkt 2 liegt.

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Der erste Platz glich eher nem Wohnwagen Gulag

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Der Platz am zweiten Tag war da schon wesentlich schöner. Hier sucht Nadi am Strand nach WLAN Empfang

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Platz 3 am Bergsee

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Unser Frühstückstisch auf Platz 4

2. Jeder Jeck ist anders. Es gibt Leute, die mögen Gyros auf Pizza oder lachen über Mario Barth. Ich mag zum Beispiel Bagels mit Frischkäse, Gurken und Soja-Soße, aber das gehört hier nicht her. Was ich sagen will ist, ich akzeptiere die Meinung Anderer, die die Nordinsel Neuseelands favorisieren. Verstehen kann ich es nicht. Nachdem wir jetzt ne knappe Woche auf der Südinsel gastieren und durch die Landschaften brausen, kann es für mich keinen Zweifel mehr geben. Die Südinsel ist der landschaftliche Hammer. Toskana, Heide, Berge, Wälder, Seen, Prärie und Gletscher – alles im Mix. Zum letztgenannten Gletscher musste uns allerdings ein Hubschrauber bringen… wer Nadi und ihre Flugangst kennt, weiß, welch Opfer das von ihr verlangt.

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Keine Ahnung mehr wo es war, aber das Wasser war besorgniserregend blau

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Jeder sollte nur das Notwendigste mitnehmen auf den Gletscher...

Morgen früh steht wieder eine Wanderung an, allerdings immer noch ohne Tracking Klamotten…

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On the road again…

Endlich wieder Diesel atmen. Gestern haben wir den Boliden abgeholt, heute stechen wir in See. 300.000 Kilometer Erfahrung auf dem Buckel, Handschaltung und Deutschlandflagge aufm Kühler, alles dabei.

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Die weiße Schönheit - dazu noch Nadi und der Camper

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Happy Birthday toooo meeeee…

…juhu, ich bin mit 12stündigem Anlauf in die 30 geschliddert und ich muss sagen: Gefällt mir!! Tatsächlich werde ich heute wirklich gerne 30, hätte ich vor der Reise nicht gedacht. Und das auch noch 36 Stunden lang, da mein Geburtstag in Neuseeland jetzt ja schon langsam vorbei ist und bei Euch gerade erst beginnt..

Ich hatte bisher einen feinen Tag mit ganz, ganz tollen Geschenken. An alle, die bisher durch Videos, SMS, Anrufe etc. an mich gedacht haben oder noch denken, vielen Dank!! Ich freu mich so sehr, dass ich heute den ersten Tag Heimweh hab auf der Reise. Um das jetzt schnell zu zerstreuen, gehen Chrischi und ich Essen.

Viele liebe Grüße aus Christchurch,
Nadi

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Fotos, Fotos, Fotos 2

Nachdem Nadi schon ein paar öde Mädchen Fotos gepostet hat, kommen hier jetzt die coolen Männer Fotos.

Wir haben uns ein bisschen dem Schicksal ergeben, von Sonne, Sommer und Strand Abschied genommen und sind ins wilde Outdoor Leben eingetaucht.

Rafting:

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Hier erfährt Nadi wo wir beim Rafting überall runterfahren ...

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... und hier fährt Nadi überall runter.

Höhle:
In Whangarei haben wir Freunde aus Hamburg besucht, die jetzt dort leben und uns mit tollen Tipps aus der Umgebung versorgt haben. Ein Tip war zum Beispiel die Glühwürmchen-Höhle. Diese Höhle führt tief in den Berg, ist sehr schmal, rabenschwarz, nicht besonders zugänglich und man muss durch hüfthohes, scheiß-kaltes Wasser waten. In der Mitte der Höhle, mussten wir Nadi leider zurück lassen, da es etwas zu bunt wurde und das Wasser immer weiter stieg. Mit Stirn-Lampe ausgestattet, sind Jan und ich immer tiefer in den Berg gekrabbelt und haben dabei meine Kamera plus Stativ mitgeschleppt, um dieses sagenhafte Foto zu schießen:

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Belichtungszeit, 30 Sekunden...

Wie man deutlich auf dem Foto sehen kann, ist es eine Höhle voll mit Glühwürmchen, die wie ein riesen Sternenhimmel leuchten. Absolut krass. Offensichtlich bin ich aber ein Scheiß-Fotograf, daher ein Foto von Google anbei:

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Rodeo:
Um den Tag männlich abzuschließen, waren wir beim Rodeo. Als Kind musste ich immer zu diesen sagenhaft langweiligen Pferdeveranstaltungen, wo Schwester und Mutter irgendwelche Spiele mit Pferden gemacht haben, an dessen Ende es dann bunte Schleifchen gab. Natürlich für alle, nicht nur für die Gewinner. Beim Rodeo wurden andere Seiten aufgezogen. Es gab Bullen und Pferde-Rodeo bis einer weint, Kälber wurden mit dem Lasso gefangen und gefesselt, Rinder vom Pferd angesprungen, festgehalten und dann nur mit purer Manneskraft auf den Boden gerungen. Testosteron also wohin das Auge reicht! Dazu kühles Bier und ehrlichen Staub, was für ein schöner Tag. Danke an Katha, Björn und Jan!

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Er sollte wenig später fürchterlich stürzen, weil keiner das wilde Pferd einfangen konnte, auch wenn die Sirene schon das Ende markiert hat.

Sonstiges:
Irgendwas ist hier los. In Asien habe ich mir ständig die Rübe gestoßen, hier lauf ich überall mit den Füßen gegen. Erst habe ich mir beim Surfen das Knie angeschlagen, dann bin ich so stark gegen einen Stein geschlagen, dass mein Zeh aufgeplatzt ist und jetzt bin ich gegen eine Parkbank genagelt und hab mir dabei das Schienbein aufgeschlitzt… die Karma-Rallye kann ich wohl bald vergessen.

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Scheiß Stein

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Scheiß Parkbank

Wenigstens bin ich nicht der Einzige. In einem Laden ist kurz vor uns eine Frau derartig stark gegen die Tür geknallt, dass ihre Nase nen dicken Abdruck auf dem Glas hinterlassen hat. Ihre Augen füllten sich mit Tränen und sie suchte vor Scham schnell das Weite. Gott sei Dank, denn wer Nadi kennt, weiß wie sie auf solche Dinge reagiert…..

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Minutenlanger Lach-Flash

PS:

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Super!

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Fotos, Fotos, Fotos

Es wurden mehr Fotos verlangt, hier kommen sie. Kurzes Update Karma-Rennen: Chrischi hat sich den Zeh blutig geschlagen = 8:2!

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Von Gelb zu Pink = 10 km abwärts, war anstrengender als hoch

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Auf dem Vulkan

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Die Erde kocht

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Im Land der Kiwis

Neuseeland. Wo fangen wir an? In Australien wurden wir mit einem Flug-Upgrade und 30° im Schatten begrüßt, Neuseeland empfing uns etwas reservierter. Durch Zufall haben wir noch in Sydney erfahren, dass eine der Fähren, die die Nordinsel mit der Südinsel verbindet, durch einen Motorschaden ausgefallen ist und den Verkehr dadurch stark eingeschränkt. Stark einschränkt heißt: Personen ja, Autos nein. Erfahren haben wir dies von einem englischen Paar in einem bayrischen Biergarten – aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zur Fähre. Dieser kleine Umstand und die Tatsache, dass wir unsere Flüge nicht umbuchen konnten, führte zu einer sehr abenteuerlichen Anreise:

1. Abflug Sydney nach Christchurch (Neuseeland). Zwischenlandung und Verspätung in Melbourne.
2. Ankunft Christchurch um 23:50 Uhr. Durch Sicherheitskontrollen, Kofferkontrollen, erneute Sicherheitskontrollen und noch einer kurzen Kofferkontrolle waren wir um 1:30 Uhr aus dem Sicherheitsbereich. Wovor hat der Neuseeländer Angst?
3. Ankunft Hotel: 1:50 Uhr
4. Abfahrt Hotel: 4:50 Uhr (Jepp, clever)
5. Abflug nach Auckland 6:30 Uhr
6. Ankunft Auckland 8:00 Uhr
7. Ankunft E-Mail, dass es Probleme mit dem Mietwagen gibt und wir ihn nicht in 30Minuten wie geplant, sondern gar nicht abholen können, 8:30 Uhr.
8. Mord Szenarien und mögliche Optionen im Kopf durchgegangen. Für Optionen entschieden.
9. Überteuerten Ersatz-Mietwagen zu fragwürdigen Bedingungen abgeholt.
10. Schnell zur Telekom gefahren um WLAN Karte für unser tragbares Modem abzuholen. Verkäuferin mit furchteinflößenden Schlangentattoo auf dem Unterarm ist untröstlich, aber leider würde unser bisheriges Modell nicht funktionieren, obwohl es baugleich ist, absolut identisch und vom gleichen Anbieter betrieben wird. „Warum? Ist so, Sie brauchen ein neues Modell.“ Neues Modell kostet 100$. Was solls, denk ich. Leg dich nie mit Idioten an, sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich mit Erfahrung. So auch diesmal. Modem gekauft.
11. Modem funktioniert nicht, 15 Minuten zurück gefahren. Verkäuferin hat uns aus Versehen falschen Code gegeben. Mord Szenarien wieder aufgenommen.

OK, wir haben einen etwas „zähen“ Start erwischt, aber jetzt würde es besser werden. Erster Eindruck: Ich vermisse meinen australischen Strand und das Wetter. Hier ist es etwas verregnet, kühler und die Strände sind eher rau, dafür muss man neidlos eingestehen, dass die Landschaft hier schon beeindruckend schön ist. Bevor wir aber losfahren, werden die Vorräte aufgestockt, schließlich haben wir es irgendwie geschafft, unsere Kühlbox mit in den Flieger zu bekommen. Im Supermarkt wird recht schnell klar, der Neuseeländer scheint eine kleine Naschkatze zu sein. Es gibt Regalereihen voll mit Cola, Limonaden und Energydrinks, aber nur zwei Sorten Wasser, welches hinten bei den Reinigungsmitteln gelagert wurde. Kostenpunkt, $19 Dollar pro Palette. Im Vergleich, ne Palette Cola kostet $12.

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Hier trohnt König Wasser

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Eine der drei Reihen Limonade

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Mietwagen und WLAN funktionieren...fast

Da Strand vorerst ausfällt, wird sich erbarmungslos auf die Natur-Schiene konzentriert. Erstes Highlight, das Hobbit Dorf aus „Herr der Ringe“ in Matamata. Das Mekka von Informatik-Studenten, die als Zauberer und Kobolde verkleidet die Nächte vor dem Computer verbringen. Aber, Irrtum! Das Dorf war der absolute Hammer und dazu noch interessant. Meister Jackson, der dies cineastische Meisterwerk Anfang 2000 produzierte, hat hier mächtig was losgetreten. Mein Highlight: Die Eiche. Da der Hobbit im Buch unter einer Eiche wohnt, es hier aber nun mal keine Eiche gibt, hat man einfach im Nachbarort irgend nen Baum gefällt, zersägt und am Set wieder aufgebaut. Jetzt fehlten noch Eichenblätter, die man hierfür kurzerhand zu hunderttausenden aus Taiwan bestellt hat und irgend eine arme Seele hat diese dann an den Baum gebunden. Das war 1999. Weil nun 2009 ein neuer Film der Reihe produziert wurde, der aber 60 Jahre vor dem ersten Teil spielt, kannste ja nicht wieder den gleichen Baum nehmen. Sieht doch jeder, dass der Baum nicht jung genug aussieht. Also den alten Baum abgerissen, nen Neuen hingestellt und das ganze sicherheitshalber gleich aus Plastik und Stahl gebaut. Problem, auch die alten Blätter sehen nicht jung genug aus. Schnell nen Trottel gefunden, der die Blätter noch in ein neues Grün malt und Zack, 1.8 Millionen sind weg. Dafür haste dann aber auch nen authentischen Baum für 30 Sekunden Film.

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Oben im Bild, die 1.8 Millionen Dollar Eiche

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Ein kleiner Ausschnitt des Dorfes

Highlight Nummer 2, der Mount Tongariri. Seit Tagen redet mein Co-Pilot von nichts anderem mehr, als dass sie endlich Wandern gehen möchte. Was liegt da für die erste Wanderung im Leben näher, als sich für die 20 Kilometer Alpin Bergwanderung auf knapp 2.000 Meter Höhe zum immer noch aktiven Vulkan zu entscheiden? Gehen können wir schließlich und ob wir das jetzt ein wenig länger und mit 900 Meter Steigung machen, kann doch nun wirklich kein Problem sein. Tracking Klamotten? Nur für Angeber. Verpflegung? Mein Gott, dann nehmen wir uns halt noch nen Nutella Brot mit, aber wir werden ja wohl auch nicht die vollen 7 Stunden brauchen, bis der Shuttle uns wieder am vereinbarten Treffpunkt abholt. Lieber noch nen Buch einpacken, falls ich zu lange auf den Bus zurück warten muss. Am Parkplatz wurde ich dann unsicher. Nadi und ich waren die einzigen mit Turnschuhen statt Wanderschuhen, Baumwoll-Kaputzenpullover statt Windjacken und dazu fragwürdigen Beinkleidern. Nadi trug Leggins, ich ne kurze Hose. Immerhin ne Regenjacke und etwas Wasser kamen noch in den Rucksack aber sonst sahen wir eher „anders“ aus, als die alten Wanderhasen um uns herum.

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Sie wackelt, aber fällt nicht

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Gipfel geschafft!

Machen wir es kurz, da ihr diesen Zeilen lesen könnt, haben wir überlebt. Aber um welchen Preis? Bin ich noch bis zum Gipfel stolz wie eine Bergziege geklettert, war Nadi eher ein kleines Maultier. Langsam, aber stetig. Störrisch, aber entschlossen. Was ihr an Kondition und Tempo beim Klettern fehlte, machte sie durch unnachgiebigen Willen wieder wett. Zwischendurch wurde sie sogar angefeuert, als sie mit eisiger Miene, Schritt um Schritt Richtung Gipfel marschierte. „Wo …. Nadi ist, …. ist …. vorne“ keuchte es aus dutzenden Kleidungsschichten hervor. Oha, na dann werden wir entweder die ersten Wanderer gleich überrunden oder vor uns sind noch etwa 100 Nadis. Aber unkaputtbar haben wir beide es auf den Gipfel geschafft und den Bus tatsächlich rechtzeitig erreicht. Im Hotel sind wir dann in eine traumlose Bewusstlosigkeit gefallen und während wir schliefen, muss jemand ins Zimmer geschlichen sein und mit nem Stock unnachgiebig auf meine Beine geprügelt haben. Anders sind die Schmerzen nicht zu erklären, die ich beim Aufstehen hatte. Gott sei Dank haben wir, bevor wir gestern zur Wanderung aufgebrochen sind, noch schnell ne Rafting Tour für den heutigen Tag gebucht…

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Kochendes Wasser im Schwefel-Tal

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Mal wieder Urwald. Das Zeug ist auch überall

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Zuhause dann mal wieder deutsche Küche. Die Würste waren allerdings aus Tofu

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Liebes Australien,…

…ich mag dich. Du bist hübsch und freundlich und machst es einem in vielen Angelegenheiten des Reisens sehr einfach. Zum Leben ist es bei dir sicherlich auch ganz fein – zwar nicht für mich, denn ich mag Dunkelheit und Regen, sprich Jahreszeiten. Mag meine Haut auch viel lieber. Die hat nämlich gar nicht gut auf dich, dein Klima und dein Wasser reagiert und mir gleich einen Ausschlag verpasst, der sich trotz Antibiotika weiter ausbreitet. Aber gut, wer ahnt denn, dass das Salzwasser hier zu warm zum Heilen ist und sich darin dann erst recht allerlei Bakterien sammeln.

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Blue Mountains

Ansonsten hab ich eine Menge von dir gelernt:

– Deine Trink- und Kneipenkultur hast du von den Briten, dein Essverhalten von den Amerikanern. Dafür gibt es in den Supermärkten mehr Auswahl für Vegetarier und Menschen, die Haferschleim mögen.

– Wlan/Internet scheint bei dir noch kein großes Thema zu sein, wenn du so viel Geld dafür verlangst, am liebsten 10 Minuten-Einheiten vergibst oder gleich überrascht antwortest „Sowas haben wir nicht“. Kein Ding, „SOWAS“ stürzt ja auch nur ganze Regierungen und ordnet Gesellschaften neu. Wenn du hier nicht aufpasst, überrennen dich die Asiaten (und nicht nur als Touristen) – die Gesellschaften mit dem freien Internet von heute sind die Wirtschafts-Gewinner von morgen. Sagt Nadi!

– Dein Sydney an Silvester ist so sagenhaft großartig, auch wenn nur 10 Minuten lang, aber in jedem Fall das absolute Highlight der Reise!

– Ich durfte 4 Wochen in deinem Land verbringen, ohne dass mir ein Hai, Quallen oder riesige Huntsman- Spinnen über den Weg gelaufen sind. Da war Asien viel schlimmer. Danke dafür.

– Links Auto fahren kannste behalten. Ist für mich ganz angenehm. Das kann ich nämlich nicht – denkt Chrischi jedenfalls. Musste allerdings erst sehr dicht an einen Trecker heranfahren (an der Beifahrerseite), um Chrischis Erinnerung an einen aufgeschlitzten Ford Ka in Schottland wieder aufzufrischen, um es mir so für die nächsten 4 Wochen auf dem Beifahrersitz gemütlich machen zu können.

– Für den Geiz meines Mannes warst du jeden Tag eine große Herausforderung. Auf Touren musste ich mich permanent betrinken, um die in den teuren Preis inbegriffenen Getränke wieder rauszuholen. Im Koala Hospital habe ich ungläubige Blicke geerntet, als ich 10 (!) Dollar in den Spendentopf getan hab; am liebsten wollte er sie mir aus der Hand schlagen. Und wehe, es wurde der Toast nicht aufgegessen. Eher wird er schimmelig gegessen, als dass man den einen Dollar verliert. Aus dem teuren Einkauf an Weihnachten von 200 Dollar haben wir „13 Mahlzeiten rausgeholt, morgens, mittags, abends, was nur 7$ pro Mahlzeit, pro Person macht“ (O-Ton Chrischi). Geiz- Freak! Zum Glück hat er mich dabei, die schon längst die Kreditkarte durchgezogen hat, während er noch wild den Benefit  durch Tagessatz rechnet.

– Wenn man nicht in einem Zelt oder im Auto pennt, ist man im Lieblingsland deutscher Abiturientinnen eher der Außenseiter. Ungläubig wurden wir gefragt, wenn wir denn nicht zelten, in welchen Mehrbettzimmer-Hostel wir denn schlafen. Hier bedurfte es wieder des Hinweises, dass wir 30 sind – mittlerweile oft und mit stolz gesagt – um zu vermitteln, dass wir zu alt für derlei Unsinn sind. Fakt ist, Chrischi mag es gern schön/sauber/gemütlich und hasst Mehrbettzimmer und Campen und ich muss nachts auf Toilette (ja, immer!). Konnte ihn trotzdem überzeugen, in Neuseeland einen Camper (mit Toilette) für die Südinsel zu mieten. Bin gespannt!

Das war es erst mal liebes Australien… Aber wir sehen uns wieder, ganz bestimmt.

P.S: Karma-Rennen. Auch wenn Chrischi mir für jeden Arm jeweils einen Punkt geben will, kann ich gar nicht mehr aufholen, da er sein Handtuch verloren hat und es somit 7:1 (bzw. 7:2) steht. Ha!

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Komisches Tier

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