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Saigon-ara Vietnam

Nachdem wir die grüne Hölle Zentral Vietnams hinter uns ließen und uns erfolgreich Richtung Küste durchgeschlagen haben, erwarteten uns die Überbleibsel des Taifuns, der sowohl Hue als auch Hoi An verwüstet hatte. Nach einer 6 stündigen Autofahrt und der vergangenen Nacht in der Scheune in den Knochen, war uns erstmal nach einem schönen Zimmer und leckeren Abendessen zumute. Leider konnten wir nicht noch eine Nacht im Pepperhouse bleiben und somit am Vollmond Fest teilnehmen. Was ein Vollmond Fest ist? Haben wir unseren Gastgeber auch gefragt. „Well its full moon and we kill a fucking chicken – thats it“ Der Mann verdient seine eigene MTV Show.

In Hue trafen wir durch Zufall wieder auf die Gruppe Polen aus der Halong Bucht. Ob es wirklich Zufall war oder ob das Desinfektionsmittel des polnischen Sauberkeitsfreaks, Nadi einfach nur unterbewusst angelockt hat, wer weiß. Da wir am nächsten Tag wieder ne Tour vor uns hatten, gabs nur schnell was zu essen und dann endlich wieder ein Zimmer mit richtigen Wänden und einer Toilette mit ohne Reis. Bei Zimmerpreisen von 20 Eur für 4Sterne inkl. Frühstück mussten wir auch nicht lange überlegen. Saß ich am Vortag noch unter Wellblech beim Frühstück, konnte ich mir jetzt schon wieder heißen Kaffee und ein Gewinner Frühstück inkl. Omlett schmecken lassen. Skurril.

Vor der Tür wartete bereits unser privater Fahrer, der uns über den Wolkenpass in das ca. 3 Std. entfernte Hoi An bringen sollte. Wir haben uns dazu entschlossen den Flieger nach Saigon zu nehmen und weiter südlich unser Wetter-Glück zu suchen. Hotel, Fahrer und Flug lagen so ca. bei 70 Eur pro Person – dafür krieg ich in Hamburg nicht mal nen Taxifahrer zum Flughafen inkl. Lächeln.

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Der Wolkenpass

Am Flughafen wurde es dann wieder speziell. „Ihr Flug nach Saigon um 16Uhr wurde gestrichen, wegen Plan Änderungen. Sie können morgen fliegen oder mit Glück heute Nacht um elf, vielen Dank für ihr Verständnis“. Fassungslosigkeit. Das ist so der Punkt, an dem unsere kleinen Reisegruppe ihre individuellen Stärken ausspielen muss. Ich sehe mich gerne in der Rolle des verständnisvollen, freundlichen Reisenden, den nichts aus der Ruhe bringt. Hier aber brauchen wir die Blonde und schwerere Geschütze. Ich passe also auf die Koffer auf, während Nadi ihrem Handwerk nachgeht. Anstatt um 16Uhr fliegen wir nun also schon um 12Uhr ab und das Geld für die „nicht erstattbaren“ Tickets haben wir auch wieder in der Tasche. Hut ab. Da es allerdings wieder ne Weile braucht, bis ich Nadi zurück auf Betriebstemperatur habe, hat sie Gott sei Dank nicht gesehen, dass sie so eben in eine Maschine der Cambodian Ankor Airlines gestiegen ist. Puh. (Anmerkung Nadi: Die Maschine gehört Cambodian Angkor Airlines, wird aber von Vietnam Airlines betrieben)

Saigon verlief ohne nennenswerte Besonderheiten eher ruhig. Die Stadt ist wesentlich westlicher als Hanoi, was sich allerdings nicht auf den Verkehr auswirkt. Ohne U- und S-Bahnen zwängen sich auch hier zu jeder Tag- und Nachtzeit tausende an Roller-Fahrern durch die Innenstadt und pfeifen dabei galant auf Verkehrsregeln. Ob über Bürgersteige, gegen die Verkehrsrichtung oder bei Rot, das possierliche Rollerfahrer-Männchen kennt in seinem quirrlichen Lebensraum ausser Bussen keinen natürlichen Feind. Fußgänger erinnern einen hier an das 80ger Jahre Atari Spiel „Frogger“, allerdings im höchsten Level. Auf dem Video sehen wir einen Fußgängerübergang – und wir haben Grün.

(Video folgt)

Wie immer hatten wir daher schon bald wieder die Nase von der Großstadt voll und entschieden uns für eine Reise ins Insel Paradies Koh Rong. Auf der Insel im Süden Kambodschas gibt es noch das Robinson Feeling mit Bungalows direkt am Strand, so die Bewertung bei Tripadvisor. Na dann aber die Badehose eingepackt und los. Nach der 12 stündigen Busfahrt (!) über Stock und Stein, mit viel Gehupe und noch mehr Zwischengas, waren wir auch schon da und stiegen paralysiert, aus dem vollkommen überladenen Minibus in Sihanoukville. Weitere 3,5 Stunden mit einem Fischerboot trennten uns jetzt nur noch von unserem Ziel, aber dafür war es heute schon zu spät. Also rein ins Nachtleben Sihanoukvilles und schnell wieder raus, denn hier wechselt DNA noch illegalerweise ihren Besitzer. Alte Männer mit blutjungen Khmers und Hotelschilder („Bitte bringt keine minderjährigen Prostituierten mit aufs Zimmer“) zeichneten hier schnell ein Bild des Ortes, wo Bier noch 50Cent und Frauen 10 Dollar für die Nacht kosten.

Zurück zum eigentlichen Plan. Robinson Schliecker – jetzt! Endlich sollte ich mein Piraten Abenteuer bekommen. Logbuch: Es ist Stunde drei unser endlosen Odyssee über die unbarmherzige See. Zeit hat hier seine Bedeutung verloren und Minuten verrinnen unaufhörlich im Nichts. Wenn nicht bald Land in Sicht kommt, weiß ich nicht, wie lange die Mannschaft noch durchhält. Erste Unruhen werden laut und wir haben weder Proviant noch Wasser übrig. Die Angst vor Skorbut ist allgegenwärtig, denn wir haben bereits Männer verloren. Gute Männer.

OK, die Männer waren eigentlich ne polnische Reisegruppe, die wir so eben abgesetzt haben und nun endlich fast auf unser einsamen Insel sind. Es ist auch nicht ganz Robinson, sondern eher ne Folge „Lost“, denn neben uns gibt es noch Plätze für 10 weitere Hobby-Piraten. Auch das mit dem Bungalow am Strand hat nicht ganz so geklappt, da sie bei der Reservierung einen Fehler gemacht haben und unser Bungalow bereits weiter vermietet haben. Da standen wir nun mit langen Gesichtern und kurzen Hemden und mussten uns entscheiden: Noch ne Nacht in Porno-Ville oder ab auf die Insel ins Mehrbett Abenteuer?

Abgesehen von diesen Umständen, war es aber der absolute Kracher. Wir waren tatsächlich Stunden von der Zivilisation, ohne Strom, ohne Wifi und ohne westlichen Komfort im Paradies. Sowohl Strand als auch Dschungel waren derartig groß für 6 Pärchen, dass wir uns häufig nur abends sahen und jeder seinen Fleck Bucht alleine hatte. Täglich oder alle zwei Tage kam ein Versorgungsboot und brachte Lebensmittel, Wasser und was man sonst so wollte. In der Haupthütte wurde für uns gekocht und man saß dort abends bei einer Tasse Bier zusammen und hat zusammen Kniffel gespielt oder gelesen. Da es keinen Strom gab, nur etwas Licht durch die Solar Speisung, war es überall zappenduster im Dschungel und man musste sich mit Taschenlampen den Weg zum WC oder dem Schlafsaal bahnen. Die Wege waren nicht angelegt sondern eher kleine Pfade. Das war zugegeben aufregend. Auch die Toiletten waren aufregend, denn es gab nur ein Wasserloch mit Brunnenwasser. Direkt unter freien Himmel konnte man also Wasser schöpfen und sich damit duschen (Übergießen trifft es eher) oder mit dem Wasser seinen Toiletten-Vorgang abschließen. Der Phantasie sind hier keine Grenze gesetzt – den Möglichkeiten aber doch.

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Blaue See, rotes Boot, weiße Füße

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Waschen im Meer beim Sonnenaufgang

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Bald ist sie gar

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Unsere eigene Bucht

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Nicht unser eigener Bungalow

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Internationales Kniffel Turnier

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Nadis Nemesis

Bereits morgens um 8 war es hier heiß wie Friteusenfett und wir lagen schwitzend am Meer. Zeit für ne Erfrischung. Kenny, seines Zeichen Handwerker, Musiker und eben auch Tauchlehrer schlägt sich so mit Gelegenheitsjobs durch die Welt und arbeitet gerade hier am „Lonely Beach“ als Zimmerer, um einen neuen Bungalow zu bauen. Mit ihm ging es raus zum Schnorcheln. Ich bin dem durchtrainierten und braun gebrannten Rüden also zum Strand gefolgt. Als ich so neben ihn stand, weiß wie Elfenbein, hab ich mich noch gefragt, ob ich zum Schnorcheln nicht doch besser ein Shirt anziehen sollte oder zumindest etwas Sonnencreme auftrage. Wenn sogar Briten sich eincremen, ist das ein Zeichen was man nicht ignorieren sollte.. Ach was, mit vollendeter Eleganz schwang ich mich in die Wellen. Abends saßen dann die Deutschen, Schweizer, Engländer und ein neues Indianer Pärchen (Nadi und ich) am Tisch, bereit für eine neue Runde Kniffel. Scheiß Sonne.

PS: Ohne Tollwut Impfung stelle ich mich hier jeden Tag tödlichen Abenteuern und fürchte weder Tod noch Teufel. (Nur Nadi)

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Hier verarsch ich nen Affen uuuuuund ...

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... hier greift er mich an

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Viet Nam Teil 1

Sweet Lord, was waren das für Tage. Nachdem ich Macau trunken vor Habgier und Hoffnung, von nun an jeden Tag arbeitsfrei mit einem Glas Schaumwein beginnen zu können, gerade noch eben bei +-0 verlassen habe, kam auch schon Vietnam und der Taifun Haiyan.

PS: Nochmal zurück zur Wäsche: Ich habe offiziell mehr für die Reinigung meiner Wäsche bezahlt als für das Hotel und den Flug nach Hong Kong. Manche der T-Shirts waren sogar im Kaufpreis niedriger als die Reinigung. Dafür wurden die Stücke wieder original verpackt.

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Meine 240 Eur Wäsche

Zurück zur Reise und dem Taifun. Wir mussten in Macau in die Schnellboot Fähre steigen, um die tosende See in Richtung Hong Kong Airport zu überqueren. Der Kapitän muss mit einem gesunden Gottvertrauen in seinen Dampfer ausgestattet gewesen sein, anders ist es nicht zu erklären was ihn dazu bewegte, sein Boot immer und immer wieder mit Volldampf in die Wellen zu werfen. Unter Deck herrsche dementsprechend Beerdigungsstimmung, als die Türen vom Sturm aufgeworfen wurden und das Schiff hin und her schleuderte. Nur die beiden Kinder von der Waterkant saßen jauchzend am Fenster um sich das Naturschauspiel anzuschauen und hätten glücklicher nicht sein können „Pah, diese Landratten, das muss das Boot abkönnen“.

Nur einen Wimpernschlag später saßen wir bei der gleichen Windstärke im Flieger nach Hanoi und irgendwie war es dann nicht mehr so lustig… Der ganze Flieger lag schnarchend in seinen Sitzen, nur die beiden Kinder von der Waterkant krallten sich blutleer an ihre Sitze und machten ihren Frieden mit Gott. Mit der chinesischen Gleichgültigkeit ausgestattet, hat unsere Nachbarin es sich dann auch gleich so richtig gemütlich für die Landung gemacht – nämlich liegend. Bis zum Gate lag sie schnarchend neben uns.

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Locker für die Landung ausgestreckt

Hanoi
Da wir, um 360 EUR zu sparen, anstatt 2 Std. den ganzen Tag unterwegs waren (…), kamen wir dann gegen Mitternacht in Hanoi an. Während der Taxifahrer mit verantwortungsvollen 240kmh durch den nächtlichen Verkehr Hanoi’s schnitt, konnten wir uns schon ein ungefähres Bild der hiesigen Verkehrsregeln machen. Im Straßenverkehr zählt hier das kommunistische Kollektiv – bedeutet, jeder darf mitmachen und das am Besten gleichzeitig. Unser späterer Gastgeber hat es so erklärt: „The road is the fucking ocean and the strongest animal set the tone. Busses are fucking sharks, no one messes with sharks! Motorbycicles are colorfull fishes and fucking everywhere. You my friend are just a goldfish, no ones cares what you do. Just dont die“ Was ein Poet!

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Hanoi 1

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Hanoi 2

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Man sagt, Vietnamesen sind herzliche Menschen die gerne umarmen und knuddeln, auch in die Taschen. Daher haben wir uns früh für die modische Bauchtasche entschieden – nur für den Fall jemand könnte uns eventuell nicht für Touristen halten. Das ist natürlich Quatsch, weil wir beiden hier in Hanoi so auffallen wie bunte Hunde. Damit wir nicht auch noch bunte Hunde essen, haben wir uns diesmal für eine geführte Tour durch die kulinarischen Leckereien der Märkte entschieden und wurden belohnt. Die vietnamesische Küche ist wirklich vielfältig und lecker. Die Kuriositäten mal ausgenommen. Wir durften zusehen, wie am Bürgersteig einer vielbefahrenen Kreuzung frisch geschlachtet wurde, Schildkröten für den Verzehr gegart und aus nem Eimer Brackwasser mit Würmern und etwas Eiern, Pfannkuchen entstehen. Auch Hunde und gedämpfte Kuh-Häute waren auf der Karte. Wir haben uns dann für den Fruchtbecher entschieden. Auch lecker.

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Beim Grillen auf der Straße mit Amis und Aussis

Halong
Nach all den Städten der letzten Tage lag uns Landeiern der Sinn nach etwas Natur. Genau genommen Meer und Natur. Eine Schifffahrt in die Halong Bucht war also genau das Richtige um mal wieder die Seele baumeln zu lassen und sich den vietnamesischen Staub abzuklopfen. Zusammen mit 19 weiteren Menschen aus aller Herren Länder haben wir auf der Dragon Pearl angeheuert und stachen kurz darauf in See. Das besondere an der Dragon Pearl ist, dass nur sie und 4 andere Boote Zugang zu einem bestimmten Teil der Bucht haben und man dort alleine ist. Die anderen 640 Boote teilen sich den Rest.

Eine Gruppe freundlicher Polen saß neben uns und man geriet schnell ins Plaudern. Was meine Aufmerksamkeit erregte, war jedoch die Tasche, die mein Nachbar bei sich trug, denn sie war voll mit Hygiene-Artikeln. Sollte etwa … nein, dass kann nicht sein.

Als er aber auch noch den Deckel der Cola Dose vor dem Trinken misstrauisch beäugte und das Eis aus dem Glas kratzte musste ich einfach fragen. „Sorry, bist du etwa ein Freak?“ Und tatsächlich, ich hatte am anderen Ende der Welt wahrhaftig Nadis statistischen Zwilling gefunden. Sofort entflammte zwischen den beiden eine wissenschaftliche Abhandlung über mögliche Krankheitserreger, Übertragungswege und die besten Präventationsmaßnahmen. Dann allerdings wurden die Messer gewetzt, schließlich wollte man sehen wer der größere Hypochonder ist. Nadi konnte ganz klar mit ihrem Fachwissen über Bakterien und Krankheiten, Absturz-Quoten aller gängigen Airlines und ihrer Liste mit Schwerpunkts-Krankenhäuser punkten. Der Pole war jedoch hoffnungslos paranoid, vermied Melonen (“ Die nehmen das ganze schlechte Wasser von außen auf“), trinkt niemals aus bereits geöffneten Flaschen – auch nicht von Freunden – und desinfiziert sogar das Besteck. In Puncto Vorsorge waren zwar beide gleich auf, da er die Malaria Medikamente aber bereits nimmt und Nadi sie nur vorsorglich bei sich trägt, geht insgesamt das Rennen an unseren slawischen Nachbarn. Ein knapper Sieg gegen meine blonde Spinnerin. Ach ja, die Ausfahrt in die Bucht war dermaßen schön, dass ich sie sofort in meine Top 5 der schönsten Orte mit aufnehme.

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Kritisch ob es tatsächlich vegetarisch ist

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Unsere Koje

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Nadi wird erst am nächsten Tag merken, dass ich nicht gepaddelt habe

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Die Dragon Pearl

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Halong Bucht

Phong Nha
Nach der Halong Bucht sollte uns sofort der nächste Naturkracher Vietnams erwarten. Die Höhlen in Phong Nha. Zu erreichen über eine 10-stündige Eisenbahnfahrt Richtung Süden. Na denn. In Hanoi nochmal für kleine Mädchen, rein in die Koje und los geht die wilde Fahrt. So zumindest der Plan. Die Toiletten in der Bahnstation Hanoi kommen ebenfalls in eine Art Hitliste und ich sollte später noch oft an sie zurück denken. Nachdem ich die Lady vor der Baracke auf amtliche 2.000 Dong Eintritt runter handeln konnte (Startpreis 200000), durfte ich die Wohlfühl-Oase betreten. In der Tür schmiss mir ein Amerikaner noch ein „Enjoy what you paid for“ entgegen und schon schlich ich die Treppen in die Katakomben der Station herunter. Mich empfing ein beissender Urin-Gestank, der von einem Raum mit kaputten Fliesen und flackerndem Neonlicht ausging. Im Fernsehen hätte ich jetzt meine Waffe gezogen und im Hintergrund liefe leise Klaviermusik. An der Wand hingen nur Eimer und in der Mitte stand eine Tonne mit etwas, was Wasser gewesen sein könnte. Ich werde in Zukunft noch häufig von diesem „WC“ sprechen, da ich jetzt meinen persönlichen Vietnam-Flashback habe, aus dem ich nachts schweißgebadet erwache.

Die Zugfahrt war unspektakulär und für Menschen unter 1,60m bestimmt bequem. Ich habe mir pausenlos den Kopf gestoßen, als ich in Fötus Stellung liegend versucht habe, der Klimaanlage auszuweichen, die das Abteil auf kuschelige 10 Grad runter kühlte. Als der Wecker um 4:30 Uhr klingelte, damit wir unsere Station nicht verpassen, standen wir wie gerädert im Gang der dunklen Bahn. Auf dem Boden im Flur schlief der Schaffner der uns schlaftrunken aus rot-geäderten Augen ansah, als wir über ihn stiegen und bellte „one more hour, one more hour“. OK Freundchen, Punkt 1: woher willste wissen wo wir hin wollen und Punkt 2: du machst jetzt nicht den Eindruck als wärst du auf dem neuesten Stand und weißt, wann wir wo sein werden – wir warten besser hier! Eine Stunde später waren wir da.

Als wir mitten im Nichts aus dem Zug stiegen, riefen wir unseren Gastgeber an und dieser schickte uns einen Fahrer zur Bahnstation. Müde und frierend stiegen wir ins Auto und schon wieder stach uns Urin-Geruch in die Nase. Ach Jungs, ernsthaft? Nadi hat ihn sofort, angewidert und übermüdet, gedanklich das Trinkgeld gestrichen, auch wenn er noch versuchte mit beiden geöffneten Fenstern die Nummer zu retten. Später stellte sich heraus, dass als wir in der Bahn vor der Toilette auf unsere Station warteten, ich meinen Rucksack in – sorry – Pisse gestellt haben muss. Jedenfalls war es nicht der Wagen, sondern wir, die nach Urin stanken. Der arme Fahrer musste uns zwei Stinker nicht nur eine Stunde in die Wildnis fahren und den Gestank ertragen, sondern wurde dafür auch noch angefeindet. Hoffentlich hält er uns für Engländer.

Was dann kam, war fast ein wenig viel. Der Fahrer bog auf eine kleinen Hof und was wir sahen war – das:

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Das Pepperhouse

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Die Pepperhouse Küche

Anstatt wie erwartet eine gemütlichen Pension vorzufinden, landeten wir in einem Homestay, dem Pepperhouse. Homestay bedeutet, bei einer vietnamesischen Familie unter authentischen Bedingungen zu leben. Es war eine Scheune. In dieser Scheune schliefen neben der Familie noch vier weitere Gäste. Zudem gab es Hühner, Hunde und die Toilette war ein Plumsklo, neben dem ein Eimer Reis stand, den man nach seiner Notdurft einfach hinterher kippt. Unsere Gastgeberin Jhimy sagte, wir sollen uns doch noch 2 Stunden hinlegen bevor unsere Tour beginnt. Nach der letzten Nacht völlig erschöpft, stand ich irgendwo im Dschungel Zentral Vietnams im strömenden Regen vor einer Scheune und war fix und fertig. Mantra artig betete ich „Es wird schon“ vor mich hin, als ich – wie schon so oft – mit Schwung gegen die 1,50m hohe Steintür nagelte. So das wars diesmal, der Schädel ist gebrochen. Selbst wenn Nadi ne Spezialklinik in der Nähe kennt, werde ich es nicht mehr rechtzeitig schaffen. Da habe ich Fallschirmsprünge, Leben in Harlem und die Kochkünste von Nadi und meiner Schwester überlebt, um jetzt hier in Vietnam an einem Türrahmen zu sterben. Ich weinte still in mein Kissen. Aber wenn ich mit den 12$ für die Übernachtung hier das Leben der authentischen Familie nur ein wenig lebenswerter machen konnte, würde ich in Frieden gehen können.

10 Minuten später saßen wir am Frühstückstisch, trafen die anderen Gäste und freuten uns auf den Tag. Wir wanderten im Dschungel, schwammen in dunklen Höhlen tief in den Bergen, fuhren Kayak und stießen abends mit Rum auf den tollen Tag an. Später saßen wir noch am Lagerfeuer, tranken Bier mit dem australische Mann von Jhimy, aßen tolles Essen und haben wirklich unvergessliche zwei Tage im Dschungel erlebt. Dicke Empfehlung an das Pepperhouse!

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Kriegs-Highway 20

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Dschungel Pfad

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Größte Trocken Höhle Asiens

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Höhle

Da Hue und Hoi An vom Taifun mitgenommen wurden, gehts direkt nach Saigon – in die Ursuppe Vietnams!!! (Und in ein Hotel)

Wir haben noch tausend Fotos und witzige Sachen erlebt, aber irgendwie kommen wir nicht mehr zum Schreiben. Morgen machen wir nen Kochkurs und schauen uns mal Saigon näher an.

N+C

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Japan Finale

Auch wenn wir schon in Hong Kong sind, hat dieses großartige Land einen würdigen Abschluss verdient. Vielleicht auch weil wir jetzt in Hong Kong sind… denn auf dem chinesischen Festland sind wir nämlich wieder in der ostasiatischen Realität angekommen – aber dazu ein andern Mal.

1. Japan war, wie schon so oft beschrieben, wohl das sauberste Land in dem ich je war. Ich habe in den 8 Tagen weder Graffiti, noch Obdachlose oder gar Müll auf den Straßen gesehen. Auch was Körperhygiene angeht, seifen, desinfizieren und baden sich die Jungs aus dem Land des Lächelns nur so durch den Alltag. Mich wollten sie auf Grund meiner Tätowierungen aber zumindest beim Baden nicht dabei haben, da Tinte auf der Haut hier immer noch ein Zeichen von Spitzbuben und Gesindel ist. Dazu passend ist uns irgendwo auf der Straße so ein Typ vor die Kamera gesprungen, hat sein Hemd geöffnet, seine Tattoos gezeigt und irgendwas von Yakuza Mafia gebrabbelt. Gott sei Dank heirate ich bald in eine italienische Familie ein. Ich brauch hier einfach mehr Rückendeckung.

2. Tiere. Tiere mögen sie hier nicht nur auf der Gabel sondern vergöttern ihre Vierbeiner bis hin zur völligen Selbstaufgabe. Dutzende Kinderwagen, in denen Hunde wie Kleinkinder durch die Innenstadt geschoben werden, durften wir beobachten. Einen noch höheren Stellenwert aber scheinen hier Katzen zu haben. Angefangen mit der Verehrung der winkenden kleinen Katze, die mich schon mittags in Hamburg immer zur Glutamat Mahlzeit in meinen Stammasiaten hereinwinkt, bis hin zum absoluten Oberhammer. Wir haben ein Café gesehen, in dem man für ca. 8 EUR, eine Stunde lang mit den 24 (VIERUNDZWANZIG …. V-I-E-R-UND-Z-W-A-N-Z-I-G) Katzen spielen darf, während man seinen Kaffee und Kuchen genießt. Gegen Aufschlag darf man sogar alleine mit den Katzen sein. Nachdem was wir in dem Kaufhaus mit den Comic Schmuddelheftchen gesehen haben, will ich hier nicht tiefer in die asiatische Seele einsteigen. Fest steht, in Deutschland würden sie dir den Laden mit zwei dutzend Katzen in der Küche sicher dicht machen.

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3. Essen. Man kann den Amis vorwerfen was man will aber der Punkt für „Essen in Massen“ geht nach Japan. Es gibt hier ganze Straßenzüge, unterirdische Labyrinthe und Kaufhäuser (!) nur mit Restaurants. Wir waren in einem 8 stöckigen Kaufhaus, in dem in jeder Etage min. 12 Restaurants waren, nur um im Keller noch einen Foodmarket besuchen zu können und einen Supermarkt, der ebenfalls noch 2 Stockwerke tief in den Boden ging. Von diesen Kaufhäusern gab es dann drei nebeneinander. Auf den Märkten habe ich eine Auswahl an Tieren gesehen, die sogar Noahs Arche verlegen machen würde. Ich glaube, hätte ich nach Mensch gefragt, ich hätte ihn bekommen.

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4. HA!, wir Weißbrote sehen für die Asiaten auch alle gleich aus. Gerade als ich mich über die mangelnde Aufmerksamkeit der Japaner wundern wollte, mit der man mich in Peking so verwöhnt hat, kamen zwei Japanerinnen auf uns zu gelaufen. „Klar könnt ihr Fotos haben …“ wollte ich gerade gönnerhaft flöten, da legten sie auch schon los. „Mensch, wie klein die Welt ist, wir sind’s – von gestern. Ihr wisst doch noch“. Ne, sorry, noch nie gesehen – dass müssen die anderen Rundaugen gewesen sei. Tja, Vorurteile sind eben keine Einbahnstraße.

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5. Einkaufen. Der Japaner lebt den Konsum. Einkaufstempel an Einkaufstempel mit modisch top gekleideten Herren und Damen reihen sich hier aneinander wie Perlen an einer Kette. Da hier aber nicht nur die Möglichkeiten groß, sondern die Menschen auch klein sind, ist shoppen nicht ganz so einfach. Andere Größen und Bezeichnungen haben mich schnell davon überzeugt, mein Glück nicht in Textilien sondern in der Küche zu suchen. Nach einer fachkundigen Beratung in einer traditionellen Werkstatt für japanische Messer, wusste ich nicht mehr wie ich jemals Nudeln mit Tomatensoße ohne ein Ajikiri zubereiten konnte. Damit der teuerste Gegenstand meiner Küche auch sicher zuhause ankommt, habe ich das Teil schnell zur Post gebracht. Von den drei Versand Varianten habe ich mich dann natürlich für den billigsten Weg über Land entschieden, Dauer 3-4 Monate. Schließlich muss das Geld für das teure Messer ja irgendwo wieder rein kommen. Im Nachhinein wären die 9 EUR  Aufschlag für den versicherten Express Versand wohl die bessere Wahl gewesen und am Ende sehe ich das Ding niemals wieder…. Naja, wer weiß wann ich mal wieder Hunger auf Nudeln bekomme.

Das ging eigentlich immer so weiter. Tokio, Kyoto und Osaka sind reine Glücksgriffe gewesen und Japan war ein echter Spaß. Klar sah jeder Tempel und jede Straße irgendwann gleich aus, das Essen war nicht immer einfach und man hatte stets Angst, wieder irgendeinen kulturellen Bock zu schießen aber das war sicher nicht unsere letzte Reise nach Japan. Nur nie wieder zu Feiertagen.

Viele Grüße
N+C

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Hong Kong

Sicher in Hong Kong gelandet und die Dachterrasse mit unseren Nachbarn eingeweiht.
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Japan, Klappe 2

Wir haben das große Los gezogen – zumindest wenn unser Ziel darin bestünde, möglichst viele Japaner in möglichst geringer Zeit kennen zu lernen – denn es ist Feiertag in Japan und das bedeutet, mit Kind und Kegel ein Ausflug zu unternehmen. Wohin? Überall hin! Zudem gibt es hier ne Menge Kinder und Kegel. 126 Millionen um genau zu sein und wir sollten sie alle treffen!

Naiv wie wir sind, haben wir uns also Disneyland Tokio als besonderes Bonbon für einen Samstag am verlängerten Wochenende vorgenommen. Menschen die so was tun, fahren auch am Samstag zu Ikea, wenn Schlussverkauf ist oder es Kötbullar umsonst gibt. Es war derartig voll, dass man min. 3 Std. Wartezeit je Attraktion einplanen musste – von Toiletten oder Restaurants ganz zu schweigen. Wir haben uns daher die weniger populären Attraktionen ausgesucht – zum bsp. Captain EO, ein 3D Film Spektakel aus den 80ger Jahren mit dem noch schwarzen Michael Jackson in der Hauptrolle. Da in den 8Ogern nicht nur das 3D Kino, sondern Grafik im Allgemeinen noch in den Kinderschuhen steckte, war es eher ein grelles Trommelfeuer auf die Augen als ein WOW-Erlebnis. Wett gemacht wurde es aber durch die … ach was, lirum larum = es war scheiße.

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Also schnell weg hier und ab Richtung Mt. Fuji, dem sagenumwobenen Berg aus dem Mila-Superstar Vorspann. Auch hier wimmelte es vor Japanern, sodass wir 6 Stunden damit zu brachten, entweder in einer Schlange zu warten oder wie Vieh in überfüllte Berg-Eisenbahnen gesteckt zu werden. Diese fuhren dann in wahnwitziger Schrittgeschwindigkeit hinauf zur Aussichtsplattform, vorbei an Schwefelminen, herbstlichen Wäldern und noch mehr Japanern. Ich glaube, auch die werden hier irgendwo abgebaut. Abgekämpft zurück in der Zivilisation haben wir dann unser Zugticket gezogen, um mit dem Shikansen und einer untertriebenen Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 800 km/h, im gestreckten Galopp nach Kyoto zu gleiten. Der kosmopolitischen und kulturellen Hauptstadt Japans, im Westen der japanischen Hauptinsel Honshū. (Danke Wiki, ich hätte nur Japan gewusst)

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Hier geriet dann alles etwas außer Kontrolle, besonders in puncto Kultur..

Als wir schließlich tief in der Nacht im verregneten Kyoto angekommen sind, haben wir uns für ein Taxi zu unserem Gasthaus entschieden. Leider konnte der Taxi Fahrer kein Englisch und auch die Adresse der Pension schien ihm nichts zu sagen, was ihn aber nicht von einer lautstarken Argumentation abhielt, bei der er immer wieder auf meinen Zettel mit der Adresse zeigte. Was folgte war eine durch und durch merkwürdige Kunden-Taxifahrer Beziehung. Wenn ich seine Gestiken richtig interpretieren konnte und meine daraus folgende Handlung korrekt war, hat er gelächelt – wenn ich daneben lag, hat er mir auf die Hand gehauen. Er wollte mich dazu bringen, die Telefonnummer unseres Gastgebers in sein Taximeter einzugeben, da dies über GPS den Ort lokalisieren kann. Was soll ich sagen, ich bin ein einfacher Mann und so einen technischen Hokuspokus habe ich hier und jetzt einfach nicht erwartet. Ich kam also nicht drauf. Tief betrübt über soviel Unverständnis fuhr er einfach los und weder rote Ampeln noch ich konnten ihn nun noch stoppen.

15 Euro später ließ er uns irgendwo in den Favelas Kyoto’s raus und zeigte auf ein Schild – vermutlich nur um uns endlich los zu werden, denn das Schild hatte rein gar nichts mit unserem Ziel zu tun. Vielmehr standen wir nun einfach irgendwo in Kyoto und der Regen wurde schlimmer. Die Gasse in der er uns ausgeladen hat, stellte sich als kulturelle Sackgasse raus. Kein Schild auf Englisch, keine Hausnummer, kein Nichts – nicht mal Menschen. Auch ein Anruf von einem öffentlichen Telefon brachte nichts, da unser Gastgeber ebenfalls kein Englisch sprach. Super Unterkunft meine Herren Expedia.

Dem Himmel sei Dank haben wir aus dem Nichts einen zweiten Taxifahrer erwischt, der uns ebenfalls nicht verstand, aber mich wenigstens nicht geschlagen hat und einfach bei der Pension anrief. Respekt, man muss auch Können können. So kamen wir schließlich also doch noch an. Nur wo eigentlich? Es sollte ein Roykan sein, was eine traditionelle japanische Unterkunft bezeichnet und den verspielt schlichten Charme eines leeren Raumes versprühte. Kammern mit Wänden aus Reispapier, Matten auf denen man sich bettet und sonst – nix. Ja, dieses Haus atmet Geschichte. Hört sich in der Theorie spannend an. Wenn man aber durchnässt und abgekämpft, mitten in der Nacht auch noch auf der Erde schlafen soll, nur durch eine Lage Papier vom Nebenmann getrennt… „Ich werd doch bestimmt von allen geweckt wenn die sich rühren“ denk ich noch, als Nadi schon ihre elektrische Zahnbürste angeschmissen hat und damit das komplette Haus mitten in der Nacht an ihrer Mundhygiene teilnehmen zu lassen. Wie bisher immer in Japan … irgendwie sind wir die Freaks.

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Tokio eine kurze Bilanz

Ach Tokio. Ich kann schon verstehen warum Godzilla unbedingt zu erst hierhin wollte, denn die Stadt ist einfach der Wahnsinn. Da sitzt man ein paar Stunden im Flieger und schon ist es ein komplett anderes Spiel. Eben noch über die rotzenden Chinesen die Nase gerümpft und eh man sich versieht, ist man selbst der Freak.

Denn das habe ich bisher gelernt:

1: Etikette. Dem Japaner sind Tisch Manieren sehr wichtig. Der Nadi nicht. Allein die Tatsache, dass es als unhöflich empfunden wird, sich in der Öffentlichkeit die Nase zu putzen ist ein K.O. Kriterium für jemanden, der mit einem eigenen Rucksack voller Taschentücher reist. Das Trinkgeld entschieden zurückgewiesen wird, macht die Jungs aber sehr sympathisch. “Warum wollen Sie mir Geld schenken?“ Keine Angst, will ich nicht.

2. Mein Englisch ist der japanischen Speisekarte nicht gewachsen. Das morgendliche Schlendern über den lokalen Fischmarkt hätte mich stutzig machen müssen. Was mich hier aus 8 Augen angelächelt hat, kam nicht von dieser Welt oder kennt diese erst seit Fukushima – trotzdem erliegt man wenig später dem Charme des Sushi-Kochs und futtert sich einmal quer durch dessen bilderlose Speisekarte. Schlagt bitte selbst nach was Whelk heißt – lukullische Grüße vom Mars.

3. Tokio ist wohl der sauberste Fleck auf diesen Planeten. Wenn sogar Nadi lächelnd auf die Bahnhofs Toilette läuft und ihre Tasche überall auf die Erde stellt, dann ist das eine Art Ritterschlag für diese Stadt. Es liegt nirgends Müll, es gibt keine Graffiti, alles wird geputzt und Hygiene ist jedem unheimlich wichtig. Zudem kriegt man vor jedem Essen diese kleinen heißen Handtücher, die NUR für die Hände sind. Weil einem das aber keiner sagt, kann man auch alles andere damit putzen – soziale Isolation inklusive. Zum Glück halten uns alle für Engländer, so das wir keinen größeren interkulturellen Schaden anrichten. Offensichtlich ist die Erwartungshaltung an unsere britischen Nachbarn überall auf der Welt nicht besonders hoch.

4. An Automaten kriegste hier alles: Getränke, Regenschirme, Blumen, Eier, Bier und Bücher mit barbusigen Anime Figuren. Generell scheinen sie hier ein gestörtes Verhältnis zu ihren Comics zu haben, da es 8 stöckige Kaufhäuser nur mit diesen Heften gibt. Die Auswahl umfasst harmlose Teenie-Romanzen bis hin zu Dingen die schon jenseits der juristischen Grauzone in Deutschland wären. In dazugehörigen Cafés kann man sich dann abschließend von kleinen Mädchen in Dienstboten Kleidung oder anderen Fantasien bedienen lassen. Man lerne: Mit einer 14 Jährigen Servicekraft in einem luftigen Outfit zu flirten, wäre in Japan ok – nur eben nicht dabei die Nase putzen ….

Insgesamt erinnert mich diese Stadt an New York auf Drogen. Sie ist bunter, größer und verrückter, viel sauberer als jede Stadt die ich je gesehen habe, sie hat besseres Essen und außerdem sind alle immer nur freundlich und lächeln. Fast schon ein wenig unheimlich muss ich sagen – denn wenn das hier normal ist, will ich morgen nicht Disneyland sehen, welches ja bekanntlich “the happiest place on earth“ ist. Tokio ist auf jeden Fall sehr weit nach oben gerückt, wenn nicht sogar an die Spitze meiner Städteliste…

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Peking

Nachdem wir die eiserne Hand des Internet Tyrannen hinter uns gelassen haben, hier der erste Teil aus China. Das habe ich gelernt:

1. Die Menschen hier haben einen Sinn für Ästhetik. Anders kann ich es mir nicht erklären, dass jeder ein Foto mit mir will. Einen Zusammenhang mit der Tatsache, dass ich das einzige Rundauge über 1,50 unter Millionen bin, sehe ich beim besten Willen nicht.

2. Es gibt hier keine Tiere. Entweder deswegen, weil man im Restaurant alles verputzen kann was einen Puls hat oder weil die Bande früher mal beschlossen hat, alle Vögel und Hunde in der Stadt zu eliminieren. Warum hab ich nicht ganz verstanden, aber man wird wohl seine Gründe gehabt haben. Als man gemerkt hat, dass man dann ein Ungeziefer-Problem bekommt (natürlicher Feind und so), hat man einfach auch alle Grünanlagen entfernt – wollen doch mal sehen wo die Biester dann leben wollen…Clever. Problem gelöst.

3. Es gibt keine Grünanlagen. Das hat zur Folge, dass überall Staub ist. Ü-b-e-r-a-l-l. Die ganze Stadt liegt unter einem grauen Schleier Staub. Sonne gibt nur in Kombination mit Wind laut unser Gastgeberin, da dieser den Staub und Smog woanders hin weht. Wohin? Egal, Hauptsache weg.

4. Der Chinese ist kein Beilagen Esser. Du willst ne Ente? Du kriegst ne Ente! Aber nix dazu. Egal was man bestellt, man trennt gerne Gemüse vom Fleisch. Generell trennt man gern Gemüse von Mahlzeiten, denn hier ist in allem Fleisch. Sogar in einer Nachspeise war Ente. Ente Ente Ente Ente.

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5. In Peking ist man Mensch, hier darf man sein. Regeln sind nur mögliche Handlungsempfehlungen. Rauchverbot in der UBahn? Aus ner 3-spurigen Autobahn ne 5-spurige machen? Mit Licht fahren? Warum stressen, man schreit sich ja später ohnehin an. Emotionen sind für mich hier schwer einzuordnen, man schreit eben gern.

6. In unserem Reisebus ins chinesische Hinterland lief ein uralter Film mit Steven Segal. Dazu gibt es Bier nur in Liter Flaschen. Wie gesagt, der Chinese ist ein Ästhet. Apropo klassische Filme, in Bud Spencer und Terrence Hill’s Meisterwerk “Ein Krokodil und sein Nilpferd“ wurden die beiden ausgelacht, weil sie nicht wussten, dass das Wasser am Tisch für das Reinigen der Hände ist. Den Fehler mach ich nicht, dachte ich… nun ja, man trinkt hier wohl wirklich das heiße Wasser im Restaurant, welches einen an den Tisch gebracht wird… auf jeden Fall tut man da nicht seine Hände rein…

Zusammengefasst ist Peking ein super witzige Stadt, die ein toller Startpunkt für unsere Reise war.

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Nadi lädt dann mehr Bilder hoch …

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Yes we´re open

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Unser Blog ist fertig!!! Hier könnt ihr uns in den nächsten dreieinhalb Monaten verfolgen – oder auch nicht…Nach der Reise werden wir Euch nicht mit unseren Fotos belästigen, das werden wir hier auf diesem Blog machen und ihr könnt selbst entscheiden, ob ihr uns folgen wollt oder nicht.. Gut, nä?

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