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Finale. 20 letzte Fragen an Nadi

1. Welches Land bleibt Dir in bester Erinnerung?
• Australien und Japan

2. Dein peinlichstes Erlebnis?
• In dem 5 Sterne Hotel in Macau nach einem Foodcourt (also quasi nach einer Kantine) fragen und darauf verwiesen werden, dass es die Sternerestaurants auf den jeweiligen Stockwerken verteilt sind
• Nase putzen im japanischen Restaurant
• Elektrische Zahnbürste im Pappwände-Roykan-Schlafhaus in Japan anschmeißen

3. Dein witzigstes Erlebnis?
• Immer wenn Chrischi neue Karma Punkte gesammelt hat

4. Welche neuen Eigenschaften und Macken hast du am jeweils anderem kennen gelernt?
• Seine Nervosität, wenn er das Gefühl hat, dass er in Zug, Fähre etc. keinen anständigen Platz bekommt. Das ging so weit, dass wir 45 Minuten vor Zugankunft schon am Bahnsteig sitzen mussten, für den Fall, dass sich Schlangen bilden.
• Neu war es zwar nicht, aber ich hab dazu gelernt, an welchen Plätzen er überall Sachen hin verstecken/verlegen kann und versuche derzeit, mir diese zu merken
• Wie wenig Lebensmittel ein Mann seiner Statur braucht und das er fettige Lebensmittel liebt, aber nicht verträgt
• Das er gerne alles auf eine Karte setzt (Casino) und 2 Sekunden vorher seine Meinung noch ändert (Casino, Restaurant)
• Wusste ich zwar auch schon, in der Intensität war es aber neu: Egal wo wir sind, nach 5 Minuten Gespräch liegen die Leute Chrischi zu Füßen und unterhalten sich quasi nur noch mit ihm mit strahlenden Gesichtern, während ich quasi hinter seinem Rücken über jede Schulter springe, um Aufmerksamkeit buhlend, es aber auch eigentlich lassen kann
• Das er auf der anderen Seite kein Gespür dafür hat, wenn sich Hotelangestellte oder andere Dienstleister nicht die Bohne dafür interessieren, wie toll er ihr Land findet, er sie aber trotzdem dicht labert.

5. Was war der nützlichste Gegenstand, den du dabei hattest?
• Chrischi

6. Was war der unnützeste Gegenstand, den du dabei hattest?
• Mückennetz und 3x Mückenspray (keins ist leer, gehen alle wieder mit nach Hause)

7. Wo war das beste bzw. schlechteste Preis-/Leistungsverhältnis?
So eine Frage kann nur Chrischi beantworten, achte ich nicht drauf

8. Was waren die Top3 Erlebnisse für dich?
• Sylvester in Sydney
• 20km Wanderung über einen Vulkan
• Die Straßen von Hanoi, Saigon und anderen asiatischen Städten
• … und, und, und…

9.Die Top3 Orte, die du besucht hast?  
• Tokyo
• Sydney
• Diverse Tempelanlagen Asiens und chinesische Mauer

10. Was war dein Lieblingsereignis mit anderen Touristen?
• Tiefster Dschungel in Vietnam: Bustür geht auf, 4 Pärchen sitzen drin, davon drei deutsch.
• Grenzübergang Thailand als Gruppenevent, siehe Chrischis Beitrag
• Endlich aus Asien raus, im australischen Hotel angekommen und der erste asiatische Tourist rotzt in den Pool
• Es gab leider sooo viele lustige Sachen, das krieg ich hier nicht unter. Den Bock haben aber definitiv immer die Deutschen und Asiaten abgeschossen…

11. Was war dein ärgerlichstes Ereignis?
• Das ich nach Australien das erste Mal so etwas wie Farbe hatte und ich stolz zu Hause zeigen wollte, dass meine Haut das wirklich kann, mir dann aber Neuseeland alles wieder genommen hat durch das dortige Herbstwetter.

12. Meist benutzter Satz pro Land?
• China: „Igitt“ – Rotzen, Müll, Essen
• Japan: „Das ist sooo sauber hier“
• Vietnam/Kambodscha: „Kommunismus ist so scheiße“ und „Dieser ganze Plastikmüll…“
• Australien: „Was für F…&!?@…er“ – neidisch bezogen auf deren Reichtum an Badestränden, Sonne, Lebensqualität
• Neuseeland: „So ein Camper ist doch ganz cool“ und „Hätt ich da keine Lust zu…“ – Leute die bei dem Regenwetter und 0 Grad im Zelt übernachten

13. Welche 3 Sätze hast du am häufigsten vom anderen gehört?
• „Wo hab ich eigentlich xyz“ = dann haben wir noch eine Chance, es zu finden, wie z.B. den Kindle in der Mikrowelle oder den Stadtplan in der Unterhose
• „Xyz hab ich schon lange nicht mehr gesehen“ = dann ist es für immer verschwunden, wie aktuell seine zweite Mütze auf dieser Reise, DREI Objektivdeckel für die Kamera oder die Kreditkarte
• „Mundwinkel, Bonnie“ = ich wurde so oft darauf hingewiesen, dass meine Mundwinkel immer nach unten hängen und ich entsprechend unglücklich/ärgerlich aussehe, dass wir uns im letzten Viertel der Reise darauf einigen mussten, dass ich nicht mehr daran erinnert werden möchte/muss. Die Mundwinkel sind Veranlagung, definitiv nicht so gemeint, ich konzentriere mich dann nur. Bei meinem ersten Fototermin mit 9 Monaten waren die schon unten.

14. Was würdest du das nächste Mal anders machen?
• Weniger Zeit auf der Nordinsel Neuseelands verbringen, dafür mehr in Australien
• 6 Tage Japan anstatt 8 und Osaka streichen
• Von Pnomh Penh nach Bangkok fliegen

15. Welche Menschen haben bei dir einen bleibenden Eindruck hinterlassen?
• Der betrunkene Australier, der im Dschungel Vietnams wohnt
• Ein deutsches Pärchen, das 16 Monate um die Welt reist
• Ein schottisches Pärchen, das sich seine Zeit und Rente in Australien mit Haussitting vertreibt
• Die Chinesen im allgemeinen

16. Schönste/schlechteste Unterkunft?
• Schönste: Hotel in Macau und Christchurch, Appartement an Weihnachten in Byron Bay
• Schlechteste: Loch in Kambodscha bei den Elefanten

17. Was nimmst du an Erfahrung mit nach Hause?
• In jedem Land, in dem man ein Auto mieten und fahren kann, kann man jede Reise auch mit Kindern machen
• Wandern macht mehr Spaß als gedacht
• Bei der Luft-, Land- und Meeresverschmutzung Asiens können wir uns noch so anstrengen – sie bringen uns ja doch alle um
• Ich bin fähig zu Panikattacken: In der einen Höhle, in der wir uns Glühwürmchen angeschaut haben, bin ich auf halber Strecke ja zurück geblieben, da ich keine Lust hatte, durch hüfthohes Wasser zu waten. Ich wollte eigentlich auf die Jungs warten, stehe also in einer stockdunklen Höhle, nur mit Taschenlampe bewaffnet. Schock 1: Meine elektrische Zahnbürste fängt in meiner Tasche an zu vibrieren. Schock 2: Schaue mit der Taschenlampe so herum, als ich unter mir im Wasser eine aalige Gestalt mit einem riiiesigem Kopf sehe, die sich gerade unter einen Stein zurückzieht. Mehr braucht es nicht.. So schnell ist noch keiner die 150 Meter zurück aus der Höhle gestolpert unter Schnappatmung und den Tränen nahe, dabei leicht umgeknickt und im Wasser gelandet inkl. blauer Flecke, aber trotzdem wieder das Licht der Welt erblickt. Als die Jungs zurück waren, die Contenance behalten, und als ich mit Chrischi dann alleine war, alles noch mal durchlebt
• Wenn ich alt bin, möchte ich ehrenamtlich im Koalahospital arbeiten oder Housesitter in Australien werden, wie das 60+ Pärchen aus Frage …

18. Dein Fehlkauf im Urlaub?
• Eine dünne, leichte Bluetooth-Tastatur für das iPad, damit ich die Blogeinträge besser etc. schreiben kann – 2x benutzt
• Diverse Cremes zur Selbstbehandlung des Ausschlags
• Flip Flops, mit denen ich nicht laufen kann, weil irgendwie zu groß
• Bikini, kurz bevor ich in Australien nicht mehr ins Wasser durfte und dann in Neuseeland wegen der Kälte auch nicht mehr konnte…
19. Lieblingsessen auf der Reise?
• Indisch, Sushi, Chips

20. Worauf freust du dich am meisten zu Hause?
• Familie und Freunde
• Babys
• Hochzeiten
• Brot
…Punkt 2&3: nicht unsere 🙂

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Finale. 20 letzte Fragen an Christoph

1. Welches Land bleibt Dir in bester Erinnerung?
Ich glaube als Gesamtpaket hat mir Australien am besten gefallen. Die unfassbaren Strände, das Wetter, die Lebensart, die Natur, Surfen. Japan ist dicht dran, aber insgesamt war Australien einfach der Kracher.

2. Dein peinlichstes Erlebnis?
Ach da gabs ein paar… Ich glaube aber das war in der Casino-Stadt Macau. Als wir nach Tagen der Entbehrung (…) in dem Nobelbunker ankamen und uns bereits um 10 ohne mit der Wimper zu zucken ein Gin-Tonic eingeschenkt wurde, waren wir voller Vorfreude auf ein bisschen Glücksspiel und Luxus ganz aufgedreht. Ich hatte schnell die Lampen an nach dem ersten Drink und wollte ins Casino. Der Page, der an der Tür stand und sich dabei besonders weit und devot nach unten verneigte, hatte seine Hand dabei elegant ausgestreckt, um mir den Weg zu zeigen. Für eine Millisekunde dachte ich aber, er wollte cool abschlagen und hab ihn daher ein lautes High-Five spendiert. Sein Gesicht, das Gesicht aller anderen und das Geräusch, als ich ihm krachend in die vornehme Hand geklatscht habe waren super.

Außerdem war da noch ne Geschichte auf ner alten Fähre in Australien. Ich musste auf Toilette und hab die Herren-Abteilung ganz vorne auf der Ladefläche gefunden. Etwas Gedanken verloren machte ich mich an der Tür zu schaffen, die wohl etwas zu klemmen schien. Aus dem Grund riss ich mit Gewalt daran und die Tür sprang schließlich auf. Vor mir saß eine junge Frau auf der Toilette und sah mich schockstarr an. Vor Schreck bekam ich die aufspringende Tür nicht mehr zu fassen und sie knallte komplett auf und verhakte sich dabei etwas. Als wäre dies nicht genug, befand sich das WC eben ganz vorne auf der Ladefläche frontal zu allen geladenen Fahrzeugen, die dort noch voll besetzt parkten und warteten bis sie aussteigen konnten. Jeder starrte uns an. Ich erwischte die Tür schließlich, knallte sie schnell zu und drehte mich höflich weg. Da ich wirklich musste, blieb mir nur übrig auf sie zu warten und mich noch einmal zu entschuldigen, während sie mit hoch roten Kopf an mir und allen anderen vorbei schlich.

3. Dein witzigstes Erlebnis?
Ich mochte den Typen, in dessen Scheune wir in Vietnam gepennt haben. Ich hab noch nie jemanden so viel fluchen, trinken und lästern hören – und ich war bereits in ein paar üblen Kneipen in Irland. „Fucking rain. If its not going to stop, all fucking Vietnamies will die, just because they cant fucking swim. Why should they? All they do is working. And if they have an hour or two where they are not fucking working, they definetly dont want to learn something they dont have time for. I could teach them, but I wont. I’m lazy. Fucking rain“.

4. Welche neuen Eigenschaften und Macken hast du am jeweils anderem kennen gelernt?
Der nie enden wollende Appetit und ihre Paranoia was Sicherheit angeht. Jede von mir geschlossene Hotel oder Autotür wurde überprüft, ob sie tatsächlich geschlossen ist. Sobald irgendwas von Wert länger als ne Minute im Hotelzimmer lag, wurde es im Safe verschlossen. Sogar die Zahnbürste wurde versteckt, aus Angst, die Reinigungskraft würde sich über unser Zimmer ärgern und etwas mit der Bürste anstellen. Danach habe auch ich die Zahnbürste versteckt. Eklig so was.

5. Was war der nützlichste Gegenstand, den du dabei hattest?
Tragbares WLAN. Ich weiß, viele Fragen sich, warum man im Urlaub nicht mal ohne kann, aber auf Reisen ist es einfach super praktisch. Hotelzimmer buchen, Routen und Touren planen und und und. Super günstig und einfach praktisch. Ach ja – und die Kühlbox.

6. Was war der unnützeste Gegenstand, den du dabei hattest?
Die Rucksäcke. Nie, aber auch wirklich nie dachte ich: „Na Gott sei Dank haben wir keinen Koffer“. „Wir sind ja keine richtigen Reisenden wenn wir keine Rucksäcke haben“, war der Gedanke. Also haben wir nen 90 Liter Rucksack und einen „kleinen“ 70 Liter Rucksack besorgt. Nadi nimmt den Großen und trägt den Kleinen, ich mache es anders herum. Ich glaube ab Kambodscha wurden die Karten dann neu gemischt. Ich behalte den kleinen Rucksack zwar, trage aber dafür beide. Schließlich sind die Dinger verdammt schwer und unhandlich. Wenigstens bleibt die Kleidung in so einem Rucksack dafür schön knittrig und man kommt an nichts ran. Ab Australien hatten wir dann ein Mietwagen und die Biester wurden überhaupt nicht mehr bewegt. Scheiß Dinger.

Außerdem haben wir noch ne riesen Reise-Apotheke mit, die niemals benutzt wurde (Das bisschen Bepanthen für mich ausgeschlossen) und ich bin sicher, irgendwo ein Mücken Netz gesehen zu haben.

7. Wo war das beste bzw. schlechteste Preis-/Leistungsverhältnis?
Schlecht: Nichts wird jemals wieder meine 240 Euro Reinigung toppen. Wie gesagt, hätte ich mir einfach die T-Shirts und Unterwäsche neu gekauft, wäre es billiger gewesen.
Gut: Pony-Poo für $1. Fast geschenkt.

8. Was waren die Top3 Erlebnisse für dich?
Da gabs viele aber ich nehme mal die prägendsten:
Den abenteuerlichen Besuch der chinesischen Mauer
Silvester in Sydney
Alpin-Wanderung

9. Die Top3 Orte, die du besucht hast?  
Tokio. Einfach krass
Byron Bay. Schönste Zeit in Australien.
Macau. Das La Vegas Asiens war schon beeindruckend und witzig. Außerdem will ich nicht nochmal Australien nehmen.

10. Was war dein Lieblingsereignis mit anderen Touristen?
100% der Deutsche an der thailändischen Grenze. Ich glaube, dass ich noch nie eine dümmlichere Person kennen gelernt habe. Wir sind ein Bus mit 30 Leuten, die von Kambodscha über die Grenze nach Thailand wollen. Der Veranstalter kümmert sich um Visa/Pässe/Einreise/Gepäck – als alles. Geplante Dauer der Reise: 6 Stunden. So der Plan.

Wir werden vor dem Grenzübergang aus Kambodscha aus dem Bus gelassen, sollen zum Zoll gehen (auschecken) und uns danach geschlossen vor der thailändischen Grenze treffen, wo wir unsere Papiere bekommen und dann die Grenze passieren. Hinter der Grenze warten 28 Leute in der sengenden Hitze. 2 Leute fehlen. Der Veranstalter wird nervös, wo sind die anderen? Tod? Verhaftet? Nach 40!!!!!!!!! Minuten kamen die beiden Vermissten langsam angeschlendert. Rosa Hemd, baby-blaue Hose und ne Gran-Canaria-Kappe auf. Der Gesichtsausdruck veriet, dass diese Person ohne nennenswerte Kernkompetenz ausgestattet wurde und vermutlich nur aus Haut und sinnloser DNA bestand. Sie dachten, wir sollten vor der Grenze zu Mittag essen und haben daher ne lange Pause gemacht. Bitte wer hat schon mal von ner Tour gehört, die befiehlt: „Leute, es ist jetzt ganz wichtig dass ihr satt seid für die kommenden Aufgaben. Bitte geht und esst zu Mittag!“ Die Stimmung der anderen war milde ausgedrückt, gereizt. Also weiter.

Nein stopp, die Frau der beiden muss jetzt ganz dringend auf Toilette. „Sonst geht nix“, verriet sie mit einem Lächeln. Wieder warten. Als sie endlich zurück kommt (wieder langsam), fehlt Gran-Canaria schon wieder, der allen ernstes an einer Schlange ansteht, um sich nen scheiß Eis zu kaufen. Wir stehen in einem Grenzstreifen, es ist sehr heiß und er macht hier auf Ferien. Endlich kommt er auf Drängen des Veranstalters wieder und wir können zur Passkontrolle.

Die Passkontrolle findet in einem nicht klimatisierten Raum statt, in dem es zwei unfassbar lange Schlangen gibt, plus einer kurzen für Besitzer eines thailändischen Passes. Große Schilder deuten darauf hin, dass unser eins sich wohl oder übel an der langen Schlange anstellen muss, an dessen Ende ein sehr grimmiger thailändischer Beamte in Seelenruhe die Pässe kontrolliert. Wir 30 stehen also in der Schlange und müssen stundenlang warten. Wir 30? Nein, wir 29. Denn Gran-Canaria steht in der kürzeren Schlange für Einheimische an. Gütiger Himmel, wenn er nicht bald herüber kommt, müssen wir wieder warten. Schließlich wird auch unsere Schlange nicht kürzer. Gewitzt dreht er sich rum und grient uns an. „Clever, was? Hier gehts viel schneller“ ruft er Frau Gran-Canaria zu. Ja clever. Wenn schon nicht das übergroße Schild „Nur für Bürger aus Thailand und Kambodscha“ ihn überzeugt, dann doch bitte wenigstens die Tatsache, dass er der einzige Nicht-Asiate in der Schlange ist. Eine Schalter-Beamtin wird auf ihn aufmerksam und geht herüber. Jetzt diskutieren sie, wobei er immer wieder grinsend an seinem scheiß Eis schleckt. Recht schnell zeigt sich, wer bei der Diskussion der Chef an der Schippe ist. Die Beamten lässt sich nicht überzeugen und er schlurft schulterzuckend zurück ans Ende unser Schlange. Mit satten 3 Stunden Verspätung kommen wir schließlich in Bangkok an.

11. Was war dein ärgerlichstes Ereignis?
Die verpatzten Flüge nach Neuseeland inklusive Auswirkung auf Hotel und Mietwagen. Das hat die Planung schon verzerrt und uns Zeit, Nerven und Geld gekostet. Sonst hab ich mich eigentlich selten geärgert. Reibungsloser kann eine Reise nicht laufen.

12. Meist benutzter Satz pro Land?
China: Igitt.
Japan: Ich kann nicht glauben wie sauber das hier ist. Toll.
Hong Kong: Die haben hier echt nur Edel-Boutiquen
Macau: Ich kann uns alles wieder zurück gewinnen.
Vietnam: Ich hab mir den Kopf gestoßen.
Kambodscha: Ich glaub ich muss spucken.
Thailand: Meinst du das ist ein Kerl?
Australien: Die Sonne ist hier echt ziemlich heftig.
Neuseeland: Also wenn die Sonne weg ist, wird es echt kalt.

13. Welche 3 Sätze hast du am häufigsten vom anderen gehört?
– Lass uns mal überlegen, wo hast du es denn zuletzt gehabt?
– Asiaten!
– Könnt nen kleinen Snack vertragen.

14. Was würdest du das nächste Mal anders machen?
Weniger Neuseeland, mehr Wärme. Die exotischen Länder haben mich einfach mehr fasziniert. Neuseeland und ich wurden einfach nicht grün miteinander.

15. Welche Menschen haben bei dir einen bleibenden Eindruck hinterlassen?
Achtung, sehr subjektiv (wie alles hier)
Positiv: Japaner. Was für ein bescheidenes und freundliches Volk. Bis auf den Taxifahrer, der mich geschlagen hat. Engländer: Waren fast ausnahmslos witzig und freundlich.
Negativ: Chinesen. Ich weiß auch nicht, irgendwie ein fremdes Völkchen für mich. Außerdem, die ständig meckernden – meist deutschen – Touristen, denen man es nicht recht machen kann.

16. Schönste/schlechteste Unterkunft?
Am schönsten war unser Strand Haus in Byron Bay. Großes Kino. Am schlimmsten war das Hotel in den Blue Montains. Bereits der Slogan „Charme der 20ger Jahre“, hätte mich stutzig machen sollen. Es sah aus wie ein riesen Puppen Haus und hat auch so gerochen. Normalerweise fahren in so einem Hotel um Mitternacht, irgendwelche Gruselkinder auf nem Dreirad durch die Flure und tyrannisieren die Gäste. Vielleicht guck ich auch einfach nur zu viele Filme.

17. Was nimmst du an Erfahrung mit nach Hause?
Ich verehre indisches Essen und versuche lockerer zu werden. Weniger Stress, mehr gute Laune. Klingt zwar wie ein Hippie, aber das sind meine Vorsätze. Außerdem habe ich viel gelernt und von der Welt gesehen. Genau wie es der Plan war.

18. Dein Fehlkauf im Urlaub?
Ein Body-Board (1x benutzt) und eine Stirntaschenlampe (0x benutzt).

19. Lieblingsessen auf der Reise?
Indisches und vegetarisches Essen. Außerdem das Steak in Christchurch. Vielleicht sollte ich vegetarisch streichen.

20. Worauf freust du dich am meisten zu Hause?
Brot. Bett. Familie und auch ein bisschen auf den Alltag….

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3,2,1 …

Noch dreimal schlafen, dann ist es soweit. Unsere fahrbare Deutschland Flagge ist wohl so eine Art Berühmtheit, denn egal auf welchem Platz wir auftauchen, wild fremde Menschen liegen sich vor Freude in den Armen und Kassiererinnen werfen mit Wechselgeld. So ähnlich zumindest, denn immerhin zeigt man auf uns oder starrt uns einfach nur stumpf an. Ich werde diese Aufmerksamkeit vermissen und überlege tatsächlich schon vor der WM im Sommer mir die Deutschlandfahnen fürs Autofenster zu besorgen. Heute bricht daher unsere letzte Nacht im Camper an und ich freu mich direkt darauf, noch einmal in der Embryo-Stellung bei gefühlten -10 Grad die Morgensonne herbei zu sehnen. Insgeheim bin ich ein Wohnwagen-Freund geworden und finde das Leben auf der Straße prima, nur etwas wärmer dürfte es sein. Heute Nacht haben Nadi und ich wieder wild an einem See gecampt und als ich früh morgens schlaftrunken aus dem Fenster lugte, um zu schauen wann die Sonne aufgeht, sah ich ne Gruppe Asiaten im eiskalten Nebelwasser. Wahrscheinlich habe ich mir nachts den Kopf wieder angeschlagen aber ich schwöre, da saß ne Frau im Wasser und hat zwischen den Enten ihre Wäsche gewaschen, während ein paar Meter weiter, Oma und Opa Chinese nur in Badesachen für ein Foto posierten. Das gibts in keinem Hotel!

Im Karma-Rennen liege ich immer noch hinten. Nadi musste zwar nochmal zum Zahnarzt und hat später den Camper in ein tiefes Schlammloch gesetzt, so dass wir nur mit Hilfe eines Abschleppseils und des örtlichen Halbstarken wieder raus kamen, aber ich werde wohl verlieren. Immerhin heilt meine Wunde am Schienbein, auch wenn die Narbe keine ruhmreiche Geschichte zu erzählen weiß, außer dass ich gegen ne simple Parkbank gerannt bin.

Donnerstag gönnen wir uns noch nen ganzen Tag Sydney und Sonne, bevor wir dann am Freitag Abend wieder in Hamburg landen. Die letzten Geschichten erzählen wir euch dann persönlich, auch wenn es noch einen finalen Bericht von uns geben wird. Anbei noch ein paar Fotos der letzten Tage.

N+C

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Franz-Josef Gletscher, österreichischer Abstammung

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Einer unser zahllosen Übernachtungs- oder Mittags Plätzchen

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Hier in der Steppe haben wir unsere Wanderung begonnen...

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...und waren irgendwann ganz oben. Allerdings wenig später auch klitsch-nass

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Der Weg in die Fjordlands

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In den Milford-Sounds

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Ich bin raus und wollte eins streicheln, dann wurde mir bewusst: Ich hab keine Tollwut-Impfung

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Berg Nummer hundert

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Hier hat Nadi die Karre beim Wildcampen im Dreck versenkt. Schön wars trotzdem!

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Wandern in der Heide

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In diesem See schwamm ein Asiate!

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Nadi beim Wandern

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Die Krombacher Insel

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Das ist ein Pott-Wal. Der Führer sagt, er wird oft gefragt ob es der Kopf oder der Schwanz sei. Es ist der Schwanz

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Von den Biestern gibts hier tausende. Das Bild ist für Silvi, Gia und Flo. Silvi und Gia weil sie Delfine mögen, für Flo, weil er gerne mit ihnen schwimmt.

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Unter deutscher Flagge

Camping… Mit Ausnahme vom Hurricane Festival war Camping nie so meine Geschichte. Wenig Platz, irgendwie immer nass und spätestens am zweiten Tag ist alles dreckig. Vorteil Hurricane, wenns ins Zelt geht sind ohnehin schon alle Lampen an. Um dem Camping Trott vorzubeugen, haben wir uns für ein Wohnmobil mit 4 Betten entschieden. Mehr Betten, mehr Platz. Einfache Gleichung. Im Grunde haben auch nicht wir uns für einen Wagen entschieden, sondern er für uns. Es gab (wenn man 4 Wochen im Voraus bucht) offensichtlich nur noch einen einzigen Camper in Neuseeland – und den sollten wir bekommen. Äußerlich – mit Ausnahme der deutschen Flaggen überall – tip top. Innen spiegelt er eher den verspielten Charme eines dänischen Westerns aus den siebziger Jahren wieder. Fahren tut er sich ähnlich, aber er läuft. Kurz, wär die Karre ein Wein, wäre es Sangria. Kein Genuß, aber er erfüllt seinen Zweck.

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An Aufklebern wurde nicht gespart. Ist dafür aufm Platz einfach zu finden

Die erste Fahrt mit dem übergroßen, buckligen Pummel sollte natürlich gleich im Feierabend Verkehr Christchurch’s stattfinden und darüberhinaus noch auf dem vielbefahrenen Parkplatz eines Supermarktes. Mag sein, dass ich zu vorsichtig bin, was das Fahren dieses Gefährt angeht, das genaue Gegenteil sitzt aber nur ne Armlänge von mir entfernt auf dem Beifahrersitz. „Ich glaub echt, dass ich das Ding easy fahren kann“‚ erklang es selbstbewusst von links. Man muss dazu sagen, dass Nadi auf der Straße eine latent aggressive Fahrweise pflegt. Nachdem sie in Schottland damals unseren Mietwagen aufgeschlitzt hat, in Flensburg ne eigene Abteilung beschäftigt und jüngst in Australien während ihrer 10 Minuten Fahrt, eine arme Frau südlich von Brisbane fast zur Witwe gemacht hätte, wurde ihr das Fahrrecht im Urlaub auf Lebenszeit entzogen. Vielleicht werde ich milde im Alter, vielleicht erhoffte ich mir im Ausgleich auch nur wieder die Gewalt über meine Bauchtasche und damit Finanzen… ich habe ihr die Schlüssel gegeben. Und bisher macht sie ihre Sache perfekt. Ich habe sogar gestern während ihrer Fahrt, als Beifahrer einen Moment kurz nicht auf die Straße geguckt. Ein echter Vertrauensbeweis.

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Anne kriegt mein Auto, Flo meine Alf-Tasse, Sven darf sich ...

Unser erster Abend als Camping-Neulinge war übersichtlich was Emotionen anging. Es war ein bisschen wie in Asien: Ein komplett neues Terrain und ich verstehe die Sprachen nicht. Jeder scheint hier eingespielt zu sein, kocht unisono Nudeln mit Tomatensoße und ohne Tracking Klamotten biste auch ein bisschen Außenseiter. Hinzu kommt Starkregen und Temperaturen um die 10 Grad, die mich ans Wohnmobil fesseln. Ich klettere also nach oben in meine Schlafbox und starre in den Regen. Ich hatte doch alles in Australien. Strand, 35 Grad, Surfen und 4 Wände. Jetzt hock ich bei Herbstwetter in nem siebziger Jahre Pornodrehort-Gefangnis und blas Trübsal. „Was machst du denn da oben?“ reisst es mich aus meiner Lethargie. „Ich trauere um Australien und die anderen Kinder hassen mich, weil ich keine North-Face-Klamotten habe“ blaffe ich zurück. Naja so schlimm war es nicht, aber als Nadi und ich an dem Abend in Winterklamotten auf diesem gruseligen Platz hockten, kam uns schon die Frage nach dem Warum. Also, warum machen wir das?

1. Weil der Campingplatz den wir uns ausgesucht haben, wirklich scheiße und damit die Ausnahme war. Die folgenden Plätze waren ein Traum. Direkt am Meer, an einem Bergsee oder tief im Wald. Dabei waren die Plätze auch nicht wie der erste, einem sowjetischen Parkplatz Gulag ähnlich angeordnet, sondern mitten im Grün. Wir sind immer noch nicht 100% eingespielt, kommen aber immer besser auf engsten Raum zu recht und mittlerweile gefällt es mir richtig gut. Was allerdings auch an Punkt 2 liegt.

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Der erste Platz glich eher nem Wohnwagen Gulag

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Der Platz am zweiten Tag war da schon wesentlich schöner. Hier sucht Nadi am Strand nach WLAN Empfang

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Platz 3 am Bergsee

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Unser Frühstückstisch auf Platz 4

2. Jeder Jeck ist anders. Es gibt Leute, die mögen Gyros auf Pizza oder lachen über Mario Barth. Ich mag zum Beispiel Bagels mit Frischkäse, Gurken und Soja-Soße, aber das gehört hier nicht her. Was ich sagen will ist, ich akzeptiere die Meinung Anderer, die die Nordinsel Neuseelands favorisieren. Verstehen kann ich es nicht. Nachdem wir jetzt ne knappe Woche auf der Südinsel gastieren und durch die Landschaften brausen, kann es für mich keinen Zweifel mehr geben. Die Südinsel ist der landschaftliche Hammer. Toskana, Heide, Berge, Wälder, Seen, Prärie und Gletscher – alles im Mix. Zum letztgenannten Gletscher musste uns allerdings ein Hubschrauber bringen… wer Nadi und ihre Flugangst kennt, weiß, welch Opfer das von ihr verlangt.

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Keine Ahnung mehr wo es war, aber das Wasser war besorgniserregend blau

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Jeder sollte nur das Notwendigste mitnehmen auf den Gletscher...

Morgen früh steht wieder eine Wanderung an, allerdings immer noch ohne Tracking Klamotten…

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Im Land der Kiwis

Neuseeland. Wo fangen wir an? In Australien wurden wir mit einem Flug-Upgrade und 30° im Schatten begrüßt, Neuseeland empfing uns etwas reservierter. Durch Zufall haben wir noch in Sydney erfahren, dass eine der Fähren, die die Nordinsel mit der Südinsel verbindet, durch einen Motorschaden ausgefallen ist und den Verkehr dadurch stark eingeschränkt. Stark einschränkt heißt: Personen ja, Autos nein. Erfahren haben wir dies von einem englischen Paar in einem bayrischen Biergarten – aber das ist eine andere Geschichte.

Zurück zur Fähre. Dieser kleine Umstand und die Tatsache, dass wir unsere Flüge nicht umbuchen konnten, führte zu einer sehr abenteuerlichen Anreise:

1. Abflug Sydney nach Christchurch (Neuseeland). Zwischenlandung und Verspätung in Melbourne.
2. Ankunft Christchurch um 23:50 Uhr. Durch Sicherheitskontrollen, Kofferkontrollen, erneute Sicherheitskontrollen und noch einer kurzen Kofferkontrolle waren wir um 1:30 Uhr aus dem Sicherheitsbereich. Wovor hat der Neuseeländer Angst?
3. Ankunft Hotel: 1:50 Uhr
4. Abfahrt Hotel: 4:50 Uhr (Jepp, clever)
5. Abflug nach Auckland 6:30 Uhr
6. Ankunft Auckland 8:00 Uhr
7. Ankunft E-Mail, dass es Probleme mit dem Mietwagen gibt und wir ihn nicht in 30Minuten wie geplant, sondern gar nicht abholen können, 8:30 Uhr.
8. Mord Szenarien und mögliche Optionen im Kopf durchgegangen. Für Optionen entschieden.
9. Überteuerten Ersatz-Mietwagen zu fragwürdigen Bedingungen abgeholt.
10. Schnell zur Telekom gefahren um WLAN Karte für unser tragbares Modem abzuholen. Verkäuferin mit furchteinflößenden Schlangentattoo auf dem Unterarm ist untröstlich, aber leider würde unser bisheriges Modell nicht funktionieren, obwohl es baugleich ist, absolut identisch und vom gleichen Anbieter betrieben wird. „Warum? Ist so, Sie brauchen ein neues Modell.“ Neues Modell kostet 100$. Was solls, denk ich. Leg dich nie mit Idioten an, sie ziehen dich auf ihr Niveau und schlagen dich mit Erfahrung. So auch diesmal. Modem gekauft.
11. Modem funktioniert nicht, 15 Minuten zurück gefahren. Verkäuferin hat uns aus Versehen falschen Code gegeben. Mord Szenarien wieder aufgenommen.

OK, wir haben einen etwas „zähen“ Start erwischt, aber jetzt würde es besser werden. Erster Eindruck: Ich vermisse meinen australischen Strand und das Wetter. Hier ist es etwas verregnet, kühler und die Strände sind eher rau, dafür muss man neidlos eingestehen, dass die Landschaft hier schon beeindruckend schön ist. Bevor wir aber losfahren, werden die Vorräte aufgestockt, schließlich haben wir es irgendwie geschafft, unsere Kühlbox mit in den Flieger zu bekommen. Im Supermarkt wird recht schnell klar, der Neuseeländer scheint eine kleine Naschkatze zu sein. Es gibt Regalereihen voll mit Cola, Limonaden und Energydrinks, aber nur zwei Sorten Wasser, welches hinten bei den Reinigungsmitteln gelagert wurde. Kostenpunkt, $19 Dollar pro Palette. Im Vergleich, ne Palette Cola kostet $12.

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Hier trohnt König Wasser

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Eine der drei Reihen Limonade

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Mietwagen und WLAN funktionieren...fast

Da Strand vorerst ausfällt, wird sich erbarmungslos auf die Natur-Schiene konzentriert. Erstes Highlight, das Hobbit Dorf aus „Herr der Ringe“ in Matamata. Das Mekka von Informatik-Studenten, die als Zauberer und Kobolde verkleidet die Nächte vor dem Computer verbringen. Aber, Irrtum! Das Dorf war der absolute Hammer und dazu noch interessant. Meister Jackson, der dies cineastische Meisterwerk Anfang 2000 produzierte, hat hier mächtig was losgetreten. Mein Highlight: Die Eiche. Da der Hobbit im Buch unter einer Eiche wohnt, es hier aber nun mal keine Eiche gibt, hat man einfach im Nachbarort irgend nen Baum gefällt, zersägt und am Set wieder aufgebaut. Jetzt fehlten noch Eichenblätter, die man hierfür kurzerhand zu hunderttausenden aus Taiwan bestellt hat und irgend eine arme Seele hat diese dann an den Baum gebunden. Das war 1999. Weil nun 2009 ein neuer Film der Reihe produziert wurde, der aber 60 Jahre vor dem ersten Teil spielt, kannste ja nicht wieder den gleichen Baum nehmen. Sieht doch jeder, dass der Baum nicht jung genug aussieht. Also den alten Baum abgerissen, nen Neuen hingestellt und das ganze sicherheitshalber gleich aus Plastik und Stahl gebaut. Problem, auch die alten Blätter sehen nicht jung genug aus. Schnell nen Trottel gefunden, der die Blätter noch in ein neues Grün malt und Zack, 1.8 Millionen sind weg. Dafür haste dann aber auch nen authentischen Baum für 30 Sekunden Film.

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Oben im Bild, die 1.8 Millionen Dollar Eiche

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Ein kleiner Ausschnitt des Dorfes

Highlight Nummer 2, der Mount Tongariri. Seit Tagen redet mein Co-Pilot von nichts anderem mehr, als dass sie endlich Wandern gehen möchte. Was liegt da für die erste Wanderung im Leben näher, als sich für die 20 Kilometer Alpin Bergwanderung auf knapp 2.000 Meter Höhe zum immer noch aktiven Vulkan zu entscheiden? Gehen können wir schließlich und ob wir das jetzt ein wenig länger und mit 900 Meter Steigung machen, kann doch nun wirklich kein Problem sein. Tracking Klamotten? Nur für Angeber. Verpflegung? Mein Gott, dann nehmen wir uns halt noch nen Nutella Brot mit, aber wir werden ja wohl auch nicht die vollen 7 Stunden brauchen, bis der Shuttle uns wieder am vereinbarten Treffpunkt abholt. Lieber noch nen Buch einpacken, falls ich zu lange auf den Bus zurück warten muss. Am Parkplatz wurde ich dann unsicher. Nadi und ich waren die einzigen mit Turnschuhen statt Wanderschuhen, Baumwoll-Kaputzenpullover statt Windjacken und dazu fragwürdigen Beinkleidern. Nadi trug Leggins, ich ne kurze Hose. Immerhin ne Regenjacke und etwas Wasser kamen noch in den Rucksack aber sonst sahen wir eher „anders“ aus, als die alten Wanderhasen um uns herum.

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Sie wackelt, aber fällt nicht

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Gipfel geschafft!

Machen wir es kurz, da ihr diesen Zeilen lesen könnt, haben wir überlebt. Aber um welchen Preis? Bin ich noch bis zum Gipfel stolz wie eine Bergziege geklettert, war Nadi eher ein kleines Maultier. Langsam, aber stetig. Störrisch, aber entschlossen. Was ihr an Kondition und Tempo beim Klettern fehlte, machte sie durch unnachgiebigen Willen wieder wett. Zwischendurch wurde sie sogar angefeuert, als sie mit eisiger Miene, Schritt um Schritt Richtung Gipfel marschierte. „Wo …. Nadi ist, …. ist …. vorne“ keuchte es aus dutzenden Kleidungsschichten hervor. Oha, na dann werden wir entweder die ersten Wanderer gleich überrunden oder vor uns sind noch etwa 100 Nadis. Aber unkaputtbar haben wir beide es auf den Gipfel geschafft und den Bus tatsächlich rechtzeitig erreicht. Im Hotel sind wir dann in eine traumlose Bewusstlosigkeit gefallen und während wir schliefen, muss jemand ins Zimmer geschlichen sein und mit nem Stock unnachgiebig auf meine Beine geprügelt haben. Anders sind die Schmerzen nicht zu erklären, die ich beim Aufstehen hatte. Gott sei Dank haben wir, bevor wir gestern zur Wanderung aufgebrochen sind, noch schnell ne Rafting Tour für den heutigen Tag gebucht…

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Kochendes Wasser im Schwefel-Tal

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Mal wieder Urwald. Das Zeug ist auch überall

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Zuhause dann mal wieder deutsche Küche. Die Würste waren allerdings aus Tofu

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Zurück in die Zukunft IV

So, wie ihr Nadis Eintrag schon entnommen habt, leben wir in der Zukunft. Statt aber mit nem supercoolen Delorian inklusive Fluxkompensator einem verrückten Professors zu helfen, fahren wir nur nen weißen Toyota und sind eher faul. Deswegen muss sich was ändern und wir fliegen morgen weiter nach Neuseeland. Nicht aber ohne vorher noch kurz mit Australien abzurechnen…

Ich bin der festen Überzeugung, dass Landmassen ungerecht verteilt wurden. Gott (oder wer auch immer) mag alle seine geschaffenen Erdteile lieben, aber Australien muss er ein kleines bisschen lieber gehabt haben. Nichts gegen die Ost- und Nordsee, aber wenn wir schon so ein riesen Hallo wegen Sylt machen und mit dessen Umriss unsere Kofferräume zieren, was sollen sich denn die Australier alles auf die Karre kleben? Hier reiht sich Traumstrand an Traumstrand. Bei dieser Fülle an Möglichkeiten keiner Wassersportart nachzugehen, ist vermutlich Blasphemie. Auf Rädern, zu Fuß oder im Auto, jeder fūhrt hier so natürlich ein Surfbrett bei sich, als wäre es ne Armbanduhr – so auch wir. Oder genauer gesagt, so auch ich! Denn Nadi hat in unserem internen Karma Rennen per Volley den Anschlusstreffer zum 6:2 erzielt und das kam so:

Vor geraumer Zeit fing sie an auf ihrem Sitz unruhig zu werden und über juckende Haut zu klagen. „Mach dir keine Sorgen. Ein wenig Salzwasser, Sonne und körperliche Ertüchtigung und schon bist du wieder auf dem Damm“ diagnostizierte ich fachkundig. Eine Fehleinschätzung. Am zweiten Weihnachtstag wurde das ganze so schlimm, dass wir ins Krankenhaus mussten. Einerseits clever, da alle Australier an diesem Tag zuhause das Cricket Spiel des Jahres gegen England verfolgten, andererseits nicht so clever, da hierzu auch die australischen Ärzte gehörten. Vier Stunden verbrachten wir also zwischen siechenden und wimmerden Menschen mit tränenden Augen, kaputten Füßen oder Brüchen. Während Nadi behandelt wurde, habe ich mich mit meiner (natürlich deutschen) Nachbarin unterhalten, die eine grotesk rot-aufgeblasene Hand hatte. 

„Mich hat ne Spinne gebissen, dann wurde erst der Finger rot, dann mehrere Finger, dann die Hand und jetzt tut schon der Ellbogen weh, da dachte ich nach ein paar Tagen, ich geh einfach mal vorsichtshalber zum Arzt“. „OH MEIN GOTT, DU WIRST STERBEN“ dachte ich, sagte aber beschwichtigend: „Mach dir keine Sorgen. Ein wenig Salzwasser, Sonne und körperliche Ertüchtigung und schon bist du wieder auf dem …“ – dann ging die Tür auf und Nadi stand im Flur, bis unter die Achseln in Verbände gewickelt. Weder Wasser, noch Sonne, lautete die Verordnung des Arztes. In Australien bedeutet das Einzelhaft, da es keine Orte ohne Wasser und Sonne gibt.

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Das mach ich tagsüber...

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...und das macht Nadi

So gerne die Jungs hier aber auf Wellen surfen, so ungern surfen sie offensichtlich im Internet. Denn der Zugang zum weltweiten Netz scheint hier eine Art Privileg zu sein, das mit Gold aufgewogen wird. Bei jedem Einchecken in Hotels stellten wir anfangs die gleiche Frage: „Habt ihr zufällig Wlan“? Mal schaute man uns an, als hätten wir nach ner Niere oder Rauschgift gefragt, mal schüttelte man verständnislos den Kopf oder man ignorierte uns der Einfachheit halber gleich. Dabei werben Hotels durchaus mit Internetzugang, allerdings gibt es den nur durch ein Lan-Kabel (!) auf dem Zimmer oder für $15 die halbe Stunde in der Lobby. Unser letztes Hotel bot mir gönnerhaft kostenlose 10MB an. „Gute Frau, für 10MB krieg ich nicht mal ne SMS gesendet. Wie soll ich skypen, mailen, bloggen, das politische Weltgeschehen verfolgen und nebenbei noch den Transfermarkt verfolgen? Besonders in der Winterpause werden die Weichen für die Rückrunde gestellt“.  Ich redete auf sie ein wie auf ein krankes Pferd aber nichts half – naja, geh ich halt wieder am Strand surfen. 

(Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass der Computer des Hotels in einem derat desolaten Zustand war, dass ich ihn trotzdem noch schnell defragmentiert und aufgeräumt, fehlerhafte Verknüpfungen repariert und den Virenschutz anschließend aktualisiert habe. Urlaub oder nicht, ich kann so ein Gerät eben nicht leiden sehen, da geht was kaputt in mir.)

Ebenso emotional wie ich beim Thema Technik reagiere, wird hier das Thema Essen behandelt. Wo der Australier steht, wird gegrillt. Gesellig hocken sie abends in Scharen an den öffentlichen Grillstationen am Strand oder im Park und genießen ihr Feierabend-Bier bei einem Steak oder einem Steak. Manchmal gibts auch Steaks. Da dies die soziale Basis des australischen Alltags zu sein scheint, haben wir uns dem Brauch angeschlossen und sind mit Kühlbox und Bier ausgerüstet abends zu den Stränden getingelt. Nur eben ohne Fleisch. Damit waren wir ungefähr so cool, wie die Kinder, die damals in der Schule Nusspli statt Nutella auf Brot hatten oder im Bus ganz vorne saßen. 

Eines abends stand ich mit Bier am Grill, als ein freundlicher Familienvater auf nen Schnack zu mir kam. „Was grillste denn da?“ fragte er und lugte dabei in meine Alufolie. Klar, warum soll man nicht zeigen, wenns einem gut geht: „Fetakäse mit Pesto, Scharlotten, Zwiebeln und Tomaten überbacken. Dazu Champions und Paprika mit Knoblauchbutter und frischem Baguette“ zählte ich triumphierend auf. Ich schaute in zwei mitleidige Augen: „Willst du ne Wurst?“. Später beim Abwaschen sind wir nochmal an seinem Picknicktisch vorbei gekommen und seine Familie schaute uns traurig und mit zusammengepressten Lippen nach. Arme Deutsche. 

Das letzte was ich gelernt habe ist, dass Tätowierungen hier salonfähig und Dresscodes nebensächlich sind. Tätowiert ist eigentlich jeder und das meistens großflächig. Ob Ärzte, Polizisten, Obdachlose oder Stewardessen – jeder hier ist bunt und versteckt es auch nicht. Bei unserer ersten der zahlreichen Polizeikontrollen, hielt uns ein Polizist an, der wie Klitschko in groß aussah und dessen Braunkohlebagger-großer Unterarm zwei Schlangen zierten, die mit Pistolen aufeinander schoßen und dabei einen Totenkopf umwickelten. Oha Herr Schutzmann, in Japan kommste damit aber in kein Freibad. Immerhin trug er eine Uniform. Der diensthabende Arzt, der Nadi im Krankenhaus mumifizierte, hatte sich hingegen nur mit Mühe ein Hemd übergeworfen und trug ansonsten Badeshorts und Flip-Flops.

Das gefiel mir neben der atemberaubenden Landschaft eigentlich am Besten an Australien, die sagenhaft entspannte und fröhliche Lebenseinstellung mit der hier jeder jedem begegnet. Wir trafen fast immer auf gesellige und freundliche Menschen, die sich über eine Unterhaltung freuten oder uns mit Tipps nur so überhäuften. Klar gabs hier und da auch grobschlächtige Spitzbuben – aber sie sind nun mal zum Teil ja auch britischer Herkunft.

Ich bin gespannt ob Neuseeland dies hier noch toppen kann.

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Sydney vor dem Sylvester-Ansturm

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Blue-Mountains

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Life is a beach

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Sommer, Sonne, Tier

Da stehen wir an der Straße und warten auf unsere Tour, als ne fahrende Einfamilienhaushälfte an uns vorbeizieht. Ich dachte noch „Wow, stattlich“, als ich schon die Bremslichter sah und der weiße Bus drehte. Heraus sprang: Britta! Damit sind es jetzt offiziell drei Ohlendorfer in Hervey Bay, Queensland. Naja zugezogene und weggezogene eingerechnet. Verrückt!
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Unser Ziel für heute, Fraser Island – die größte Sandinsel der Welt. Auf dieser Insel kann man entweder mit eigenen Allrad-Fahrzeug durch die Dünen und Wege schneiden oder mit einem Gelände-Bus. Leider waren wir etwas spät – falsch, spontan – vor Ort und es gab nur noch die geführte Tages-Tour. Am Anfang wie immer, das Länderquiz: 8 Kandidaten sitzen im Bus und Butch, der Wetter- gegärbte Tourguide geht die Nationen durch. Also, wieviele Deutsche werden es sein, Chinesen kann ich bereits optisch ausschließen – ist ja aber auch wieder viel Wasser und Natur im Spiel:

1. Portugal (OK, kannst nix schlechtes drüber sagen)
2. Dänemark (OK, könnte ich spontan gar nichts drüber sagen)
3. Franzosen (Will ich nichts zu sagen)
4. Thailand und England gemixt (hehe)
5. England (Auf unsere Reise bisher immer sympathisch)
6. Schweizer (das war knapp)
7. Wir
uuuund sollte es tatsächlich klappen….
8. Germany ( Mist, wieder nichts und dann nicht mal Ohlendorfer)

Nach kurzem Schnack hat sich die Gruppe, besonders die Bayern und Engländer aber als super nett heraus gestellt. Guter Start also für den Tag. Kurz geht Butch noch die Sicherheitsanweisungen durch und erklärt, wie stolz er auf sein MAN Fahrzeug ist, weil nur dieses Fahrzeug aus Deutschland über die nötigen Qualitätsanforderungen verfügt ..blablabla.. jaja, wie im Flieger, dieser Sicherheitsquatsch ist doch nur für Versicherungen, damit hier später keiner auf die Idee kommt den Laden zu verklagen – leg endlich den großen Gang ein und fahr los. Und das tat er, denn was dann kam, treibt jedem Sportarzt die Tränen in die Augen. Butch ist derartig schnell und hart über Stock, Stein, Baumwurzel und Dühne geschnellt, dass hinten im Fahrzeug für Sekunden Schwerelosigkeit herrschte. Die Anschnallgurte pressten einem die Luft aus den Lungen, während nicht gesicherte Gegenstände wie Flaschen und Schuhe durch den Wagen flogen. Herr im Himmel, was treibt den Mann an? Hass? Der ganze Bus war krampfhaft im stillen Überlebenskampf verstrickt, nur hinter mir jauchzte es vor Glück. Ein wildes Durcheinander aus lachenden Zähnen und blonden Locken wirbelte Hin und Her, jubelte vor Freude und lachte, während es beim Auf- und Ab sein zweites (oder drittes?) Frühstück verputzte. Ich wollte mich nur für eine Sekunde umdrehen, um auf die Szene einzugehen, als ich meinen Gurt hierzu etwas lockerte oder abschnallte. Ganz genau weiß ich es nicht mehr, denn die nächste Bodenwelle riss mich derartig hart vom Sitz und schlug mich gegen die Scheibe, dass ich kurz Schwarz sah. Das Lachen wurde nun noch stärker und hörte auch dann noch nicht auf, als wir schon längst aus dem Bus ausgestiegen waren um die erste Attraktion unser Tour zu besichtigen.

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Hier hat sie sich kurz im Griff

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Im Hintergrund, das Folterfahrzeug

Was folgte waren 118 Kilometer feinster weißer Puderzucker-Sand und azurblaues Meer. Warum die blumigen Worte? Weil das Meer hier im nördlichen Australien ein bisschen wie „Nur gucken, nich anfassen!!“ ist. Entweder sind hier diese giftigen Quallen unterwegs oder sonst ein Getier. So auch diesmal. „Wer ins Meer geht stirbt“ knarzt es aus den Lautsprechern, „Wenn ihr Glück habt, reisst euch aber die starke Strömung schnell raus und ihr ertrinkt, bevor euch die Haie erwischen … die brüten hier“. Blöde Natur!

Aber ich kann nicht lange düsteren Gedanken nach hängen, denn was ich nun sah, verschlug mir den Atem . Ein paar Meter weit von uns thronte majestätisch eine weiße Dame und reckte stolz ihre Arme in die Sonne. 12,4m Spannweite, 340km/h Höchstgeschwindigkeit und eine Dienstgipfelhöhe von 6100 Metern. Eine Gippsland GA-8. Gelenkt werden durfte sie von einem etwas dicklichen Piloten mit fleckigen Anzug und dem krassesten Minipli aller Zeiten. Wer kann, der kann – der Mann ist Pilot. Ich will hier jetzt nicht noch endlos rumeiern, der Tag war super. Der Flug, Butch’s Folterfahrt im MAN, Schwimmen im Bergsee, Strand, Lunch, Fähre – alles. Australien zeigt sich bisher von seiner schönsten Seite: kein Regen, mich hat noch nichts gebissen und die Landschaft ist wirklich atemberaubend – vorausgesetzt man mag Sonne, Meer, Strand und Dschungel, nen Nadelwald oder gar ein Ski-Gebiet hab ich hier noch nicht gesehen.

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Zu jedem tödlichen Strand gehört ein Wrack

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Der Strand im Überblick

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Diese Haare

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Fußwanderung im Dschungel

Wir überspringen mal ein paar Tage, in denen wir nur am Strand lagen, durch Landschaften gezuckelt sind und es uns hier gut gehen lassen. Wir trinken relativ viel Bier und Wein hier, schließlich ist Dehydration ein nicht zu unterschätzender Gegner in der Sonne, finden abends fast immer ein Pub, eine Bodega oder zumindest ne Eckkneipe und können langsam verstehen, warum es den Menschen hier so gut gefällt.

Was ein bisschen zu kurz kommt, ist unser Tier-Glück. Bisher haben wir nur Schnabeltiere, tausend Echsen, tote Kängurus, Spinnen und Schildkröten gesehen. Also, wenn die Tiere nicht zu uns kommen wollen, müssen wir eben zu den Tieren. Wir haben uns für Steve Irwin’s Australia Zoo entschieden. Steve Irwin ist (war) der Crocodile Hunter und in Australien so etwas wie ein Volksheld. In Deutschland kennt man ihn vor allem von RTL2, wo er in seiner Doku mit allerlei australischen Vieh schmuste und selbst die gefährlichsten Tiere mit einer an Autismus grenzenden Freude vorstellte. Dabei war er stets in Khaki gekleidet und schrie pausenlos „Crikey“. Seine Familie leitet nach seinen Tod den Park und man kann dort australische Tiere so artgerecht beobachten, wie es ein Zoo eben zulässt. Für mich ohne Tollwut Impfung ein gefährliches Spiel. Wir haben also den Nachmittag damit verbracht uns durch die australische Fauna zu gucken, Koalas und Kängurus zu streicheln und an einer Krokodilfütterung teilzunehmen. Besonders Koalas haben es uns dabei angetan, da es wohl kein Tier gibt, was eine ausgeprägtere Scheissegal-Einstellung pflegt. 20 Stunden am Tag wird gegessen und gedöst. Nicht mal zum Trinken müssen die Knaben vom Baum, da sie ihre Flüssigkeit aus den Blättern ziehen. Evolution at its best. Nebenan sitzt ein Vogel im Gehege, der Tag und Nacht den Wald aufräumt, Baumsamen verteilt und sich ein Bein für die Natur ausreisst, weil er aber hässlich wie die Nacht ist, heißt er nur „Hausmeister des Waldes“, während alle vor den Koalas stehen und ihnen den Rücken kraulen während sie schlafen.

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Picknick in der Sonne

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Mein Lieblingstier - davor leider ein Känguru im Bild

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Wie immer ein Tierfreund. Da lässt sich das Vieh von jedem im Park füttern, aber kaum kommt Magnani - schnell weg

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Freunde unter sich. Der eine schläft und isst 20 Stunden am Tag, der andere ist ein Koala

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Der ungekrönte Boss im Zoo

Jetzt sind wir in Brisbane angekommen, haben wieder ne Wohnung und schauen mal was die Stadt so zu bieten hat. Morgen wollen wir zum Rugby und bis dahin werden wir uns schon die Zeit vertreiben.

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Faule Bande

Ja wir sind faul geworden – aber wir leben noch und das ist ja auch schon was. Nachdem wir den schrillen Sünden-Pfuhl Asien verlassen haben, wo wir jeden Tag irgendwas Merkwürdiges erlebt oder selbst gemacht haben, sind wir in den heimischen Schoß Australiens eingeflogen. Herrlich. Schönes Wetter, Menschen die einen verstehen und atemberaubende Natur.

Und es hätte besser nicht anfangen können. Schwer gewappnet, unseren 8-stündigen Flug von Bangkok nach Sydney hinter uns zu bringen, betraten wir unseren fliegenden Tempel der Marke Quantas und mussten uns gleich ein wenig über unsere Plätze wundern. Sollte dies etwa? Jupp, UPGRADE!!!! Wir hatten Zimmer in Asien, die waren kleiner als unser jetziges Sofa. Trunken vor Glück haben wir also wie zwei junge Hunde auf den Plätzen getobt, gegenseitig Fotos gemacht und alle Extras ausprobiert, die so ein Upgrade eben mit sich bringt. Als der „Service Manager“ kam, um uns persönlich in Landestracht zu begrüßen und dabei einen Schwatz mit uns zu halten, war die Sache klar: Uns standen 8 Stunden Sonnenschein bevor. „Ich hätte gern einen Gin-Tonic, bügeln Sie mir bitte die FAZ von übermorgen auf und zum Dinner entscheide ich mich für den Fasan.“ Naja so ähnlich auf jeden Fall.

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Endlich standesgemäß Reisen

Als wir nach Umsteigen dann in Cairns landeten, floß uns sofort der Saft in die Stiefel. Wenn Asien heiß war, war Cairns richtig heiß. Also schnell zur Mietwagen Station um unsere weiße Präzisions-Lenkwaffe von Toyota abzuholen und in das links geleitete Verkehrssystem einzutauchen. Am Hotel dann der Schock. CHINESEN. Als ich nach dem langen Tag in Richtung Rezeption schlurfte, um mir für 5 australische Dollar 20 Sekunden Internet zu kaufen, nahm ich bereits das vertraute Hochziehen mit anschließender Erleichterung wahr. Spuckende Chinesen. Wie in einer Folge „The Walking Dead“ grasten im Vorzimmer des Hotels ein Rudel von ca. 20 Asiaten durcheinander und drängelten, rafften und spuckten in trauter Einkehr vor sich hin. Ich nahm meine Beine in die Hand um schnell Nadi zu warnen, doch ich kam zu spät. Bereits von Weitem hörte ich ein lautes und angewidertes „Bäh“, was von unserer Terrasse herüber kam. Sie waren also auch schon hier. „Weißt du wer eben in den Pool gerotzt hat?“ empfing es mich. „Ja, Chinesen. Ich hab sie auch gesehen und uns bleibt nicht mehr viel Zeit.“

Seitdem fährt unser Toyota ein Rennen gegen die Zeit und chinesische Touri-Busse. An Land passen wir unsere Ziele den Touren an. Wir schnappen uns also die Angebote aus den Hotel-Lobbys und fahren sie mit dem Mietwagen nach, allerdings zeitversetzt. Touren auf dem Wasser sind ohnehin kein Problem, da H2O ein natürlicher Feind des Chinesen zu sein scheint, so waren wir bisher auf den Whitsunday Inseln und dem Great-Barrier-Reef sicher. „Chinesen gehen nicht so gerne ins Wasser und in die direkte Natur“ sagte uns die australische Führerin auf dem Tauchboot im Riff, „Sie buchen meist die Glasboden Tour und bleiben unter sich“. Und tatsächlich, am Anleger gegenüber lag die Arche Mao vor Anker. Ein dreistöckiger Motor-Katamaran, vor dem eine nie enden wollende Schlange Spucker stand. Mitten drin standen zwei Europäer – die armen Seelen, aber wir konnten nichts mehr für sie tun. Langsam fuhren wir aufs offene Meer hinaus und überließen sie ihrem Schicksal…

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Im Riff, am Riff und ums Riffs herum

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Schildkröten, Clown-Fische und blonde Seegurken

Die andere Volksgruppe hier sind Deutsche. Überall Deutsche. In Supermärkten, in Parks und auf Touren sowieso. In einem Supermarkt habe ich 40 gezählt, was relativ einfach war, denn nur wir Deutschen stehen vor der Schnäppchen Ecke und versuchen, das fast abgelaufene Brot oder den Joghurt, der schon nicht mehr in der Kühlung steht, für einen Dollar zu schießen. Naja eigentlich standen da nur 39, denn eine von uns zog ihre nie endenden Streifzüge durch die Regale um ihren Trieb nachzugehen: Dem Hunger. Die Rede ist von: Der Magnani. Ich kenne meinen Kumpel, Reise- und Lebenspartner jetzt schon 9 Jahre, aber noch nie ist mir ihr Appetit so deutlich bewusst geworden. Sie isst immer. Wären wir ein Zoo, müsste ich mir überlegen, ob ein Magnani im Unterhalt überhaupt wirtschaftlich ist. Denn wenn sie nicht isst, denkt sie darüber nach, wann sie wieder essen kann. Es müssen 5 Mahlzeiten am Tag sein (3x groß, 2x Snacks), sonst gibts ein riesen Hallo. Wenn eine Mahlzeit ausfällt oder irgendwie schief geht (Portion zu klein, zu scharf, nicht schmackhaft, etc…), muss die folgende Mahlzeit dies wieder wettmachen (“ Heut hab ich mir aber ne Vorspeise verdient“). Geschmack steht dabei an zweiter Stelle, da Restaurants und Gerichte nach Größe der Portionen ausgewählt werden. Wir zuckelten also wieder mal über eine nie enden wollende Straße im Nichts als Nadi fragt „Soll ich mal fahren? Ich möchte dich entlasten“. Blick aufs Navi: Abbiegen in 44 Kilometern, schnurrgerade Strecke, kaum Verkehr und der chinesische Reisebus muss noch Kilometer hinter uns sein- was soll passieren? Wir tauschen also. Nach 5 Minuten ertönt die Stimme erneut: „Wenn ich schon fahre kannst du mir wenigstens ein Brot schmieren und ein paar Früchte geben“. Entlastung also. Katrin, Doris … war das Mittags immer so?

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Möwen und Nadi wollen gefüttert werden

Das war bisher schon fast alles was sich zu erzählen lohnt. Wie gesagt, wir werden faul. Gerade sitzen wir in einem Appartement in Airlie Beach, können endlich mal wieder selbst kochen und haben Blick aufs Meer. Neben Gin-Tonic und Guinness, gibt es Bratkartoffeln mit Ei und Gurke. Das richtige Abendessen für 34 Grad im Schatten. Als Überraschung habe ich Nadi noch ein besonderes Schmankerl mitgebracht. Der Fernseher hat nämlich einen USB Anschluss und ich kann endlich auf meine Videothek zurück greifen, die ich auf meinen USB-Stick stets bei mir führe. In der Abendvorstellung heute: Bud Spencer in „Der Dicke in Mexico“. Die Sonne geht langsam vor unserem Balkon unter und es ertönen Klänge von sich prügelnden Menschen in TV. Glücklich.

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Down-Under mit Klasse

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Paronella Park (Danke Haik)

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Dschungel Wasserfall

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Grillen am Strand

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Weit und breit weiß, inklusive uns ...

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Nur wir, Flecken auf der Kamera und Hitze

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Unser Dampfer ins Inselglück

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Wenn ich nicht aufgepasst hätte, wäre ich fast mit dem seltenen heimischen Wald-und Wiesen Vielfraß zusammengestoßen.

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Karma-Rennen.

Nach Schädelbruch (fast), Lebensmittelvergiftung (fast) – wurde mir jetzt auch noch die Kreditkarte geklaut und jemand gönnt sich für 589,16 EUR in Da Nang, Vietnam, ein schönes Leben. Ich hoffe die Klamotten aus dem „Megabrand Jeans Store“ passen noch nach dem Besuch im „Lucky Café“ und der Übernachtung im „Riverside“.

Die Folge: Man hat mir soeben unehrenhaft die Bauchtasche abgenommen und mich aus den finanziellen Diensten entlassen. Jetzt bin ich nur noch der Touri mit dem Rucksack und der Kamera …. mal gucken wie lang ich die noch hab.

Im Karma-Unglück-Rennen steht es jetzt also 3:0 für mich gegen Nadi.

Gott sei Dank waren wir heute mit einem ehrlichen Tuk-Tuk Fahrer an der „Lucky Buddha Statue“ in Bangkok und haben für Glück nen Rauchstab angekokelt. Leider stellte sich heraus, dass es nicht die offizielle „Lucky Buddha Statue“ war, sondern irgend ne gelbe Figur bei jemanden in der Garage, wie mir Google gerade sagt. Als wir dem Tuk-Tuk Fahrer dann auch nicht mehr zur Klamottenfabrik folgen wollte, eskalierte die Situation und wir haben uns im Streit getrennt. Die 40 Bath hat er behalten. Viel Spaß mit den 92 Cent du Arsch…

Jetzt erstmal nen Schnaps.

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Elefanten – oder so ähnlich…

Dieser Bericht wird von meiner Seite etwas kürzer oder zumindest nicht so informativ ausfallen – aber dazu später mehr. Der Grund warum wir gerade so viel schreiben liegt darin, dass wir sehr viel durchs Land reisen. Auf ner Karte sinds nur ein paar hundert Kilometer, aber da es hier keine Bahnstrecken und nur Flughäfen für Propeller-Maschinen gibt, sitzen wir im Bus…schon wieder. Fairerweise sollte man sagen, dass es auch meist keine Strassen gibt, aber dass soll hier keinen stören. Busfahren hingegen bedeutet Zeit mitbringen, 9 Stunden um genau zu sein, denn so lange dauert die Fahrt nach Sen Monorum, der Heimat der Elefanten.
Hier gibt es das Elephant Valley Projekt, ein Projekt in dem Elefanten, die misshandelt oder nicht-artgerecht behandelt wurden, wieder in den Dschungel ausgewildert werden. Dschungel? Schon wieder? Ja, Dschungel – schon wieder! Wir beide kommen also nach 9 Stunden Fahrt, im filmreifen Sonnenuntergang der Ost-kambodschanischen Bergregion an und waren voller Vorfreude was noch kommen soll. Und es kam noch was, zumindest für mich.

Die Vorfreude ist auch dadurch bedingt, endlich den Bus verlassen zu dürfen, denn stundenlang sind wir durch die eiskalte Folklore-Hölle gegangen. Die Lüftungsregulierung der Klimaanlage im Bus war kaputt und es gab nur die gnadenlose Eiszeit-Stufe bei voller Windgeschwindigkeit – zugegeben, ein Kontrast zu den sommerlichen 35° Außentemperatur. Wir mussten uns also mehrere Kleidungsschichten überziehen, wodurch sich Nadi in einen sunnitischen Freiheitskämpfer verwandelte. Ein anderes Problem war das Board-Entertainment. Neun unendliche erscheinene Stunden lang, liefen traditionell kambodschanische Folklore Videos in Endlosschleife, selbstverständlich auf höchster Lautstärke und dargeboten von farbenprächtigen Barden. „Sorry, kann man das vielleicht ein bisschen leiser machen? Das ist sehr laut“, fasse ich mir ein Herz und frage den Busfahrer. „Haha, no no“ entgegnet dieser. Natürlich nicht. Nur als er wenig später kurz telefonieren will, scheint es wie durch Zauberhand wieder zu funktionieren. Busfahrer, Prüfer und Fahrschullehrer sind wohl auf der ganzen Welt alle gleich.Die Landschaft ist aber alle Mühe wert und wirklich wunderschön hier draussen.

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Nadi als Widerstandskämpfer

Es gibt auch noch ein Video aber das Hochladen dauert hier ewig. Kommt aber noch.

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9 scheiß Stunden

An der Pension angekommen, erwartete uns ein Traum aus Holz – Rundum Holzvertäfelung – um genau zu sein, inklusive eines Badezimmers geschmückt mit der Sekundärbehaarung des Vormieters. Aber sanitäre Anlagen sind ja eher Magnani’s Problem, da ich mich hier eh nicht lang aufhalten werde. So der Plan.

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Holz in der Hütte

Dem guten Gastgeber rasch zur Küche gefolgt, in dem der Koch (der auch schon unser Taxifahrer war) bereits unser Abendessen zubereitete, etwas Small Talk und dann wieder aufs Zimmer – schließlich wollen wir morgen früh zu den Elefanten. Ich war gerade beim Lesen als ich ein lautes Quicken aus dem Bad vernahm. „Da ist eine Spinne“. Augen rollend warf ich meinen Schlafsack zur Seite, klopfte Nadi noch wohlwollend jovial auf die Schulter und setzte zum „Ach Schatz, soll der Mann im Haus ma….. heilige Scheiße“ Was da im Bad saß war keine Spinne sondern ein Tier. Alles was größer als eine Kinderfaust ist und ich mit meinem Schlappen höchstens verwirren kann, darf ich hier in einem hoch buddhistischen Land bestimmt nicht töten. So meine Ausrede. „Zieh hier jetzt bloß kein Männer Ding durch Schliecker, sondern lass uns einfach jemanden holen“ kam es von links. „Kein Problem, mein männliches Selbstwertgefühl opfere ich gerne für das Ding da, hol den örtlichen Henker und lass es uns zu Ende zu bringen“.

Ich hatte den Koch-Taxifahrer erwartet, aber es kam sein 12 Jähriger Sohn. Natürlich. Als der Lütte die Hütte betrat, saß ich betont lässig auf dem Bett, die männliche SportBild in der Hand und wies mit einem Nicken zum Ort des Verbrechens. Die Schreie und Schüsse aus dem Bad muss ich wohl verpasst haben, aber jedenfalls kam er wenig später mit der Leiche an mir vorbei und hat sie im Dschungel entsorgt. Nadi saß danach wie eine Eule auf ihren Bett und starrte in alle Ecken…pah Frauen, das bisschen Spinne…

In der Nacht weckte mich dann mein Magen. Bitte nicht. Ich hatte bereits die Peking Ente in China dank Willenskraft in mir gehalten aber diesmal würde es einen Exorzisten bedürfen. Ich bin im Kopf kurz meine Optionen durchgegangen. Es gab keine. Da wir uns entschlossen haben, diesmal leicht zu reisen und unser Gepäck im Hotel in Phnom Penh zu lassen, haben wir auch Nadis Reiseapotheke dort gelassen. Diese Reiseapotheke beinhaltet jedes Heilmittel der westlichen Medizin und wir könnten damit vermutlich sogar am offenen Herzen operieren – nur leider trennen uns neun Stunden Folklore Bus von ihr. Ich war also auf mich gestellt…naja eigentlich habe ich bereits gekniet als mir diese Gedanken durch den Kopf stiegen, denn egal wie eklig diese Toilette war, jegliche Form von Scham hatte der Sohn des Gastgebers ohnehin schon zusammen mit der Spinne hier im Bad getötet. Es wurde hässlich.

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Rollentausch: Mein Nemesis

Als der Wecker um 6 klingelte, lag ich frierend und halb tot auf dem Bett – an Elefanten nicht zu denken. Da ich Nadi aber nicht alleine gehen lassen wollte, habe ich mich angezogen, „frisch“ gemacht und bin ihr zum Bus gefolgt, der uns zum Treffpunkt bringen sollte. Natürlich lag dieser Treffpunkt neben einer Garküche, in der gerade wieder irgendwas zubereitet wurde, was meinen Magen in Lauerstellung brachte. Mir brach kalter Schweiß aus und ich musste Nadi davon überzeugen, ohne mich zu den Dickhäutern zu fahren. Im Gedanken, dass mir etwas Bewegung und frische Luft gut tun würde, machte ich mich alleine auf den Rückweg. Ein Irrglaube, denn 50 Meter weiter kniete ich bereits wieder am örtlichen Kreisel. Schleppend erreichte ich die Pension, in der ich den heutigen Tag in wundervoller Dunkelheit verbringen würde. Ich kaufte noch eine asiatische Red Bull Variante und eine Cola. Wem Energie fehlt, der braucht Energie – ganz klare Gleichung.

Ich weiß nicht, was mich geritten hat, aber dieser No-Name Energy Drink war definitiv die falsche Wahl. Ich lag im Bett und mein Herz hämmerte wie das einer Spitzmaus mit Todesangst. Als Nadi spät am Abend heim kam, lag ich noch unverändert an der gleichen Stelle und starrte ins Dunkel. Gott sei Dank hat sie mehr Grips als ich, kaufte Wasser und peppelte mich soweit reisefertig auf, damit ich die Reise im 9-Stunden-Folklore-Bus zumindest körperlich überstehen konnte. Denn es ging schon wieder zurück nach Phnom Penh. Tolle drei Tage.

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Mein Verließ

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Nadis Tag: Elefantenwaschen

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Nadis Tag: Elefantenwaschen

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Bla bla bla: Immer noch Nadis Tag

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Das könnte ich auch stundenlang machen

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... Elefanten...schon wieder

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