Finale. 20 letzte Fragen an Christoph

1. Welches Land bleibt Dir in bester Erinnerung?
Ich glaube als Gesamtpaket hat mir Australien am besten gefallen. Die unfassbaren Strände, das Wetter, die Lebensart, die Natur, Surfen. Japan ist dicht dran, aber insgesamt war Australien einfach der Kracher.

2. Dein peinlichstes Erlebnis?
Ach da gabs ein paar… Ich glaube aber das war in der Casino-Stadt Macau. Als wir nach Tagen der Entbehrung (…) in dem Nobelbunker ankamen und uns bereits um 10 ohne mit der Wimper zu zucken ein Gin-Tonic eingeschenkt wurde, waren wir voller Vorfreude auf ein bisschen Glücksspiel und Luxus ganz aufgedreht. Ich hatte schnell die Lampen an nach dem ersten Drink und wollte ins Casino. Der Page, der an der Tür stand und sich dabei besonders weit und devot nach unten verneigte, hatte seine Hand dabei elegant ausgestreckt, um mir den Weg zu zeigen. Für eine Millisekunde dachte ich aber, er wollte cool abschlagen und hab ihn daher ein lautes High-Five spendiert. Sein Gesicht, das Gesicht aller anderen und das Geräusch, als ich ihm krachend in die vornehme Hand geklatscht habe waren super.

Außerdem war da noch ne Geschichte auf ner alten Fähre in Australien. Ich musste auf Toilette und hab die Herren-Abteilung ganz vorne auf der Ladefläche gefunden. Etwas Gedanken verloren machte ich mich an der Tür zu schaffen, die wohl etwas zu klemmen schien. Aus dem Grund riss ich mit Gewalt daran und die Tür sprang schließlich auf. Vor mir saß eine junge Frau auf der Toilette und sah mich schockstarr an. Vor Schreck bekam ich die aufspringende Tür nicht mehr zu fassen und sie knallte komplett auf und verhakte sich dabei etwas. Als wäre dies nicht genug, befand sich das WC eben ganz vorne auf der Ladefläche frontal zu allen geladenen Fahrzeugen, die dort noch voll besetzt parkten und warteten bis sie aussteigen konnten. Jeder starrte uns an. Ich erwischte die Tür schließlich, knallte sie schnell zu und drehte mich höflich weg. Da ich wirklich musste, blieb mir nur übrig auf sie zu warten und mich noch einmal zu entschuldigen, während sie mit hoch roten Kopf an mir und allen anderen vorbei schlich.

3. Dein witzigstes Erlebnis?
Ich mochte den Typen, in dessen Scheune wir in Vietnam gepennt haben. Ich hab noch nie jemanden so viel fluchen, trinken und lästern hören – und ich war bereits in ein paar üblen Kneipen in Irland. „Fucking rain. If its not going to stop, all fucking Vietnamies will die, just because they cant fucking swim. Why should they? All they do is working. And if they have an hour or two where they are not fucking working, they definetly dont want to learn something they dont have time for. I could teach them, but I wont. I’m lazy. Fucking rain“.

4. Welche neuen Eigenschaften und Macken hast du am jeweils anderem kennen gelernt?
Der nie enden wollende Appetit und ihre Paranoia was Sicherheit angeht. Jede von mir geschlossene Hotel oder Autotür wurde überprüft, ob sie tatsächlich geschlossen ist. Sobald irgendwas von Wert länger als ne Minute im Hotelzimmer lag, wurde es im Safe verschlossen. Sogar die Zahnbürste wurde versteckt, aus Angst, die Reinigungskraft würde sich über unser Zimmer ärgern und etwas mit der Bürste anstellen. Danach habe auch ich die Zahnbürste versteckt. Eklig so was.

5. Was war der nützlichste Gegenstand, den du dabei hattest?
Tragbares WLAN. Ich weiß, viele Fragen sich, warum man im Urlaub nicht mal ohne kann, aber auf Reisen ist es einfach super praktisch. Hotelzimmer buchen, Routen und Touren planen und und und. Super günstig und einfach praktisch. Ach ja – und die Kühlbox.

6. Was war der unnützeste Gegenstand, den du dabei hattest?
Die Rucksäcke. Nie, aber auch wirklich nie dachte ich: „Na Gott sei Dank haben wir keinen Koffer“. „Wir sind ja keine richtigen Reisenden wenn wir keine Rucksäcke haben“, war der Gedanke. Also haben wir nen 90 Liter Rucksack und einen „kleinen“ 70 Liter Rucksack besorgt. Nadi nimmt den Großen und trägt den Kleinen, ich mache es anders herum. Ich glaube ab Kambodscha wurden die Karten dann neu gemischt. Ich behalte den kleinen Rucksack zwar, trage aber dafür beide. Schließlich sind die Dinger verdammt schwer und unhandlich. Wenigstens bleibt die Kleidung in so einem Rucksack dafür schön knittrig und man kommt an nichts ran. Ab Australien hatten wir dann ein Mietwagen und die Biester wurden überhaupt nicht mehr bewegt. Scheiß Dinger.

Außerdem haben wir noch ne riesen Reise-Apotheke mit, die niemals benutzt wurde (Das bisschen Bepanthen für mich ausgeschlossen) und ich bin sicher, irgendwo ein Mücken Netz gesehen zu haben.

7. Wo war das beste bzw. schlechteste Preis-/Leistungsverhältnis?
Schlecht: Nichts wird jemals wieder meine 240 Euro Reinigung toppen. Wie gesagt, hätte ich mir einfach die T-Shirts und Unterwäsche neu gekauft, wäre es billiger gewesen.
Gut: Pony-Poo für $1. Fast geschenkt.

8. Was waren die Top3 Erlebnisse für dich?
Da gabs viele aber ich nehme mal die prägendsten:
Den abenteuerlichen Besuch der chinesischen Mauer
Silvester in Sydney
Alpin-Wanderung

9. Die Top3 Orte, die du besucht hast?  
Tokio. Einfach krass
Byron Bay. Schönste Zeit in Australien.
Macau. Das La Vegas Asiens war schon beeindruckend und witzig. Außerdem will ich nicht nochmal Australien nehmen.

10. Was war dein Lieblingsereignis mit anderen Touristen?
100% der Deutsche an der thailändischen Grenze. Ich glaube, dass ich noch nie eine dümmlichere Person kennen gelernt habe. Wir sind ein Bus mit 30 Leuten, die von Kambodscha über die Grenze nach Thailand wollen. Der Veranstalter kümmert sich um Visa/Pässe/Einreise/Gepäck – als alles. Geplante Dauer der Reise: 6 Stunden. So der Plan.

Wir werden vor dem Grenzübergang aus Kambodscha aus dem Bus gelassen, sollen zum Zoll gehen (auschecken) und uns danach geschlossen vor der thailändischen Grenze treffen, wo wir unsere Papiere bekommen und dann die Grenze passieren. Hinter der Grenze warten 28 Leute in der sengenden Hitze. 2 Leute fehlen. Der Veranstalter wird nervös, wo sind die anderen? Tod? Verhaftet? Nach 40!!!!!!!!! Minuten kamen die beiden Vermissten langsam angeschlendert. Rosa Hemd, baby-blaue Hose und ne Gran-Canaria-Kappe auf. Der Gesichtsausdruck veriet, dass diese Person ohne nennenswerte Kernkompetenz ausgestattet wurde und vermutlich nur aus Haut und sinnloser DNA bestand. Sie dachten, wir sollten vor der Grenze zu Mittag essen und haben daher ne lange Pause gemacht. Bitte wer hat schon mal von ner Tour gehört, die befiehlt: „Leute, es ist jetzt ganz wichtig dass ihr satt seid für die kommenden Aufgaben. Bitte geht und esst zu Mittag!“ Die Stimmung der anderen war milde ausgedrückt, gereizt. Also weiter.

Nein stopp, die Frau der beiden muss jetzt ganz dringend auf Toilette. „Sonst geht nix“, verriet sie mit einem Lächeln. Wieder warten. Als sie endlich zurück kommt (wieder langsam), fehlt Gran-Canaria schon wieder, der allen ernstes an einer Schlange ansteht, um sich nen scheiß Eis zu kaufen. Wir stehen in einem Grenzstreifen, es ist sehr heiß und er macht hier auf Ferien. Endlich kommt er auf Drängen des Veranstalters wieder und wir können zur Passkontrolle.

Die Passkontrolle findet in einem nicht klimatisierten Raum statt, in dem es zwei unfassbar lange Schlangen gibt, plus einer kurzen für Besitzer eines thailändischen Passes. Große Schilder deuten darauf hin, dass unser eins sich wohl oder übel an der langen Schlange anstellen muss, an dessen Ende ein sehr grimmiger thailändischer Beamte in Seelenruhe die Pässe kontrolliert. Wir 30 stehen also in der Schlange und müssen stundenlang warten. Wir 30? Nein, wir 29. Denn Gran-Canaria steht in der kürzeren Schlange für Einheimische an. Gütiger Himmel, wenn er nicht bald herüber kommt, müssen wir wieder warten. Schließlich wird auch unsere Schlange nicht kürzer. Gewitzt dreht er sich rum und grient uns an. „Clever, was? Hier gehts viel schneller“ ruft er Frau Gran-Canaria zu. Ja clever. Wenn schon nicht das übergroße Schild „Nur für Bürger aus Thailand und Kambodscha“ ihn überzeugt, dann doch bitte wenigstens die Tatsache, dass er der einzige Nicht-Asiate in der Schlange ist. Eine Schalter-Beamtin wird auf ihn aufmerksam und geht herüber. Jetzt diskutieren sie, wobei er immer wieder grinsend an seinem scheiß Eis schleckt. Recht schnell zeigt sich, wer bei der Diskussion der Chef an der Schippe ist. Die Beamten lässt sich nicht überzeugen und er schlurft schulterzuckend zurück ans Ende unser Schlange. Mit satten 3 Stunden Verspätung kommen wir schließlich in Bangkok an.

11. Was war dein ärgerlichstes Ereignis?
Die verpatzten Flüge nach Neuseeland inklusive Auswirkung auf Hotel und Mietwagen. Das hat die Planung schon verzerrt und uns Zeit, Nerven und Geld gekostet. Sonst hab ich mich eigentlich selten geärgert. Reibungsloser kann eine Reise nicht laufen.

12. Meist benutzter Satz pro Land?
China: Igitt.
Japan: Ich kann nicht glauben wie sauber das hier ist. Toll.
Hong Kong: Die haben hier echt nur Edel-Boutiquen
Macau: Ich kann uns alles wieder zurück gewinnen.
Vietnam: Ich hab mir den Kopf gestoßen.
Kambodscha: Ich glaub ich muss spucken.
Thailand: Meinst du das ist ein Kerl?
Australien: Die Sonne ist hier echt ziemlich heftig.
Neuseeland: Also wenn die Sonne weg ist, wird es echt kalt.

13. Welche 3 Sätze hast du am häufigsten vom anderen gehört?
– Lass uns mal überlegen, wo hast du es denn zuletzt gehabt?
– Asiaten!
– Könnt nen kleinen Snack vertragen.

14. Was würdest du das nächste Mal anders machen?
Weniger Neuseeland, mehr Wärme. Die exotischen Länder haben mich einfach mehr fasziniert. Neuseeland und ich wurden einfach nicht grün miteinander.

15. Welche Menschen haben bei dir einen bleibenden Eindruck hinterlassen?
Achtung, sehr subjektiv (wie alles hier)
Positiv: Japaner. Was für ein bescheidenes und freundliches Volk. Bis auf den Taxifahrer, der mich geschlagen hat. Engländer: Waren fast ausnahmslos witzig und freundlich.
Negativ: Chinesen. Ich weiß auch nicht, irgendwie ein fremdes Völkchen für mich. Außerdem, die ständig meckernden – meist deutschen – Touristen, denen man es nicht recht machen kann.

16. Schönste/schlechteste Unterkunft?
Am schönsten war unser Strand Haus in Byron Bay. Großes Kino. Am schlimmsten war das Hotel in den Blue Montains. Bereits der Slogan „Charme der 20ger Jahre“, hätte mich stutzig machen sollen. Es sah aus wie ein riesen Puppen Haus und hat auch so gerochen. Normalerweise fahren in so einem Hotel um Mitternacht, irgendwelche Gruselkinder auf nem Dreirad durch die Flure und tyrannisieren die Gäste. Vielleicht guck ich auch einfach nur zu viele Filme.

17. Was nimmst du an Erfahrung mit nach Hause?
Ich verehre indisches Essen und versuche lockerer zu werden. Weniger Stress, mehr gute Laune. Klingt zwar wie ein Hippie, aber das sind meine Vorsätze. Außerdem habe ich viel gelernt und von der Welt gesehen. Genau wie es der Plan war.

18. Dein Fehlkauf im Urlaub?
Ein Body-Board (1x benutzt) und eine Stirntaschenlampe (0x benutzt).

19. Lieblingsessen auf der Reise?
Indisches und vegetarisches Essen. Außerdem das Steak in Christchurch. Vielleicht sollte ich vegetarisch streichen.

20. Worauf freust du dich am meisten zu Hause?
Brot. Bett. Familie und auch ein bisschen auf den Alltag….

Kategorien: "Weltreise" | Hinterlasse einen Kommentar

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