Liebes Australien,…

…ich mag dich. Du bist hübsch und freundlich und machst es einem in vielen Angelegenheiten des Reisens sehr einfach. Zum Leben ist es bei dir sicherlich auch ganz fein – zwar nicht für mich, denn ich mag Dunkelheit und Regen, sprich Jahreszeiten. Mag meine Haut auch viel lieber. Die hat nämlich gar nicht gut auf dich, dein Klima und dein Wasser reagiert und mir gleich einen Ausschlag verpasst, der sich trotz Antibiotika weiter ausbreitet. Aber gut, wer ahnt denn, dass das Salzwasser hier zu warm zum Heilen ist und sich darin dann erst recht allerlei Bakterien sammeln.

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Blue Mountains

Ansonsten hab ich eine Menge von dir gelernt:

– Deine Trink- und Kneipenkultur hast du von den Briten, dein Essverhalten von den Amerikanern. Dafür gibt es in den Supermärkten mehr Auswahl für Vegetarier und Menschen, die Haferschleim mögen.

– Wlan/Internet scheint bei dir noch kein großes Thema zu sein, wenn du so viel Geld dafür verlangst, am liebsten 10 Minuten-Einheiten vergibst oder gleich überrascht antwortest „Sowas haben wir nicht“. Kein Ding, „SOWAS“ stürzt ja auch nur ganze Regierungen und ordnet Gesellschaften neu. Wenn du hier nicht aufpasst, überrennen dich die Asiaten (und nicht nur als Touristen) – die Gesellschaften mit dem freien Internet von heute sind die Wirtschafts-Gewinner von morgen. Sagt Nadi!

– Dein Sydney an Silvester ist so sagenhaft großartig, auch wenn nur 10 Minuten lang, aber in jedem Fall das absolute Highlight der Reise!

– Ich durfte 4 Wochen in deinem Land verbringen, ohne dass mir ein Hai, Quallen oder riesige Huntsman- Spinnen über den Weg gelaufen sind. Da war Asien viel schlimmer. Danke dafür.

– Links Auto fahren kannste behalten. Ist für mich ganz angenehm. Das kann ich nämlich nicht – denkt Chrischi jedenfalls. Musste allerdings erst sehr dicht an einen Trecker heranfahren (an der Beifahrerseite), um Chrischis Erinnerung an einen aufgeschlitzten Ford Ka in Schottland wieder aufzufrischen, um es mir so für die nächsten 4 Wochen auf dem Beifahrersitz gemütlich machen zu können.

– Für den Geiz meines Mannes warst du jeden Tag eine große Herausforderung. Auf Touren musste ich mich permanent betrinken, um die in den teuren Preis inbegriffenen Getränke wieder rauszuholen. Im Koala Hospital habe ich ungläubige Blicke geerntet, als ich 10 (!) Dollar in den Spendentopf getan hab; am liebsten wollte er sie mir aus der Hand schlagen. Und wehe, es wurde der Toast nicht aufgegessen. Eher wird er schimmelig gegessen, als dass man den einen Dollar verliert. Aus dem teuren Einkauf an Weihnachten von 200 Dollar haben wir „13 Mahlzeiten rausgeholt, morgens, mittags, abends, was nur 7$ pro Mahlzeit, pro Person macht“ (O-Ton Chrischi). Geiz- Freak! Zum Glück hat er mich dabei, die schon längst die Kreditkarte durchgezogen hat, während er noch wild den Benefit  durch Tagessatz rechnet.

– Wenn man nicht in einem Zelt oder im Auto pennt, ist man im Lieblingsland deutscher Abiturientinnen eher der Außenseiter. Ungläubig wurden wir gefragt, wenn wir denn nicht zelten, in welchen Mehrbettzimmer-Hostel wir denn schlafen. Hier bedurfte es wieder des Hinweises, dass wir 30 sind – mittlerweile oft und mit stolz gesagt – um zu vermitteln, dass wir zu alt für derlei Unsinn sind. Fakt ist, Chrischi mag es gern schön/sauber/gemütlich und hasst Mehrbettzimmer und Campen und ich muss nachts auf Toilette (ja, immer!). Konnte ihn trotzdem überzeugen, in Neuseeland einen Camper (mit Toilette) für die Südinsel zu mieten. Bin gespannt!

Das war es erst mal liebes Australien… Aber wir sehen uns wieder, ganz bestimmt.

P.S: Karma-Rennen. Auch wenn Chrischi mir für jeden Arm jeweils einen Punkt geben will, kann ich gar nicht mehr aufholen, da er sein Handtuch verloren hat und es somit 7:1 (bzw. 7:2) steht. Ha!

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Komisches Tier

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Kategorien: "Weltreise" | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Liebes Australien,…

  1. Ingrid Balazs

    Hallo ihr beiden,
    das mit dem Camper ist eine super Idee! Machen wir auch gerne in den USA. Ein paar von ganz vielen Vorteilen: wenn man nachts oder unterwegs mal aufs Töschi muss (passiert mir regelmäßig!) ist das problemlos. Hat man unterwegs mal Hunger oder Durst: ein Kühlschrank gehört zur Grundausstattung, muss man leider nur selber füllen! Und das allerbeste: die schönsten und günstigsten Stellplätze zum Übernachten sind oft in State Parks, weit weg von jeder Zivilisation wie: künstliches Licht oder Straßenlärm. Zusammengefasst für Romantiker: Neben seinem kleinen Haus auf Rädern sitzen und traumhafte Sonnenuntergänge und Sternenhimmel genießen. Kleiner Tipp: vergesst nicht ein paar Windlichter mitzunehmen (Anzünder nicht vergessen!), dann findet ihr im Dunkeln die Bierdose besser!

    Habt weiterhin so schöne und aufregende Zeiten! Bin ganz gespannt auf die nächsten Berichte und Fotos!

    Gruß Ingrid Balazs (und auch von Bela)

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