Kambodscha: Inselhopping, Toilettenwahnsinn, Sonnenbrand

In den letzten Wochen haben wir eine Menge Tempel, Dschungel, Höhlen, Shoppingmeilen und Motorroller gesehen – Zeit also für eine einsame Insel, Sonne, Strand.

Wir haben uns einen schnuckeligen Bungalow auf der Insel Koh Rong gebucht, am Lonely Beach. Jedenfalls denken wir, dass der Bungalow schnuckelig war. Wir wissen es nicht. Nach 12stündiger Anreise zum hässlichen Backpacker-Badeort Sihanoukville und 3stündiger Bootsfahrt auf Holzplanken, sagte man uns, dass es eine Doppelbuchung gab und nur noch Betten in Mehrbettzimmern frei werden, welches wir uns mit drei anderen Reisenden sowie den Bauarbeitern und Besitzern der Bungalowanlage teilen mussten.

Zuerst war Chrischi der traurige Clown des Tages, da er seinem Robinson-Schliecker-Traum flöten sah, im Dschungel ganz allein und morgens ab zum Meer, wie Gott ihn schuf. Kein Bungalow heißt auch keine eigene Toilette. Diese lag 20 Meter im Dschungel. Das geht ja noch, allerdings muss man die Toilette mit Brunnenwasser selbst spülen, der Tank und Eimer dazu steht neben dem Klo und mit dem gleichen Wasser sollte man sich dann auch zum Reinigen übergießen… Und schon war an der Stelle mein Traum von Reinlichkeit am Meer geplatzt und der traurige Clown-Award ging für den Rest des Abends an mich.

Hätte Chrischi gewusst, dass er mich morgens um 5 jeweils zum Klo begleiten musste, wäre er sicherlich gleich umgedreht. Selbst die Aussicht, dass der Besitzer der Anlage Deutscher war, ließ mich nur kurz auf Reinlichkeit hoffen. Selten so einen trägen Typen gesehen, der nur Angeln im Kopf hatte, keine einzige wichtige Sprache beherrschte, seinen Angestellten aber die wichtigen Wörter „I am the boss“ permanent beibrachte und die ganze Arbeit einem vollkommen überdrehten Franzosen überließ, der aber immer die Gäste sechs Stunden täglich hin und zurück brachte!

Ich kam nicht drumherum, der Anlage meinem deutschen Effizienzgedanken überzustülpen – Chrischi und ich haben uns schon ausgemalt, was für eine Perle man daraus machen könnte. Mein fetter Sonnenbrand, Mücken, faustgroße Nachtfalter und Geckos, die einem in die Haare fallen, haben mich aber mit Anlauf auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.. Also schnell zurück aufs Festland und Pnomh Penh ansehen – bisher die zauberhafteste Stadt, die ich hier in Südostasien gesehen hab.

Zum Abschluss noch eine kleine Anekdote meines täglichen Kampfes um Chrischis „Verteilungswahnsinn“. Wer Chrischi sehr genau kennt, weiß, dass er gerne alles verlegt bzw. so gut versteckt, dass wir es nicht mehr finden: Geld, Speicherkarten, Pässe etc. Wenn wir also los gehen, hat Chrischi also meist nur die Kamera (zu groß) und den Stadtplan in der Hand. Nach 10 Min war letzterer allerdings mal wieder verschwunden. „Ist mir bestimmt aus der Hosentasche gefallen“. Nope: Er hat sie eine Stunde später in seiner Unterhose wiedergefunden. Also noch ein Ort, den wir in unser Logbuch eingeben müssen. Das Leben ist eine einzige Suche!

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Kategorien: "Weltreise" | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Kambodscha: Inselhopping, Toilettenwahnsinn, Sonnenbrand

  1. Heike

    Wir werden am kommenden Wochenende in Travemünde http://www.holidaycheck.de/data/urlaubsbilder/mittel/41/1163377469.jpg verstärkt an Dich denken, meine M.
    Weiterhin TOI TOI TOI und ganz viele liebe Grüße von Heike & JL

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