Japan Finale

Auch wenn wir schon in Hong Kong sind, hat dieses großartige Land einen würdigen Abschluss verdient. Vielleicht auch weil wir jetzt in Hong Kong sind… denn auf dem chinesischen Festland sind wir nämlich wieder in der ostasiatischen Realität angekommen – aber dazu ein andern Mal.

1. Japan war, wie schon so oft beschrieben, wohl das sauberste Land in dem ich je war. Ich habe in den 8 Tagen weder Graffiti, noch Obdachlose oder gar Müll auf den Straßen gesehen. Auch was Körperhygiene angeht, seifen, desinfizieren und baden sich die Jungs aus dem Land des Lächelns nur so durch den Alltag. Mich wollten sie auf Grund meiner Tätowierungen aber zumindest beim Baden nicht dabei haben, da Tinte auf der Haut hier immer noch ein Zeichen von Spitzbuben und Gesindel ist. Dazu passend ist uns irgendwo auf der Straße so ein Typ vor die Kamera gesprungen, hat sein Hemd geöffnet, seine Tattoos gezeigt und irgendwas von Yakuza Mafia gebrabbelt. Gott sei Dank heirate ich bald in eine italienische Familie ein. Ich brauch hier einfach mehr Rückendeckung.

2. Tiere. Tiere mögen sie hier nicht nur auf der Gabel sondern vergöttern ihre Vierbeiner bis hin zur völligen Selbstaufgabe. Dutzende Kinderwagen, in denen Hunde wie Kleinkinder durch die Innenstadt geschoben werden, durften wir beobachten. Einen noch höheren Stellenwert aber scheinen hier Katzen zu haben. Angefangen mit der Verehrung der winkenden kleinen Katze, die mich schon mittags in Hamburg immer zur Glutamat Mahlzeit in meinen Stammasiaten hereinwinkt, bis hin zum absoluten Oberhammer. Wir haben ein Café gesehen, in dem man für ca. 8 EUR, eine Stunde lang mit den 24 (VIERUNDZWANZIG …. V-I-E-R-UND-Z-W-A-N-Z-I-G) Katzen spielen darf, während man seinen Kaffee und Kuchen genießt. Gegen Aufschlag darf man sogar alleine mit den Katzen sein. Nachdem was wir in dem Kaufhaus mit den Comic Schmuddelheftchen gesehen haben, will ich hier nicht tiefer in die asiatische Seele einsteigen. Fest steht, in Deutschland würden sie dir den Laden mit zwei dutzend Katzen in der Küche sicher dicht machen.

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3. Essen. Man kann den Amis vorwerfen was man will aber der Punkt für „Essen in Massen“ geht nach Japan. Es gibt hier ganze Straßenzüge, unterirdische Labyrinthe und Kaufhäuser (!) nur mit Restaurants. Wir waren in einem 8 stöckigen Kaufhaus, in dem in jeder Etage min. 12 Restaurants waren, nur um im Keller noch einen Foodmarket besuchen zu können und einen Supermarkt, der ebenfalls noch 2 Stockwerke tief in den Boden ging. Von diesen Kaufhäusern gab es dann drei nebeneinander. Auf den Märkten habe ich eine Auswahl an Tieren gesehen, die sogar Noahs Arche verlegen machen würde. Ich glaube, hätte ich nach Mensch gefragt, ich hätte ihn bekommen.

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4. HA!, wir Weißbrote sehen für die Asiaten auch alle gleich aus. Gerade als ich mich über die mangelnde Aufmerksamkeit der Japaner wundern wollte, mit der man mich in Peking so verwöhnt hat, kamen zwei Japanerinnen auf uns zu gelaufen. „Klar könnt ihr Fotos haben …“ wollte ich gerade gönnerhaft flöten, da legten sie auch schon los. „Mensch, wie klein die Welt ist, wir sind’s – von gestern. Ihr wisst doch noch“. Ne, sorry, noch nie gesehen – dass müssen die anderen Rundaugen gewesen sei. Tja, Vorurteile sind eben keine Einbahnstraße.

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5. Einkaufen. Der Japaner lebt den Konsum. Einkaufstempel an Einkaufstempel mit modisch top gekleideten Herren und Damen reihen sich hier aneinander wie Perlen an einer Kette. Da hier aber nicht nur die Möglichkeiten groß, sondern die Menschen auch klein sind, ist shoppen nicht ganz so einfach. Andere Größen und Bezeichnungen haben mich schnell davon überzeugt, mein Glück nicht in Textilien sondern in der Küche zu suchen. Nach einer fachkundigen Beratung in einer traditionellen Werkstatt für japanische Messer, wusste ich nicht mehr wie ich jemals Nudeln mit Tomatensoße ohne ein Ajikiri zubereiten konnte. Damit der teuerste Gegenstand meiner Küche auch sicher zuhause ankommt, habe ich das Teil schnell zur Post gebracht. Von den drei Versand Varianten habe ich mich dann natürlich für den billigsten Weg über Land entschieden, Dauer 3-4 Monate. Schließlich muss das Geld für das teure Messer ja irgendwo wieder rein kommen. Im Nachhinein wären die 9 EUR  Aufschlag für den versicherten Express Versand wohl die bessere Wahl gewesen und am Ende sehe ich das Ding niemals wieder…. Naja, wer weiß wann ich mal wieder Hunger auf Nudeln bekomme.

Das ging eigentlich immer so weiter. Tokio, Kyoto und Osaka sind reine Glücksgriffe gewesen und Japan war ein echter Spaß. Klar sah jeder Tempel und jede Straße irgendwann gleich aus, das Essen war nicht immer einfach und man hatte stets Angst, wieder irgendeinen kulturellen Bock zu schießen aber das war sicher nicht unsere letzte Reise nach Japan. Nur nie wieder zu Feiertagen.

Viele Grüße
N+C

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